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Film Review: Snatch – Schweine und Diamanten (2000)

13. Februar 2015
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Quelle: slantmagazine.com

Diese englische Komödie von Guy Ritchie aus dem Jahr 2000 besteht aus drei Handlungssträngen und mehreren (Klein)Kriminellen, deren Wege sich im Laufe des Films kreuzen und überschlagen. So dreht sich ein Drittel um Gauner Turkey (Jason Stratham) und seinen Kumpel Tommy (Stephen Graham), die illegale Boxkämpfe arrangieren und von dem irischen Pavee Mickey (Brad Pitt) – alias One Punch Mickey – beim Wohnwagenkauf über’s Ohr gehauen werden. Als ihr Standard-Boxer Gorgeous George (Adam Fogerty) überraschend ausfällt, heuern sie kurzerhand Mickey als Ersatz an. Das Problem ist jedoch, dass Mickey sich nicht an die Abmachung, in der ersten Runde KO zu gehen, hält und den Kampf gewinnt. Dadurch fallen sie in die Ungnade von Gangsterboss Brick Top (Alan Ford), der durch die verpatzte Wette mehrere Millionen verloren hat.

Gleichzeitig hat einige Tage zuvor Franky „Four Fingers“ (Benicio del Toro) in den Niederlanden für den New Yorker Juwelier Avi Denovitz (Dennis Farhina) einen 86-karätigen Diamanten gestohlen. Bei einem Zwischenstopp bei Avis Cousin Doug „the Head“ (Mike Reid) wird Franky jedoch von der russischen Mafia gelinkt. Boris „The Blade“ (Rade Serbezjia) bezahlt die schwarzen Gelegenheitskriminellen und Leihhausbesitzer Sol (Lennie James) und Vince (Robbie Gee), Franky den Diamanten wieder abzuluchsen. Der ganze Coup soll während des illegalen Boxkampfes steigen. Natürlich geht der Plan schief und so jagen die verschiedenen Gangster nun einander, alle mit der Absicht, den wertvollen Diamanten zu stehlen.

Letztlich frisst Vinces neuer Pitbull, der ein Geschenk der Pavees war, den Diamanten und rennt davon. Dieser fällt dann durch einen Zufall in die Hände von Turkey und Tommy, die ihn zum Tierarzt bringen. Dieser findet im Magen des Tiers den Diamanten, welchen die beiden wiederum an Avi in New York verkaufen.

Obwohl „Snatch“ vor fast 15 Jahren erschien, ist er immer noch eine der besten Gangsterfilm-Komödien der letzten Zeit. Die verschiedenen absonderlichen Figuren, die sich wechselnden Episoden sowie die kessen Dialoge, machen „Snatch“ zu einem absoluten Kultfilm. Der makabre und schwarze Humor, den man von Guy Ritchie bereits in „Bube, Dame, König, grAs“ kennen lernte, kommt auch hier wieder zum Einsatz. Der Film ist absolut Englisch und urkomisch und Brad Pitts unverständlicher Pavee-Akzent großartig. Es ist meisterhaft, dass Ritchie es trotz des schnellen Tempos des Films und der vielen Charaktere schafft, den Zuschauer niemals zu überfordern. Im Gegenteil, je mehr Personen auftauchen und je verzwickter die Verstrickungen werden, umso spannender wird der Film.

Wertung:

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Film Review: Tropic Thunder

6. Februar 2015
tropic thunder
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Quelle: Amazon.com

Ich habe leider im Januar wenig Zeit gehabt, ins Kino zu gehen und neue Filme zu schauen. Daher reviewe ich einfach ein paar ältere Filme. Für mein persönliches Filmjournal, sozusagen. Tropic Thunder ist eine Actionkomödie aus dem Jahr 2008, bei dem Ben Stiller Regie führte, mitproduzierte und auch noch die Hauptrolle spielt. Er schlüpft in die Rolle von Tugg Speedmann, ein abgehalfterter Actionstar, der mit dem Film „Tropic Thunder“ sich zurück in die erste Liga der Hollywood-Schauspieler katapultieren möchte. Dazu gehen er und seine Schauspielkollegen Kirk Lazarus (Robert Downey Jr), der Rapper Alpa Chino (Brandon T Jackson), Kevin Sandursky (Jay Baruchel) und der berühmte Komiker Jeff Portnoy (Jack Black) in den vietnamesischen Dschungel, um dort an der Verfilmung der Lebensgeschichte eines Vietnamkriegsveteranen zu arbeiten. Da die Dreharbeiten nur schleppend vorankommen, schickt der Regisseur seine Hauptdarsteller kurzerhand in die Untiefen des Dschungels, um sie dort fast lebensechten Gefahren auszusetzen und das Ganze dann mit versteckten Kameras zu filmen. Dadurch, so glaubt er, wirkt der Film letztendlich realistischer. Als er dann ausversehen auf eine Blindgänger-Granate tritt und vor den Augen der Schauspieler in die Luft gesprengt wird, glauben die noch an realistische Special Effects und machen sich freudig ins vietnamesische Hinterland. Sich sicher während, trotzen sie allen Gefahren. Erst als sie von vietnamesischen Drogenschmugglern gefangengenommen werden, merken sie, dass sie sich doch in wirklicher Gefahr befinden. Die Rettungsaktion mit vereinten Kräften bringt sie schließlich zurück in die Heimat.

Tropic Thunder ist eine Persiflage auf die unzähligen Action-Filme, die uns Jahr für Jahr überschütten. Dabei nehmen sie die absurden Storys, die übertriebenen Dialoge und protzigen Superstars auf’s Korn, die sonst solche Filme zu dem machen, was sie sind. Das gelingt wunderbar – nicht nur aufgrund der Topbesetzung (auch mit dabei: Matthew Mc Conaughey, Tom Cruise und Bill Hader), sondern auch, da witzige Dialoge und komische Slapstick sich abwechseln. Zwar wirkt der Film besonders zu Beginn etwas langatmig, die Action und die „Ticking Clock“-Situation zum Schluss machen das jedoch wieder wett. Tropic Thunder ist ein witziger Film  und geeignet für alle, die auf Film-Persiflagen stehen und sich auf eine leichte, lustige Story einlassen möchten.

Wertung:

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Film Review: The Interview (SPOILER)

30. Januar 2015
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Quelle: usatoday.com

Die US-Amerikanische Slapstick-Komödie hat schon vor der Erscheinung für mächtigen Wirbel gesorgt. Da der nordkoreanische Diktator Kim Jong-Un in diesem Film gehörig auf’s Korn genommen wird, kam es zu politischen Kontroversen und Drohungen, weswegen Sony den Film kurzfristig aus dem Programm nahm. Einige Kinos entschieden sich schließlich jedoch trotzdem dafür den Film zu zeigen und so wurde „The Interview“ schließlich zu einem Protestfilm gegen politische Zensur. Nun ist er auf Netflix und in Deutschland auch Anfang Februar 2015 in den Kinos.

Seth Rogen und James Franco – Das unschlagbare Comedy-Duo aus früheren Filmen wie „The Pineapple Express“ oder „This is the end“ sind zurück und mindestens genauso schräg wie eh und je! In „The Interview“ schlüpfen sie in die Rollen von Showmaster Dave Skylark (Franco) und seinem Produzenten Aaron Rapaport (Rogen). Zusammen produzieren sie die erfolgreiche Klatsch-Und-Tratsch-Sendung Skylark Tonight, in der sie Prominente interviewen und die neusten Gerüchte der Reichen und Schönen besprechen. Nach einer Riesenenthüllung um Rapper Eminem finden die beiden schließlich heraus, dass niemand anderes als Kim Jong-Un großer Fan der Sendung und zu einem Interview mit Dave bereit ist. Dazu sollen sie nach Nordkorea reisen. Gesagt getan – jedoch werden sie vorher von der CIA dazu beauftragt, Kim umzubringen. Als eine Mischung aus Mordkomplott und Interviewcrew reisen die beiden Amerikaner schließlich in die Höhle des Löwen. Jedoch geht der von der CIA minutiös geplanter Mordversuch nicht auf und die beiden verstricken sich in viele brenzlige Situationen. Gleichzeitig freundet sich Dave immer mehr mit dem nordkoreanischen Staatsoberhaupt an und lernt ihn von seiner menschlichen Seite kennen. Zusammen fahren sie Panzer, spielen Basketball, trinken Margaritas und turteln mit nordkoreanischen Schönheiten. Aaron, der Kims Umgarnung als einen rein taktischen Zug hält, damit Dave ihn bei seinem Interview positiv darstellt, wird zusehends besorgt um seinen Freund. Dieser will von Aarons Befürchtungen jedoch nichts wissen und wittert Neid auf der Seite seines Produzenten. Erst als eine von Kims treusten Mitarbeitern das Lager wechselt, bekommt auch bei Dave die Begeisterung für den Diktator immer mehr Risse.

Der Film ist ein absoluter Comedy-Knaller. Die Witze sind super komisch und tiefschichtig und die Dynamik zwischen Seth Rogen und James Franco ist großartig. Es ist wirklich nicht einfach, ein so ernstes Thema und einen so kontrovers disskutierten Politiker, wie Kim Jong-Un einer ist, in eine so urkomsiche und überaus alberne Sache zu verwandeln. Dabei werden alle auf’s Korn genommen: Kim Jong-Un, die Amerikaner, die TV-Branche, Eminem, die CIA und vor allem natürlich Franco und Rogen selbst. Keiner wird verschont und das ist genau das, was „The Interview“ ausmacht. Der Film ist von der ersten bis zur letzten Sekunde pure Comedy und dabei wahrscheinlich einer der besten Filme, die Seth Rogen und Evan Goldberg je produziert haben.

Wertung:

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Filmreview: Männertrip

9. Januar 2015
Männertrip
Männertrip

Quelle: Google Images

Die US-amerikanische Komödie „Männertrip“ aus dem Jahr 2010 stammt zur Hälfte aus der Feder von „How I Met Your Mother“-Star Jason Segel und erzählt die Geschichte von Aaron Green (Jonah Hill), der für eine berühmte Plattenfirma in LA arbeitet. Sein Boss Sergio (Sean Combs) weist ihn eines Tages an, die von der Wirtschaftskrise betroffene und schwächelnde Firma zu retten, indem er nach London reist, um den für seine Exzesse und Eskapaden bekannten Sänger Aldous Snow (Russel Brand) zuerst zu einem Interview nach New York und dann nach LA zu begleiten. In der Stadt der Engel soll der Musiker dann einen legendären Auftritt hinlegen und so die kläglichen Einnahmen der Plattenfirma wieder nach oben schießen lassen. Der Trip von London in die Vereinigten Staaten erweist sich jedoch als holpriger, als der unbekümmerte Amerikaner zuerst angenommen hat. Zum einen, weil Snow trotz jeglicher Einwände massenhaft Drogen konsumiert und auch Aaron Green nicht davon verschont bleibt und zum anderen, weil die beiden in immer verzwicktere und brenzligere Situationen kommen.

„Männertrip“ ist ein urkomischer Film, der ohne Frage in einer Liga mit Filmen wie „Hangover“ mitspielt. Russel Brands Porträt eines selbstsüchtigen Rockstars ist treffsicher und Jonah Hill wie so oft einfach nur genial. Die beiden ergeben ein dynamisches und von Slapstick-gepflastertes Duo und auch Sean Combs alias P.Diddy ist überraschend witzig. Was den Film von vielen anderen, schlechten Komödien unterscheidet, ist, dass er trotz der verrückten Vorkommnisse und Szenen stets die Balance zur Realität hält. Nicht ein Mal hat man das Gefühl, der Komikaspekt würde die Glaubwürdigkeit der dargestellten Welt durchbrechen. Wahrscheinlich liegt das daran, dass zündende Gags und flotte Sprüche sich mit Satire und viel Selbstironie abwechseln. „Männertrip“ ist ein gelungener Film und für jeden zu empfehlen, der sich bei Komödien wie „Hangover“ oder „21 Jump Street“ zu Hause fühlt.

Wertung:

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Film Review: Midnight in Paris

12. Dezember 2014
midnightinparis
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Quelle: imdb.com

Der Film „Midnight in Paris“ von Woody Allen ist eine romantische Komödie aus dem Jahr 2011 mit Owen Wilson in der Hauptrolle. Der Film begleitet den Drehbuchautor Gil Pender (Wilson) und seine Verlobte Inez (Rachel McAdams) nach Paris, wo die beiden mit Inez‘ Eltern ein paar Tage verbringen. Schnell wird deutlich, dass Gil und Inez wenig gemein haben. Er ist Nostalgiker und würde am liebsten im Europa der 1920er Jahre leben und sie wiederum liebt den Hollywood-Lifestyle der Reichen und Schönen und kann sich ein Leben außerhalb der USA nicht vorstellen. Als sie dann auch noch auf Inez‘ alten Bekannten Paul (Michael Sheen) und dessen Frau Carol (Nina Arianda) treffen und Inez ganz angetan ist von Pauls pseudointellektuellem Geschwafel, scheinen alle außer dem Paar selbst zu verstehen, dass sie nicht zueinander passen.

Während eines nächtlichen Spaziergangs wird Gil an einer Straßenecke von den Fahrgästen eines altmodischen Autos dazu aufgefordert, mit ihnen auf eine Party zu gehen. Er willigt ein und findet sich schließlich auf einer 1920er Party wieder. Zuerst noch an eine lustige Motto-Party denkend, wird Gil nach einiger Zeit bewusst, dass er einen Zeitsprung gemacht hat und sich tatsächlich im Paris der 1920er Jahre befindet. Von seinen Gefühlen überwältigt, spricht er mit Scott und Zelda Fitzgerald, Ernest Hemingway und später mit Gertrude Stein und Pablo Picasso. Wieder zurück in der Gegenwart entfremdet er sich zusehends von seiner Verlobten. Sein einziges Bestreben ist es von dort an, zurück in die Vergangenheit zu reisen. Nacht für Nacht gelingt es ihm und so bändelt er mit Adriana (Marion Cotillard) an, einer Geliebten von Picasso. Sie ist ebenfalls nostalgisch veranlagt und sehnt sich nach der Belle Époque. Gil wird klar, dass sich die Menschen jeder Epoche nach der Vergangenheit sehnen und die Gegenwart als unglamourös bezeichnen. Wieder zurück in der Vergangenheit beschließt Gil, sich den Problemen der Gegenwart zu stellen und mit sich und seinen Gefühlen reinen Tisch zu machen.

Der Film hat mich im großen Maß beeindruckt und berührt. Wilson als Allen-Persona überzeugt trotz des offensichtlichen Bruchs. Die Philosophie und Nostalgie, die dieser Film ausstrahlt, sind feinfühlig und trotzdem tiefgründig genug, um nicht nur an der Oberfläche zu kratzen. Das Großartige an Allens Filmen ist der unterschwellige Humor gepaart mit treffsicheren Charakterbeobachtungen. Die Charaktere sprechen nicht, sie handeln und genau daraus ergibt sich der Realitätsanspruch, den seine Filme auszeichnet. Allen spielt mit Klischees und kulturellen Ansprüchen, die jedoch sofort wieder eliminiert werden. Midnight in Paris ist eine großartige Charakterstudie gepaart mit Allens typischen Humor und einer großen Portion Nostalgie und Romantik, der garantiert jedes Herz berührt.

Wertung:

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Film Review: Shopaholic – Die Schnäppchenjägerin

7. November 2014
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Quelle: http://filmschatzsucher.files.wordpress.com

Dieser Film wurde mir von Netflix vorgeschlagen, da ich die Serie „Gossip Girl“ mit 5 Sternen bewertete. Da „Gossip Girl“ in meiner Top 5 der besten Serien ist, wollte ich dem Film also eine Chance geben. „Shopaholic – Die Schnäppchenjägerin“ erzählt die Geschichte von Rebecca Bloomwood (Isla Fisher), die als Journalistin in einem Gartenmagazin arbeitet und ihre ganze Freizeit und ihr ganzes Geld dem Shopping widmet. Rebecca ist kaufsüchtig und hat ihre zahlreichen Kreditkarten schon so lange überzogen, dass Schuldeneintreiber hinter ihr her sind. Neben einem neuen Kleid von Henri Bendel wünscht sie sich nichts sehnlicher, als für das Modemagazin Alette zu schreiben. Als ihr der Job vor der Nase weggeschnappt wird, versucht sie über Umwege an ihr Ziel zu gelangen und landet schließlich einen Job in einem Wirtschaftsmagazin, welches direkt unter Alette sitzt. Dort schreibt sie, von der Welt der Finanzen zuerst überfordert, eine Kolumne unter dem Alias „Frau mit dem grünen Schal“ und schafft es, komplexe, wirtschaftliche Zusammenhänge verständlich darzustellen – Ein Zustand, der ihr etwas Ruhm und Anerkennung bereitet. Gleichzeitig bändelt sie mit ihrem Vorgesetzten Luke Brandon (Hugh Dancy) an. Natürlich holen Rebecca ihr Schuldenberg und ihre unkontrollierte Kaufsucht wieder ein und sie verprellt alle, die ihr nahe stehen. Schafft sie es, ihr Shopaholic-Dasein in den Griff zu kriegen und sich mit denen zu versöhnen, die sie liebt? Sein wir mal ehrlich…natürlich tut sie das. Es ist eine romantische Komödie aus Hollywood, ein Happy End ist schließlich Programm.

„Shopaholic“ ist eine auf Slapstick-Einlagen basierende romantische Komödie wie es sie zu Hauf in Hollywood gibt. Das Märchen des Mode-Püppchens, welches durch den zuerst distanzierten, dann herzlichen Mann ihre wahren Talente außerhalb ihrer „Komfort-Zone“ erkennt, ist ebenso alt wie das Hollywood-Zeichen selbst. Obwohl der Film nach dem bekannten Schema verfährt, gelingt es Isla Fisher, der Hauptcharakterin eine individuelle Note an Sympathie und Charme einzuhauchen. Auch die Kaufsucht als Kompensation für innere Leere wird überraschend tiefgründig behandelt. Natürlich ist „Shopaholic“ einfach gestrickt und vorhersehbar, jedoch ist er für das Genre erfrischend und lädt an einigen Stellen wirklich zum lauten Lachen ein. Zwar reicht der Film in keinem Maße an die Serie „Gossip Girl“ heran, ist jedoch ein gute Film für verregnete Sonntage oder Mädchenabende mit Karamell-Popcorn.

Wertung:

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Film Review: Hocus Pocus

31. Oktober 2014
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Quelle: http://365thingsaustin.com

Heute ist Halloween in Amerika und wie jedes Franchise, welches vom Atlantik zu uns schwappt, erfuhr auch Halloween eine Quasi-Anerkennung in der Alten Welt. Man sieht auch bei uns vereinzelnd Kinder „Süßes, sonst gibt’s Saures“ durch die Straßen rufen und in netten Kostümen herumlaufen und Clubs nutzen die Chance, mit überteuerten Motto-Partys den Trend monetär abzuschöpfen. Was liegt da also näher, als an diesem Tag einen Halloween-Film in einer Filmkritik abzuhandeln? Ich entschied mich für einen absoluten Klassiker, der bei keiner Party fehlen sollte und den auch Angsthasen wie ich und Kinder problemlos anschauen können: Hocus Pocus.

Der Film transportiert uns in das Jahr 1693, in dem die drei Hexenschwestern Winifred (Bette Midler), Sarah (Sarah Jessica Parker) und Mary (Kathy Majimy) Sanderson in einem Hexenhaus in Salem leben, Kinder entführen und ihren Geist aussaugen, um jung zu bleiben. Als sie eines Tages die kleine Schwester von Thackery Binx (Sean Murray – bekannt als „McGee“ von NCIS) entführen, stört er ihr Ritual und hetzt das Dorf auf sie. Die Schwestern verhexen Binx in eine schwarze Katze und verfluchen ihn damit, ewig leben zu müssen. Sie selbst werden gehängt – Jedoch nicht bevor sie die Möglichkeit ihrer Wiederkehr durch das Entzünden einer schwarzen Kerze in ihrem Hexenhaus festlegen. 300 Jahre in der Zukunft zündet Max (Omri Katz) im Beisein seiner Schwester Dani (Thora Birch) und Schwarm Alison (Vinessa Shaw) in der Halloweennacht schließlich diese schwarze Kerze im Hexenhaus an, um beweisen zu können, dass die Legenden von Damals nichts mit der Realität zu tun haben. Dabei bannt er den 300 Jahre alten Zauber und die drei Hexenschwestern erblicken wieder das Licht der Erde. Von da an beginnt ein erbittertes Katz-und-Maus-Spiel zwischen den beiden Parteien, da die Hexen nur die Nacht haben, um den Geist eines Kindes auszusaugen und am Leben zu bleiben – andernfalls zerfallen sie bei Tagesanbruch zu Staub; Max und seine Freunde versuchen dies zu verhindern, besonders, weil das Hexentrio Dani zum Aussaugen auserwählt haben.

Hocus Pocus ist das Halloween-Pendant zu „Kevin Allein Zuhaus“: Der Film ist ebenfalls aus den frühen 1990er-Jahren, die Frisuren und Klamotten schreien „Aaron Carter“ und er ist harmlos und witzig genug, um als Familienklassiker zu gelten. Für Kinder spannend und für Erwachsene mit genügend schlüpfrigen Anspielungen gespickt, sorgt er für gute Unterhaltung. Einzig die hölzern vorgetragenen Dialoge zeigen, dass auch die Stars von heute mal klein angefangen haben. Hocus Pocus ist eine nette Alternative zu den sonstigen Halloween-Filmen und für alle Nostalgiker einer vermeintlich besseren Zeit ein absolutes Muss. Auch wenn die Geschichte an manchen Stellen uninspiriert und vorhersehbar ist, sind Midler, Parker und Majimy als verrückte Hexen absolut großartig und sehenswert.

Wertung:

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Film Review: Shaun of the Dead

24. Oktober 2014
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Quelle: d2nh4f9cbhlobh.cloudfront.net

Letzte Woche lag ich mit einer nervigen Erkältung im Bett und habe deshalb die Komödien-Abteilung von Netflix etwas genauer unter die Lupe genommen, um dem Bazillenspuk mit etwas Lachen den Garaus zu machen. Ich entschied mich letztlich für Shaun of the Dead, ein Klassiker von 2004, der mir bis dato immer zwischen den Fingern entglitten ist.

Shaun of the Dead ist, wie der Name schon vermuten lässt, eine Parodie auf Dawn of the Dead – ein Zombie-Klassiker von 1978. Der Film spielt in England und erzählt die Geschichte von Shaun (Simon Pegg), einem 29 Jahre alten Nichtsnutz, der von seinen jüngeren Kollegen auf der Arbeit nicht respektiert wird und dem seine Freundin Liz (Kate Ashfield) nur Vorwürfe macht, da er immerzu mit seinem Kumpel Ed (Nick Frost) im Pub ist und sich betrinkt. Als Liz sich schließlich von Shaun trennt, schlurft er traurig und allein durch die Straßen oder spielt mit Ed Playstation. Gleichzeitig bricht die Zombieapokalypse über London hinein – ein Zustand, dessen Shaun und Ed sich erst gar nicht bewusst sind, da sie so festgefahren in ihrem zombiehaften Alltag stecken, dass sie das seltsame Verhalten der anderen erst gar nicht bemerken. Es müssen erst zwei tollwütige Zombies an die Fensterscheibe klopfen, bis die beiden kurzerhand losstürzen und mit Liz, ihren Mitbewohnern, Shauns Mutter Barbara (Penelope Wilton) und Stiefvater Philip (Bill Nighy) fliehen. Sie kommen jedoch nicht weit und verstecken sich schließlich in Shauns und Eds Stammpub und warten darauf, die Zombieherden mit vereinten Kräften zu besiegen.

Shaun of the Dead ist ein Meisterstück des britischen Humors. Alles daran, von der ersten bis zur letzten Szene ist mit dem typischen, trockenen Humor durchzogen. Man kann den Witz nicht reproduzieren oder nacherzählen, weil er offenkundig gar nicht existiert, sondern durch sein unterschwelliges Nicht-Da-Sein hervorkommt. Britischer Humor ist wie Essigchips, entweder man mag ihn, oder man mag ihn nicht. Ich für meinen Teil finde ihn klasse (Essigchips sowieso) und habe wirklich Tränen gelacht. Shaun of the Dead ist für jeden Fan von trockenem Humor à la Monty Python ein absolutes Muss.

Wertung:

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Film Review: Sex Tape

19. September 2014
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Quelle: Blockbuster.ch

Es gibt Filme, denen sieht man schon am Titel an, dass sie seichtes Popcorn-Kino bieten. Solche Filme sieht man sich mit Freunden an oder mal Zuhause auf DVD, wenn im Fernsehen zum hundertsten Mal NCIS kommt. Sex Tape ist so ein Film und auch der dazugehörige Film-Trailer passt genau in das Schema. Der Film erzählt die Geschichte des Pärchens Annie (Cameron Diaz) und Jay (Jason Segel), die ein Sexvideo mit ihrem iPad drehen und anstatt es hinterher zu löschen, es ausversehen und ungeplanterweise in die Cloud hochladen und mit den anderen Apple-Produkten, die ebenfalls den Account haben, synchronisieren. Das bedeutet, dass alle Freunde und Familienmitglieder, die im Laufe der Jahre iPads der beiden geschenkt bekommen haben, nun ebenfalls Zugriff auf dieses Video haben. Unfähig, das Video aus der Cloud zu entfernen, machen die beiden sich auf die Suche nach all den verschenkten Tablets, um das Sex Tape manuell zu löschen. Dabei sind sie wütigen Hunden, verrückten Reichen, 8-Jährigen Erpressern und weiteren Hindernissen ausgesetzt. Alles mündet darin, dass die beiden in das Hauptquartier von YouPorn eindringen und die Server mit Baseballschlägern bearbeiten, da das Video bereits in die Analen der Welt den Weg ins Internet gefunden hat.

Ich muss gestehen, dass mich die Prämisse des Films überzeugt. Die Cloud als unsichtbarer Hort von privaten Multimediainhalten als neuer Gefahren- und Angriffspunkt wird nicht nur in der Realität kontrovers diskutiert, sondern bietet auch in der filmischen Diegese einen spannenden und ein filmisch interessanten Ansatzpunkt. Leider hat Sex Tape einige inhaltliche Ungereimtheiten, die der guten Prämisse den Boden unter den Füßen wegschlagen. Zum einen der Ausgangspunkt, dass Annie und Jay circa 15 Leuten (unter anderem dem Postboten) ein iPad geschenkt und mit ihrem Profil versehen haben. Klar, anders hätte die Geschichte mit der synchronisierten Cloud nicht funktioniert, jedoch ist dieser Punkt unwahrscheinlich, unsinnig und klingt wie eine schlechte Ausrede. Man hätte es eleganter über zum Beispiel eine gemeinsame Dropbox lösen können, das hätte einen realistischeren und weniger an den Haaren herbeigezogenen Touch gegeben. Natürlich ist der Film Klamauk und auch als solcher angesetzt, trotzdem führen solche Ungereimtheiten dazu, dass man als Zuschauer sich schwer auf die Geschichte einlassen kann. Segel und Diaz sind ein sehr seltsames Paar, dem man die jahrelange Liebe nicht so recht abkaufen möchte. Vielleicht liegt das daran, dass Jason Segel seine Marshall-Rolle nicht verlieren kann und man sich jede Sekunde fragt, wann Lily endlich vorbeikommt.

Bis auf ein paar witzige Szenen ist der Film ziemlich lahm und leider nicht ganz so spaßig, wie der Trailer suggeriert. Besonders im Vergleich zu Filmen wie „22 Jump Street“, die auf einen ähnlichen Humor abzielen, merkt man, dass Sex Tape zäh und langatmig ist und das dünne Drehbuch mit zu wenig Inhalt gefüllt wurde. Sex Tape verpasst es, eine interessante Prämisse witzig und sehenswert zu gestalten. Anstatt einen Gag nach dem nächsten zu liefern, verliert sich der Film in langatmigen Szenen und einem ungleichen Schauspieler-Paar.

Wertung:

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The Room: Der schlechteste/ beste Film der Welt

5. September 2014
Quelle: Popdose.com
Quelle: Popdose.com

Quelle: Popdose.com

The Room ist wahrscheinlich der schlechteste Film der Welt, so schlecht, dass er schon wieder toll ist. Wenn du ihn noch nicht gesehen hast, dann hör sofort auf zu lesen und schau ihn dir an! Der Film ist so schlecht, dass er bereits seit einigen Jahren zum absoluten Kultfilm deklariert ist und ähnlich wie der Film „The Rocky Horror Picture Show“ ganze Happenings auslöst. Er ist quasi so schlecht, dass er schon wieder gut ist. Verrückt, aber wahr.

Worum es in The Room so wirklich geht, weiß wahrscheinlich keiner so genau, nicht mal Tommy Wiseau, seines Zeichens Drehbuchautor, Regisseur, Produzent, männlicher Hauptdarsteller und am größten abgebildet auf dem links angezeigten Poster. Tommy Wiseau spielt Tommy, einen Banker, dessen Freundin Lisa (Juliette Danielle) eine heimliche Affäre mit Tommys bestem Kumpel Mark (Greg Sestero) hat. Jedoch gibt es neben der Rahmenhandlung viele verschiedene, total absurde und unglaublich unsinnige Nebenhandlungen mit Personen und Geschehnissen, die später gar nicht mehr auftauchen oder eine sonstige Relevanz für die Geschichte haben. So hat Lisas Mutter Brustkrebs und Tommys Nachbarsjunge und Ziehsohn Denny Probleme mit einem Drogenhändler, der dann von Mark und Tommy auf einem Hausdach gestellt und der Polizei übergeben wird. Beide Szenen stehen vollkommen für sich alleine und sind ohne Konsequenzen für den eigentlichen Handlungsverlauf. Genauso verhält es sich mit dem Rest der Szenen.

Die abstruse Geschichte wird eigentlich nur noch von den miesen Schauspielern und vor allem von dem schrecklichen Drehbuch getoppt. Die Dialoge sind ein Graus, ständig sprechen die Charaktere sich mit Vornamen an („Oh Hi Tommy“ oder „Good to see you, Michelle), da man sonst wahrscheinlich vollkommen den Faden verlieren würde. Alles ist hölzern und man möchte sich bei den schrecklichen Dialogen am liebsten die Ohren zuhalten.

All das ist der Grund, weshalb The Room zu einem Kultfilm wurde. Als ich noch in London wohnte, sind mein Freund und ich mal zu einer speziellen Vorstellung gegangen, bei der jeder den Text mitgrölte, laut lachte und zu bestimmten Szenen bestimmte Sachen tat/sagte. Tommy und Lisa haben zum Beispiel ein gerahmtes Bild von einem Löffel in der Wohnung stehen, das die Hälfte der Zeit zu sehen ist. Jedes Mal, wenn es im Bild ist, wirft man also eine Hand voll Plastiklöffel auf die Leinwand. Und Tommys dramatischer Ausruf „You are tearing me apart, Lisa“ wird natürlich herzzerreißend mitgerufen.

Solche Vorstellungen sind wirklich super witzig und jedem zu empfehlen. Und, wenn das hier jemand liest, der den Film wirklich noch nie gesehen hat: Sofort alles fallen und liegen lassen und anschauen! Ihr werdet es bereuen 😉