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Filmreview: 22 Jump Street

8. August 2014

Endlich kam auch in Deutschland die langersehnte Fortsetzung von 21 Jump Street in die Kinos. Dabei geht es wie im ersten Teil des Remakes der Fernsehserie von 1987 um die beiden Polizeiagenten Schmidt (Jonah Hill) und Jenko (Channing Tatum). Diese werden in dieser Episode als Erstsemestler verkleidet auf die Uni geschickt, um dort der geheimnisvollen Drogen WhyPhy (Work hard yes, play hard yes) auf die Spur zu kommen, der immer mehr Studenten verfallen und die bereits die ersten Todesopfer forderte. Im College sind die beiden Knalltüten mindestens genauso deplatziert wie im letzten Film auf der Highschool, jetzt müssen sie jedoch auch erkennen, was die Universität mit Schulfreunden macht und dass sie sich immer weiter von einander entfernen. Mit genialen Gags und witzigen Sprüchen gehen sie in der Uni auf Entdeckungstour, erfinden sich neu und versuchen gleichzeitig ebenfalls, den Dealer von WhyPhy ausfindig und Dingfest zu machen.

Das Interessante an diesem Film ist nicht nur das Gelingen einer witzigen Fortsetzung oder die großartige Chemie zwischen Jonah Hill und Channing Tatum, sondern auch, dass der Film sich selbst, das Genre und Fortsetzungsfilme im Allgemeinen auf die Schippe nimmt. Ständig werden Filme wie „Springbreakers“ durch den Kakao gezogen und persifliert. Ebenfalls gibt es Seitenschläge darauf, wie schlecht Fortsetzungen grundsätzlich sind. Das Ensemble aus Hill, Tatum und Ice Cube ist eine Wucht und die sich daraus ergebenen Situationen und Gags wirklich genial. Leider gelingt der Balanceakt aus Selbstironie und diegetischer Ernsthaftigkeit nicht immer. Die Bromance zwischen Hill und Tatum war zuweilen  zu übertrieben dargestellt und verlor durch die krampfhafte Suche nach Pointen häufig an Spaßigkeit. Davon abgesehen ist 22 Jump Street ähnlich wie der erste Teil wirklich witzig und ein spaßiger Film, der wahrscheinlich den Humor vieler Menschen trifft. Wer sich schon bei 21 Jump Street vor Lachen kaum halten kann, wird auch bei diesem Film auf seine Kosten kommen.

Wertung: ✭✭✭✭✰

Film

Film Review: A Million Ways To Die In The West

27. Juni 2014

Da mein Freund ein großer Fan von Family Guy und co ist und er und ich uns damals den Film „Ted“ angeschaut haben, entschieden wir uns dazu, auch „A Million Ways To Die In The West“ zu sehen. Der Film ist ebenfalls aus Seth MacFarlanes Feder und hat neben ihm auch Hollywoodgrößen wie Liam Neeson, Charlize Theron,  Neil Patrick Harris, Amanda Seyfried, Giovanni Ribisi und Sarah Silverman als Schauspieler gecastet. Der Film ist gleichsam eine Hommage und eine Veralberung des Western Genres und nimmt so ziemlich alles auf die Schippe, was das Genre ausmacht. Zum Plot des Films lässt sich wenig sagen, da er nicht übermäßig vorhanden ist. Der Film lebt, wie viele von MacFarlanes Kreation, vor allem durch Dialog. Was bei 20minütigen Family-Guy-Folgen noch unterhaltend und abwechslungsreich ist, wirkt jedoch im fast zweistündigen Film überzogen und langweilig. Die Charaktere hangeln sich von einem langen Dialog zum anderen, werfen mit Pointen um sich und nebenbei fallen wie im Cartoon Eisblöcke auf Menschen und Pferde fallen wie Dominosteine um. MacFarlane mag ein überdurchschnittlicher Sprecher sein, seine schauspielerischen Fähigkeiten halten sich jedoch in Grenzen.

Leider ist der Humor auf Scary-Movie-Niveau und bedient von Fäkalhumor, graphischer Gewalt bis hin zu billiger Slapstick jedes Klischee. Es gibt eine Hand voll wirklich witziger Szenen und genial durchdachte Gags, nur leider schießen die meisten anderen über das Ziel hinaus. Der Film ist eine Mischung aus „Der Schuh des Manitu“ und „Scary Movie“ und der Zuschauer wartet nach jedem lahmen Spruch auf ein „Badam Bum Tss“. Die Idee, den Wilden Westen von einer neuen, humoristischen Seite zu betrachten ist originell und witzig, nur leider passt weder MacFarlanes Drehbuch-Können, noch ein Repertoire an Witzen zum Film-Genre.

Wertung:

Film

Filmreview: Superbad (2007)

2. Mai 2014

Die Komödie „Superbad“ aus dem Jahr 2007 erzählt die Geschichte der zwei Highschool-Loser Seth (Jonah Hill) und Evan (Michael Cera), die zusammen mit ihrem Kumpel Fogell aka McLovin (Christopher Mintz-Plasse) Alkohol für eine Party besorgen wollen, um die Mädchen ihrer Träume davon zu überzeugen, dass sie „Boyfriend material“ sind. Da sie jedoch unter 21 Jahren und damit zu jung für Alkohol in den USA sind, besorgt sich Fogell einen gefälschten Ausweis. Natürlich kommt dann alles anders als gedacht: Fogell wird im Alkoholladen Opfer  eines Raubüberfalls und von der Polizei mitgenommen und Seth von einem Auto angefahren. Von diesem Zeitpunkt an kommen die drei Helden in immer verrücktere Situationen, bis sie schließlich doch noch alle zur Party kommen und auch dort von einem Fettnäpfchen ins andere treten.

„Superbad“ ist ein zum Schreien komischer Film mit derben Sprüchen, die weit unter der Gürtellinie sind. Typischer Teenager-Jungs-Humor gepaart mit brenzligen Situationen und einem urkomischen Jonah Hill sind das Erfolgsrezept des Films und obwohl die einzelnen Handlungsstränge teilweise überzogen und abgedreht wirken, passt am Ende alles zusammen. Hill und Cera als beste Freunde, die gegensätzlicher nicht sein könnten, bieten großartige Projektionsfläche für witzige Sprüche und grundsätzlich falsche Entscheidungen. „Superbad“ ist eine überzeugende Komödie, die die ganzen 113 Minuten in die Vollen schlägt und mit jeder Szene noch einen Schritt weiter geht, bis man schließlich die Hände über dem Kopf zusammenschlägt und sich fragt, wie die Jungs da noch heil rauskommen können. Witzig von der ersten bis zur letzten Minute und für jeden zu empfehlen, der derbe Komödien schätzt.

Wertung:

Film

Film Review: Voll Abgezockt (2013)

31. Januar 2014

Manchmal, wenn ich müde bin und mich von einem Film einfach nur berieseln lassen will, schaue ich mir seichte „Komödien“ mit einfachen Geschichten und wenig Inhalt an. Die sind meisten schlecht, aber unterhaltsam. Ich mein, was will man will man schon Tiefgründiges erwarten?

Aus diesem Grund schaute ich mir „Voll Abgezockt“ aus dem Jahr 2013 an. Ehrlich gesagt hatte ich vorher noch nie etwas von diesem Film gehört. Aber da Melissa McCarthy mitspielt und ich schon einige Filme mit ihr gesehen hatte, habe ich den ausgewählt. Der Inhalt ist schnell zusammengefasst. Diane (Mc Carthy) ist ausgefuchste Betrügerin und druckt sich mit ein paar Tricks selbst Kreditkarten mit dem Namen anderer Leute, auf dessen Konten sie dann Zugriff hat. So stiehlt sie auch die Identität von Sandy Patterson (Jason Bateman) und shoppt so sein Konto leer. Als schließlich die Polizei bei Sandy auf der Arbeit eintrifft und ihn wegen Kreditunwürdigkeit und horrender Schulden befragt, droht er auch noch gefeuert zu werden.

Sandy macht sich schließlich auf den Weg von Denver nach Florida, um seine falsche Doppelgängerin zur Rede zu stellen, nach Denver zu begleiten, sie dort der Polizei zu übergeben und so seinen Leumund wieder herzustellen. All das ist aber nicht so einfach, da gleichzeitig ein Kopfgeldjäger (Robert Patrick) und zwei Geldeintreiber hinter Diane her sind. Auch stellt sie die kugelrunde Frau als Psychopathin mit Hang zur Gewalt heraus, die jedem, der ihr nicht passt, das Geld aus den Taschen lügt oder mit einem Schlag auf den Kehlkopf KO setzt. Der Weg nach Denver ist chaotisch, gefährlich und lang und das ungleiche Duo kommt sich in dieser Zeit freundschaftlich immer näher. Als Sandy Dianes traurige Vergangenheit erfährt, bekommt er sogar etwas Mitleid mit ihr. Der Film hat ein bittersüßes Ende, in dem Sandys Leben und Ehre wieder hergestellt ist und Diane für ihre Taten ins Gefängnis kommt. Trotzdem bleiben die beiden Freunde.

McCarthy spielt auch in diesem Film wieder die gleiche Rolle: die brutale, toughe Einzelkämpferin, die eine schlimme Vergangenheit hat und diese mit fiesen Sprüchen und Gewalt zu übertünchen versucht. Und auch „Voll Abgezockt“ hangelt sich von einem Fettenwitz über eine eklige Sexszene zum nächsten Fettenwitz. Zwischendurch werden ein paar Leute geboxt, bevor wieder ein paar krasse Sprüche geklopft werden. Der Film ist zu großen Teilen zu seltsam und eklig, als dass er witzig ist. Auch ist Kreditkartenbetrug ein ziemlich unwitziges Thema, weswegen  versucht wurde, den Fokus des Humors auf die Charaktere zu lenken, was schließlich auf ein Hin-und-Her von Sprüchen hinausläuft. Leider gibt das Drehbuch nicht so viel her, so dass auch die Charaktere den ganzen Film über unsympathisch bleiben, egal wie sehr sich Bateman und McCarthy auch abstrampeln. Letztendlich überliegen die Charaktere trotz ein paar witziger Szenen und einer guten Ausgangsidee dem platten und uninspirierenden Drehbuch. Einzig und allein ein übercooler Robert Patrick rettet den Film und haucht ihm etwas Leben und Antagonismus ein und unterbricht für ein paar Minuten das ständige Rumgezicke der beiden Hauptcharaktere.

Wertung:

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Film Review: A Haunted House (SPOILER!)

27. April 2013

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Der Satirefilm „A Haunted House“ oder „Ghost Story“ wie er seltsamerweise in Deutschland heißt, begleitet die frisch zusammengezogenen Malcolm und Kisha, die immerzu die Kamera auf alles halten, was sie gerade tun – sei es fröhlich Hamburger mampfen oder gelegentlich streiten- bis sie merken, dass ein Geisterwesen im Haus sein Unwesen treibt und nun nicht mehr weg möchte. Nach bester Paranormal-Activity-Manier rascheln Decken, es fallen Töpfe und Pfannen von den Wänden und auch die bekannte Nachtsichtkameraeinstellung des ersten Films der Reihe findet gelungene satirische Verwendung. Jedoch bricht die gut funktionierende, am Original erstaunlich gut situierte Komödie, wenn der Film in einen geistlosen, Furz-und-Schnackseln-Abyssus abdriftet. Wechselhaft, fast schemenhaft wechselt das Genre zwischen Horror und Pubertätshumor. Auf der einen Seite gibt es Schreckmomente, wenn sich die Kamera dreht und urplötzlich die gruselige Haushälterin einen Zentimeter vor der Linse auftaucht; auf der anderen Seite sieht man Kisha auf dem Klo sitzend Zauberwürfel lösen und ihre übel riechenden Ausdünstungen dem entrüsteten Malcolm zuwedelnd. Je mehr der Film voranschreitet, desto verwirrter wird der Zuschauer durch die Inkonsistenz des Genres. Auch erscheint die 2-Minütige Szene, in der Malcolm „Sex“ mit seinem Kuschelhasen hat, mehr als fragwürdig und ziemlich verstörend… und man fragt sich ernsthaft, ob man lachen oder weinen solle und ob diese Szene nun der Komödie oder des Horros zugeordnet werden muss. Das Genre-Verwirrspiel findet jedoch in der Charakterauswahl ihren Höhepunkt. Alle Freunde und Verwandten sowie Geisterjäger, Priester und Kamerainstallateure sind seltsamerweise allesamt perverse Triebtäter mit mehr als eindeutigen Andeutungen, die jedoch im Endeffekt nur leere Phrasen dreschen. Was in anderen Komöden funktioniert und auch bei Satiren wie „Scary Movie“ immer gelungen eingesetzt wird, erscheint hier seltsam und deplatziert, geschweigedenn übertrieben. „A Haunted House“ ist nicht lustig genug, um solche polarisierenden Typen gezielt einzusetzen. Auch stößt einem die Myriade an Gangbang- und Fetischjokes übel auf, weil die Nebencharaktere anscheinend keine andere Funktion haben, als immerzu aus der gleichen schmuddeligen Kiste die gleichen, abgelegten und nicht verwendeten perversen Sprüche aus Filmen wie „Scary Movie“ u.ä. rauszukramen. Ein oder zwei Mal würden solche humoristischen Einlagen die Szenen auflockern, doch das stumpfe Aneinanderreihen von Sexualhumor ist so sinnvoll, wie auf ein totes Pferd zu schlagen. Quasi ist der Zuschauer dieses tote Pferd, dass kontinuierlich mit einem Knüppel des Fäkalhumors zu Tode geprügelt wird, damit auch das allerschwächste Glied der Kette versteht, dass es sich hier um eine KOMÖDIE handeln soll.

Ab einem gewissen Punkt scheint der Film selbst zu merken, dass die mühseligen Versuche der Komödie nicht fruchten und dass die Genre-Anforderungen, bzw. die Einbringung von Witzen oder satirischen Elementen nicht erfüllt werden. Ab diesem Zeitpunkt kippt der Film endgültig ins mieserabele und die anfänglichen, gut funktionierenden Anlehnungen an die Paranormal Activity-Franchise werden durch ekelhafte Teufelsaustreibungen getauscht. Und wenn in den letzten Einstellung die vom Teufel besessene Kisha ausbüchst und die männliche Garde in einem dunklen Keller und einem noch dunkleren Garten nach ihr sucht, dann schafft auch die zufällig gefundene, so genannte „Schwarz-Weiß-Sex party“ keinen Comic Relief mehr. Im Gegenteil, der Zuschauer wird noch einmal in das verstörende Genre-Wechsel-Dich-Spiel eingebettet, welches nicht nur die aufgebaute Spannung komplett negiert, sondern auch Filmen wie „Scary Movie“, die den Balanceakt aus Satire und pubertären Witzen durchaus erfolgreich meistern, grundsätzlich beleidigt.

Der Film „A haunted house“  ist der pubertäre, weniger originelle 16-Jährige Bruder der „Scary Movie“-Reihe. Mit der Aussicht, die „Paranormal Activity“-Filmreihe zu parodieren, verendet der Film als eine merkwürdige Furzwitze- Aktion, die den Zuschauer mit Kopfschütteln zurücklässt und ihn fragen lässt, warum man nicht gleich 90 Minuten lang die Raufasertapete  angestarrt hat – eine Tätigkeit, die diesem Film intellektuell weitaus überlegen ist und wohl mehr niveauvolle Nachhaltigkeit verspricht.

 

Wertung: ✭✭✰✰✰