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Travel Impressions 2015: Asien-Haul

5. November 2015
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Wir kommen zum vierten und letzten Artikel meiner Travel Impressions. Heute möchte ich euch zeigen, was ich in Asien gekauft habe 🙂 Es ist, was einige ĂŒberraschen wird, vor allem Snacks und Maskottchen-Artikel. Klamotten und so sind schon so globalisiert, dass man sie fast ĂŒberall kaufen kann (auch hier). Und mal ganz ehrlich…die Schuhe dort sind zwar abgefahren, aber mit der asiatischen DurchschnittsgrĂ¶ĂŸe von 37 kann ich nicht viel anfangen.

Ich liebe japanische SĂŒĂŸigkeiten und habe einige auch mit nach Deutschland gebracht:

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Hier ein Bild von Allem auf einmal. Davon sind einige Pockys (oder wie man sie hier nennt: Mikado-StÀbchen):

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GeschmÀcker sind (von oben nach unten, von links nach rechts): Cookies and Cream, Schokolade, Matcha, Karamell-Latte und Honig.

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Dann mussten natĂŒrlich noch Matcha-Kitkats mit nach Deutschland sowie noch andere Leckereien. Die Trauben-SĂŒĂŸigkeiten unten links sind soooooo lecker omg! Ich hab drei PĂ€ckchen mitgebracht und nur eines hat so lange durchgehalten, dass ich es fotografieren konnte.

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NatĂŒrlich darf auch Popin‘ Cookin‘ nicht fehlen! Ich werde natĂŒrlich alle ausprobieren und hier im Blog davon berichten!

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Rilakkuma – Merchandise! ich liebe Rilakkuma und habe krĂ€ftig zugelangt. Wow ich kann mich noch erinnern, wie ich 2009 meinen ersten Rilakkuma-Artikel in Tokyo gekauft habe… wie die Zeit vergeht! Bin immer noch ein großer Fan.

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Meine neuste Maskottchen-Leidenschaft: Gudetama! Das genervte Ei. Es ist einfach witzig und genial und eklig und alles gleichzeitig. Me Gusta!

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Washi-Tape durfte natĂŒrlich auch nicht fehlen 🙂

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Tuchmasken mit Print. Saugeile Idee!! Fotos kommen spĂ€ter, ich versprech’s.

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Matcha-Listerine

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Meine Ausbeute aus den Universal Studios: Halloween-Katzenohren, Butterbier-Bonbons, einen Handy-AnhĂ€nger mit Hogwarts-Wappen und KĂŒrbissaft. Die meisten Harry Potter-Sachen, die man dort kaufen konnte, hatte ich entweder schon (#firstworldproblems) oder waren zu kindisch. Der Pumpkin Juice ist sehr lecker. Ich hab noch eine geschlossene Flasche und werde versuchen mit dieser das Rezept zu rekreieren.

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Und last but not least: Alles andere. Lustige Karten, einen Banao-SchlĂŒsselanhĂ€nger, Fuji Instax Fotos, einen Sailor Moon-AnhĂ€nger und Otegami Memo.

Soooo, das war’s von meinem Asien-Haul und meinen Travel Impressions 2015. Die Reise hat mir wirklich sehr gefallen! Ich freue mich auf’s nĂ€chste Abenteuer.

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Travel Impressions 2015: Okinawa

29. Oktober 2015
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Willkommen zurĂŒck zum dritten Teil meiner Travel Impressions. Dieses Mal möchte ich euch zeigen, was ich auf Okinawa – genau gesagt in Naha – erlebt habe.

Obwohl wir Ende September da waren, war das Wetter einfach bombastisch gut. 28-30°C im Schatten und ab und zu ein bisschen Wind. Unser Hotel war direkt an der Monorail Station Kencho Mae und damit auch nur drei Minuten entfernt von der Hauptstraße namens Kokusai Dori (international street). Dort kann man schlendern, in den TouristenlĂ€den kramen und in Bars und Restaurants gehen.

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Diese mystischen Steinstatuen findet man oft auf Okinawa. Laut ReisefĂŒhrer sind es Schutzsymbole.

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Kokusai Dori ist spaßig und wahrscheinlich DIE Straße in Naha.

Wir haben die meiste Zeit am Strand verbracht. Dazu haben wir uns mit Hand und Fuß durch das japanische Bussystem gekĂ€mpft und uns mit seeehr mĂŒrrischen Busfahrern auseinander gesetzt. Witziger Weise scheint man auf Okinawa nicht sehr auf nicht-japanische Touristen vorbereitet zu sein. Der Herr am Empfang unseres Hotels sprach kein Wort Englisch. Busfahrer, Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes und die Leute im Public Transport Centre erst recht nicht. Es war ein Abenteuer! Die Natur ist wirklich großartig auf Okinawa. Besonders gut hat es mir in „America Town“ gefallen.

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Ein kleines StĂ€dtchen an der WestkĂŒste, circa 45 Minuten Busfahrt von uns entfernt. Dort gibt es nicht nur einen absolut traumhaften Strand, sondern auch gutes Essen, viel Entertainment und, was mich am meisten ĂŒberrascht hat, es war bei Weitem nicht so touristisch wie Kokusai Dori.

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Wir haben leckere Tacos gegessen. Da schon seit dem zweiten Weltkrieg die Amerikaner auf Okinawa stationiert sind, gibt es ein sehr spannendes Hybrid-Essen, welches die japanische und die amerikanische KĂŒche verbindet, und etwas schmackhaftes Neues aus beiden macht. Dazu gehört auch Taco Rice. Das kann man jedoch auch in Berlin bestellen, deshalb haben wir uns einmal zum Abendessen Jamaican Taco Rice bestellt:

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yummy mit scharfem HĂŒhnchen.

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Die StrĂ€nde sind, wie gesagt, wundervoll und das Wasser sehr warm. Da die Asiaten (Ja, ich bin hier bewusst verallgemeinernd) selten an den Strand gehen, da sie nichts mehr fĂŒrchten, als braun zu werden, sind die StrĂ€nde sehr leer. Traumhaft.

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Wie ihr seht, ist das Wasser mit einer Umrandung abgesteckt. Das liegt an den sehr gefÀhrlichen Quallen, die man um Okinawa leider sehr oft findet. Es wurden also Netze gespannt, um die tödlichen Biester fernzuhalten.

Der Strand in America Town wird ĂŒbrigens Sunset Beach genannt….

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Hach, wie gern wĂŒrde ich fĂŒr immer dort schwimmen!

Da es in Naha City weder ein Game Centre, noch Purikura-Maschinen gab, war ich umso glĂŒcklicher, beides in America Town zu finden.

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Leckere Ramen dĂŒrfen natĂŒrlich auch nicht fehlen:

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An einem Tag sind wir zum Mibaru Beach gefahren.

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Das ist wirklich das, was man als „unberĂŒhrt“ bezeichnet. Fast NIEMAND war da, total spukig aber auch schön.

In Naha City haben wir eine Art Markthalle fĂŒr Fisch und MeeresfrĂŒchte entdeckt, die uns die Feder aus der MĂŒtze hat springen lassen. Dort gab es wirklich ALLES:

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(Das letzte Bild zeigt gehĂ€utete Kugelfische….).

Man konnte alles, was man dort sah, essen. Man bestellt und kauft es in der Markthalle unten und oben gibt es dann Restaurants, die es fĂŒr 500 (~3,70€) Yen pro Person zubereiten.

Wir hatten:

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Sashimi sowie das Fleisch einer Riesenmuschel einmal als Sashimi und dann gebraten:

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Highlight war die Languste:

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So etwas hab ich noch nie gesehen geschweige denn gegessen! In Deutschland kennt man ja nur Hummer oder ganz kleine Schalentiere. Das Essen war super lecker und sehr frisch!

Danach ging es noch fĂŒr ein paar Tage zurĂŒck nach Taiwan und dann am 4.10 zurĂŒck nach Berlin. Okinawa hat mir wirklich am besten gefallen. Es ist dort sehr entspannend, das Klima toll, die Landschaft großartig und die StrĂ€nde zum Niederknien. Ich kann es wirklich jedem an’s Herz legen, Okinawa einmal zu besuchen.

Mein nÀchster und letzter Reise-Artikel wird mein Haul sein. Stay tuned!

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Travel Impressions 2015: Osaka

22. Oktober 2015
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Willkommen zurĂŒck zu dem zweiten Teil meines Reiseberichts. Diesmal möchte ich meine Erfahrungen mit der japanischen Stadt Osaka mit euch teilen. Über meine Zeit in Taipei könnt ihr hier mehr erfahren.

In Osaka waren wir nur 3 Tage, aber wir hatten ein vollgepacktes Programm und haben viel erlebt. Los ging es von Taipei aus um 3 Uhr frĂŒh, Ă€hnlich kaputt waren wir also, als wir in Osaka ankamen. Übernachtet haben wir in einer Pension, die direkt in Namba war. Der Preis war gĂŒnstig fĂŒr die Lage, die Pension jedoch sehr schraddelig und schmutzig. Naja, zum Übernachten reichte es. Am ersten Tag haben wir die Stadt unsicher gemacht.

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ich war bereits zweimal in Tokyo, deshalb fand ich es sehr spannend, eine andere japanische Stadt kennen zu lernen. Osaka ist meiner Meinung nach cooler und lockerer als Tokyo. Die Gegend um Namba Station und Shinsaibashi ist eine Wucht!

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coole GeschĂ€fte und ulkige Dinge an den HauswĂ€nden. NatĂŒrlich konnten wir auch vor Osakas Wahrzeichen nicht vorbei, ohne ein typisches Touri-Foto zu machen.

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Auch sonst ist es nachts ziemlich bunt in der City.

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Berauscht von den Lichtern der Stadt sind wir zu Doki (Don Quijote) gegangen, einer der verrĂŒcktesten und coolsten LĂ€den in Japan. Dort kann man vom Lippenstift bis zur elektronischen Toilette alles kaufen. Besonders cool sind die verrĂŒckten Snacks, lustigen KostĂŒme und so weiter. Auch riesig war die Abteilung mit „Schönheitsverbesserungen“

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Den Japaner*innen werden anscheinend ganz viele Komplexe eingeredet und fĂŒr alles gibt es Kompressen oder Masken. Du willst einen schmaleren Kopf? Na dann schnall dir diese sehr gruselig aussehende Maske um. Klappt bestimmt….. nicht.

Abend sind wir noch lecker Sushi essen gegangen und dann mĂŒde ins Bett gefallen.

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Der nÀchste Tag war noch bombastischer, denn wir sind in die Universal Studios gegangen. YEAH!!!

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Das Wetter war wirklich gut und es gibt in den Universal Studios sehr viel zu sehen.

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Viele Rides hatten sehr lange Anstehzeiten, deswegen haben wir uns nur die besten rausgesucht und haben den Rest des GelĂ€ndes erkundet. Trotz der 30°C war schon alles fĂŒr Halloween dekoriert.

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Zwar gibt es die Universal Studios in vielen LĂ€ndern, jedoch haben nur das in Osaka und das in Florida eine extra Harry Potter-Welt!

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Dort befinden sich die Winkelgasse und Hogsmeade sowie Hogwarts. Das Schloss ist nicht nur ein Modell, sondern man kann auch reingehen. Es ist Teil eines Harry Potter-Rides und ABSOLUT zu empfehlen. Auch die Harry Potter-Achterbahn war klasse. In Hogsmeade kann man im „Drei Besen“ speisen und sich im Honigtopf und Zonko’s mit leckeren SĂŒĂŸigkeiten und lustige Mitbringseln eindecken.

Wir haben außerdem mit Hello Kitty Fotos gemacht und die coolen KostĂŒme der anderen Besucher bestaunt. Ich musste mir natĂŒrlich auch eine kleine Verkleidung zulegen:

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Halloween-Katzenohren 🙂

Abend gab’s dann noch eine Halloween-Überraschung.

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Um 18 Uhr gab es einen Knall, Sirenen waren zu hören und Zombies rannten durch die Mengen. Alle haben geschrien und sind umher gerannt – absolut großartig! Ein Teil des Parks war dann die abgesperrte Zombie-Zone und ĂŒberall hörte man Special-Effects-GerĂ€usche wie Hubschrauber oder auch Schießereien. Sau genial! ich hab die Universal Studios sehr empfehlen.

Der dritte und letzte Tag wurde zum Sightseeing benutzt. Wir kauften uns einen Travelpass und erkundeten die coolsten SehenswĂŒrdigkeiten. Darunter natĂŒrlich Osaka Castle:

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sowie verschiedene Tempel. Abend waren wir noch im Onsen. Der war nach Geschlechtern getrennt und hat mir gut gefallen. Ich finde es gut, dass sich die Japaner diese unverklemmte Art behalten haben und auch Freundinnen gemeinsam ins Badehaus gehen. Dort ist man nĂ€mlich ĂŒberall nackt. Anders als in europĂ€ischen Spas trĂ€gt man in den heißen BĂ€dern keine Badekleidung, auch nicht in der Sauna (letzteres ist unhygienisch meiner Meinung nach, aber egal).

Wir haben außer dem leckeren Sushi auch köstliche Ramen und andere japanische Leckerbissen verputzt (frittierte Auster mit Mayo, yummmmmy). Ein Highlight war auf jeden Fall der schwarze Burger von Burger King:

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In Osaka haben wir viel Purikura gemacht und Game Center erkundet. Auch lustig war, dass in Osaka viele mit uns plaudern wollten. Wo die Leute in Taipei uns eher ungefragt angefasst und fotografiert haben (…), haben vor allem Ă€ltere Japaner uns in Osaka angesprochen. Sehr freundlich! Osaka hat mir gut gefallen und ich kann die Stadt wirklich jedem empfehlen.

NĂ€chste Woche kommt dann mein Bericht ĂŒber unsere Reise nach Okinawa! Bleibt gespannt 🙂 Einen Haul wird es natĂŒrlich auch geben.

 

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September 2015 Favourites

2. Oktober 2015
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Hallo aus Taiwan! Ich kann kaum glauben, wie schnell die zweite HĂ€lfte des Septembers vorbeigerauscht ist. Highlight des Monats ist auf jeden Fall mein Urlaub. Genauer werde ich berichten, wenn ich wieder in Berlin bin, aber hier ein paar EindrĂŒcke und Favoriten:

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Taipei ist einfach gigantisch und laut und bunt. Das Taipei 101 ist riesig und von dort oben hat man einen tollen Ausblick. Beliebt in Taiwan sind NachtmĂ€rkte, auf denen kann man so gut wie alles finden. Osaka ist toll und noch bunter als Taipei, einfach irre! Okinawa ist dagegen eine Oase der Entspannung und mein Absolutes Highlight der Reise. Das Wasser ist warm, sauber und einfach ein Traum. Wer auf Sashimi steht, kommt in Okinawa auf seine Kosten. In Osaka haben wir die Universal Studios und die Harry Potter Welt besucht – Ein lang gehegter Traum von mir und total zu empfehlen.

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Buchkritik: Roppongi Ripper

18. Juni 2015
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Letztes Jahr berichtete ich von Andreas Neuenkirchens DebĂŒtroman „Yoyogi Park“. Nun ist Inspector Yuka Sato mit einem neuen Fall zurĂŒck, der sie und ihr Team krĂ€ftig in Schach hĂ€lt. Ein Unbekannter begeht eine Reihe von Morden an Hostessen im tokioter Stadtteil Roppongi und wird daher Roppongi Ripper genannt. Die blutige Spur des Rippers fĂŒhrt Yuka Sato und ihren Kollegen Inspector Shun Nakashima ganz tief in die Unterwelt der kĂ€uflichen Liebe. Trotzdem scheint da mehr dahinter zu stecken. Warum fĂŒhrt eine Spur nach Saitama, was hat Shun Nakashima damit zu tun und warum ist Satos Freundin Sam nun auch im Visier des Mörders? All das und noch viel mehr ist Inhalt des spannenden Romans von Neuenkirchen.

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Anders als das erste Buch wirkt „Roppongi Ripper“ viel mehr wie die Einleitung in eine viel grĂ¶ĂŸere und ausufernde Geschichte. Einige Personen und einige Situationen werden zwar aufgegriffen, jedoch nicht vollkommen aufgelöst, sodass ein kleines Mysterium zurĂŒckbleibt. Die Charaktere sind genauso lustig und dynamisch wie im ersten Buch und es macht Spaß, ĂŒber Yuka Satos Leben und ihre Arbeit zu erfahren, da sie ein absolut sympathischer Charakter ist. Kleine Witze, coole SprĂŒche und eine ganze Menge Japan sind das, was Roppongi Ripper zu einem tollen Roman machen. Einzig das Ende fand ich etwas unspektakulĂ€r, besonders im Vergleich zum ersten Teil. Nichtsdestotrotz ist „Roppongi Ripper“ zu empfehlen. Jeder, der sich fĂŒr Japan begeistern kann und gerne Krimis liest, sollte sich dieses Buch zulegen!

Danke noch einmal an den Conbook Verlag fĂŒr die Möglichkeit, den Roman zu lesen und Herrn Neuenkirchen ein paar Fragen zu stellen:

Woher stammt Ihre Inspiration beim Schreiben? Wissen Sie schon von Anfang an, wie die Geschichte ausgehen wird, oder kommt das beim Prozess des Schreibens?

Die meisten Schriftsteller hassen ja die Frage nach der Inspiration, was meiner Meinung nicht die Schuld der Frage ist, sondern mit dem Schuldbewusstsein der Befragten zu tun hat. Ich glaube, es gibt fĂŒr jede Geschichte wirklich einen ganz konkreten, greifbaren und erzĂ€hlbaren Moment, der sie inspiriert hat. Leider vergisst man den aber, je lĂ€nger man an der Geschichte arbeitet, und deshalb reagiert man defensiv bis aggressiv, wenn man danach gefragt wird. Ich weiß noch, dass ein Zeitungsartikel ĂŒber Internet-Foren, die vermeintlich zur UnterstĂŒtzung obdachloser Jugendlicher eingerichtet waren, tatsĂ€chlich jedoch zur Rekrutierung von Prostituierten genutzt wurden, eine Inspirationsquelle fĂŒr ‚Yoyogi Park‘ war. Aber hat dieser Artikel den Aha-Moment fĂŒr den ganzen Roman ausgelöst? Das weiß ich wirklich nicht mehr. Obwohl ich weiß, dass es so einem Moment gab: der Anfang und das Ende waren plötzlich da. Bei ‚Roppongi Ripper‘ weiß ich nur noch, dass ich kurz vor dem Aha-Moment viel ĂŒber Rache nachgedacht hatte. Nicht aus finsteren persönlichen Motiven, sondern weil das gerade so ein Modethema war, vor allem in Film und Fernsehen von Hollywood bis Korea, aber auch in Comics und anderer Literatur. Mich hatte gewundert, dass das von der Öffentlichkeit einfach so hingenommen wurde, nicht kontroverser diskutiert als ‚Die SchlĂŒmpfe 2‘, vielleicht sogar weniger. Bei Ă€hnlichen Wellen in den 70ern und 80ern waren PĂ€dagogen und andere BedenkentrĂ€ger ganz aus dem HĂ€uschen, bisweilen wurde vor Kinos demonstriert. Möglicherweise waren da einige Reaktionen ein wenig ĂŒberzogen, aber das völlige Ausbleiben jeder Art von Debatte zu den letzten Rache-Thriller-Wellen fand ich sehr befremdlich. Jedenfalls war plötzlich ein Racheplot fĂŒr ‚Roppongi Ripper‘ da. Hoffentlich einer, der moralisch und psychologisch etwas differenzierter ausfĂ€llt als der ĂŒbliche moderne Racheplot.

Generell ist es so: wenn bei einer Idee nicht automatisch das Ende gleich dabei ist, dann kommt auch spĂ€ter keines mehr, da kann ich mich noch so verbiegen. Anfang und Ende sind leicht. Was dazwischen liegt, ist Arbeit. Bei dieser Arbeit kann sich allerdings durchaus noch mal alles Ă€ndern, auch das Ende und der Anfang, die ich eigentlich fĂŒr in Stein gemeißelt hielt. Irgendein Ziel muss ich aber erst mal vor Augen haben.

Wie wichtig ist es fĂŒr Sie, wĂ€hrend des Schreibprozesses in Tokio zu sein? Besuchen Sie die vorkommenden Orte oder beschreiben Sie sie aus Ihrem GedĂ€chtnis?

Notfalls wĂŒrde ich die Sato-Romane auch komplett in MĂŒnchen schreiben, idealerweise bin ich aber zumindest fĂŒr einen Teil des Schreibprozesses vor Ort in Tokio. Zum GlĂŒck ließ sich das bisher auch immer bewerkstelligen. Ich versuche, jeden der vorkommenden Orte noch mal zu besuchen, bevor ich darĂŒber schreibe, oder um das Geschriebene noch mal zu ĂŒberprĂŒfen. Das ist allerdings schon zeitlich nicht immer möglich. Deshalb bestehe ich darauf, dass mir beim Beschreiben die seelische Wahrheit eines Ortes wichtiger ist als die geografische. Man muss außerdem vorsichtig mit allzu aktuellen Beobachtungen sein. Die Romane spielen schließlich im Jahr 2011, und Tokio verĂ€ndert sich recht schnell.

Ein großer Vorteil der Recherche vor Ort ist es, dass man dabei fast zwangslĂ€ufig Dinge findet, nach denen man gar nicht gesucht hat. Zum Beispiel bin ich bei meiner Recherche in Roppongi nur ins Chinese CafĂ© 8 gegangen, weil ich Hunger hatte. Das Lokal kannte ich vom Hörensagen, als Handlungsort fĂŒr ‚Roppongi Ripper‘ war es nicht vorgesehen. Als ich dann aber drinnen war und die sehr eigenwillige Inneneinrichtung gesehen hatte, war mir sofort klar, dass das genau die Art von Ort ist, an die es Yukas Freundin Sam öfter mal verschlĂ€gt. Also habe ich es eingebaut. Ich habe noch im Restaurant handschriftlich angefangen, das entsprechende Kapitel zu skizzieren.

Yuka Sato ist eine sehr sympathische und spannende Person, wird es noch weitere FĂ€lle mit ihr geben?

Meinerseits sind vier BĂ€nde geplant, fĂŒr jede Jahreszeit einer. Den dritten schreibe ich gerade, er ist fĂŒr den Herbst 2016 vorgesehen. Der vierte Roman wird dramatische Konsequenzen fĂŒr Yuka Sato haben. Ob es danach ĂŒberhaupt weitergehen kann, kann ich noch nicht verraten, fĂŒrchte ich.

Food & Restaurants

Popin‘ Cookin‘ Panda Mochi mit sĂŒĂŸer Sojasauce

17. November 2014
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Letztens haben mein Freund und ich uns an das aus London mitgebrachte Popin‘ Cookin‘ herangetraut. Diesmal versprach uns die Verpackung, aus verschiedenen Pulvern und Wasser Mochi in Panda-Form mit sĂŒĂŸer Sojasauce herzustellen. Einige japanische Restaurants in Berlin haben dieses Gericht auf ihrer Dessert-Karte, also waren wir sicher, dass dieses Popin‘ Cookin‘ die anderen beiden geschmacklich ĂŒbertreffen wird.

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Die Verpackung beinhaltete drei kleine PĂ€ckchen mit Pulver, einen kleinen Löffel, einen Spieß aus Plastik und, leider nicht im Bild, eine Schale aus Plastik zum AnrĂŒhren der Köstlichkeiten. Dieses Popin‘ Cookin‘ war auf jeden Fall einfacher als die anderen, was auch schon anhand der wenigen „Zutaten“ zu sehen ist.

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Zuerst PĂ€ckchen 1 mit der angegebenen Menge Wasser vermischen und staunen! Die Mixtur bringt wirklich etwas hervor, was wie Reis aussieht, sich anfĂŒhlt, riecht und schmeckt. Unglaublich!

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Rollt man den eben erstellten Reis eine Weile zwischen den HandflÀchen, kommt wirklich Mochi dabei heraus. Ich wette, dass man mit der gleichen Basis auch kleine Onigiri formen könnte. Wie niedlich das wÀre!

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PĂ€ckchen 2 wird genau wie PĂ€ckchen 1 angemischt und ergibt schwarz gefĂ€rbten Reis fĂŒr die Ohren, Gliedmaßen und das Gesicht des Pandas. Danach muss man nur noch mit kĂŒnstlerischem Geschick die beiden ReisbĂ€lle so anordnen, dass ein Panda daraus wird und dann das ganze auf den Spieß stecken. Fertig! PĂ€ckchen 3 wird im Anschluss mit Wasser zu der sĂŒĂŸen Sojasauce.

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Ist er nicht sĂŒĂŸ, der kleine? Geschmacklich nicht von „echtem“ Mochi zu unterscheiden.

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Im Gegensatz zu den anderen Popin‘ Cookin‘ „Gerichten“, die mein Freund und ich bereits ausprobiert haben, ist dieses wirklich zu empfehlen. Es ist leicht zu machen, sogar Kinder hĂ€tten ihren Spaß und es schmeckt gut.

Allgemein

Buchempfehlung: Yoyogi Park

6. Juli 2014

ippVor ungefĂ€hr 10 Jahren habe ich mit großer Leidenschaft die Japan-Krimis von Sujata Massey gelesen. Danach folgten einige Jahre, in denen ich vermehrt Kriminalromane aus Schweden gelesen habe, besonders die von Hakan Nesser. Jetzt fiel mir „Yoyogi Park“ von Andreas Neuenkirchen in die HĂ€nde und hat meine Liebe zu Japan-Krimis neue entfacht. Das Buch folgt Yuka Sato und ihrem Team bei der Polizeiarbeit und der AufklĂ€rung eines rĂ€tselhaften MĂ€dchenmords. Beim Lesen des Romans merkt man, dass der Autor tiefgrĂŒndige Kenntnisse von Tokyo und der japanischen Kultur hat. So inspizieren Yuka und ihr Kollege Shun Nakashima ein Maid CafĂ©, VerdĂ€chtige schwĂ€rmen fĂŒr japanische Idols, Yukas australische Freundin arbeitet in einem Hostess-Club in Roppongi und das Mordopfer trĂ€gt ein Kleid der japanischen Gothic Lolita-Marke Juliette Et Justine (FĂŒr alle, die sich nicht damit auskennen: Hier. FĂŒr alle, die mich nicht kennen: Ich habe acht Jahre lang Cosplay gemacht und Gothic Lolita Mode getragen). Ich fand das sehr positiv und authentisch. Alle, die schon einmal Tokyo besucht haben, erkennen beim Lesen Dinge, die sie selbst erlebt haben.

Das Buch macht unglaublich viel Spaß zu lesen, besonders weil die Geschichte spannend und die Hauptperson sympathisch ist. Durch verschiedene falsche FĂ€hrten und unvorhersehbare Wendungen wird die Geschichte nie langweilig. Im Gegenteil, man fĂ€ngt an mitzuraten. Ich habe die 340 Seiten in Windeseile durchgelesen und hoffe, dass Herr Neuenkirchen noch weitere Romane ĂŒber Yuka Sato und die tokyoter Polizei schreibt. Ich kann das Buch wirklich jedem ans Herz legen, der sich fĂŒr Japan interessiert, gerne Krimis liest und neben dem fernöstlichen Setting auch in die Besonderheiten der japanischen Kultur eintauchen möchte.

Beauty & Mode

Uniqlo jetzt auch in Berlin!

13. April 2014

CIMG2825Am Freitag den 11.04.2014 eröffnete Uniqlo in Berlin im ehemaligen GebĂ€ude von Nike Town seine Pforten. Das Eckhaus hat jedoch nicht nur einen neuen Inhaber, sondern auch gleich einen neuen Look bekommen. Große Glasfronten, weiß gestrichen mit der Signaturfarbe Rot als Ausschrift. Auf 2700qm bietet das japanische Klamottenlabel jetzt auch in der Hauptstadt seine Ware an. Da ich in London und Tokyo schon Uniqlo-LĂ€den besucht habe, wusste ich schon, was mich ungefĂ€hr erwartet: das Hauptmerkmal von Uniqlo (ĂŒbrigens kurz fĂŒr „unique clothing“) ist nĂ€mlich, dass die Kleidung ohne Muster oder Aufdruck daherkommt. Alle Blousen, Hemden, Hosen und Jacken sind zwar in allen Farben des Regenbogens erhĂ€ltlich, jedoch kommen diese zum grĂ¶ĂŸten Teil ohne weiteres Branding aus. Die verkauften Klamotten folgen keinen Trends, sondern sind klassische Basics, die fĂŒr jede Altersklasse ansprechend sind.

CIMG2823Wenn man den Laden an der Tauentzienstraße nun betritt ist man erst einmal ĂŒberwĂ€ltigt von der GrĂ¶ĂŸe und Masse an Kleidung. Auch fĂ€llt auf, dass dort zum grĂ¶ĂŸten Teil junge Leute arbeiten, viele davon anscheinend aus dem europĂ€ischen Ausland. Ich wurde zum Beispiel nur auf englisch angesprochen. Ob das daran liegt, dass ich wie ein Touri aussehe, oder sie sich denken „hey die ist jung, die kann sicher Englisch!“ weiß ich nicht. Auch sind alle dort unglaublich freundlich. Gleich beim Betreten sagen einem vier Leute „Hallo“ und sagen einem, wie froh sie sind, dass man da ist. Auch im GeschĂ€ft selbst wird man die ganze Zeit von grinsenden Mitarbeitern gefragt, on man Hilfe braucht oder gar einen Korb zum ablegen der ausgesuchten Ware.

CIMG2826Der Insanity-Wolf in mir hat mich schließlich dazu gebracht, eine Blouse in dem vollkommen ĂŒberfĂŒllten Laden anzuprobieren. Jedoch gibt es viele Umkleiden, daher ging es recht zĂŒgig (keine PrimarkverhĂ€ltnisse!) Auch in der Anprobe war guter Service. Alle wuseln dort herum und bieten einem an, Kleidung in einer anderen GrĂ¶ĂŸe fĂŒr einen zu holen, wenn denn was nicht passen sollte. Mir hat die blaue Blouse mit schwarzem Kragen und Manschetten dann auch angezogen gut gefallen und der Preis stimmte auch. Man könnte Uniqlo in Deutschland mit dem Preisniveau von h&m vergleichen. Eine Jeans kostet 39,90€, eine Blouse 29.90€ (kurzĂ€rmlige 10€ weniger) und so weiter. Der hartumkĂ€mpfte deutsche Markt hat jetzt also einen weiteren Global Player dazugewonnen. Die spanischen und schwedischen ModehĂ€user mĂŒssen jetzt krĂ€ftig nachlegen.

20140411_171238Das gruseligste an Uniqlo ist jedoch, dass man total merkt, dass die Mitarbeiter alle eine japanische Schulung bekommen haben. Alle verhalten sich total japanisch. Die Frau an der Kasse gab mir zum Beispiel meine EC-Karte mit beiden HĂ€nden und einer kleinen Verbeugung wieder und bedankte sich drei Mal bei mir fĂŒr meinen Einkauf. Scary Shit fĂŒr Berliner haha. Man merkt, dass Service dort sehr wichtig ist.

Da ich am ersten Wochenende der Eröffnung da war, habe ich ĂŒbrigens diese Tasche kostenlos zu meinem Einkauf dazu bekommen. Yay 🙂 Ich will unbedingt wieder hingehen, es gibt nĂ€mlich eine Limited Edition T-Shirt-Kollektion mit MoMa-Motiven sowie kurze Chinohosen, die auf dem Mannequin ganz niedlich aussahen.

Film

Dokumentationen

21. MĂ€rz 2014

Ich schau zurzeit sehr gerne Dokumentationen. Eigentlich habe ich das schon immer gerne getan, nur wechselt mein Fokus immer mal wieder von fiktional zu nicht-fiktional, von Spielfilm zu der Aufzeichnung von real Erlebten – mal so, mal so. Im Moment sind es also wieder Dokus, die mich faszinieren und an den Bildschirm fesseln.

Auch wenn ich die Artikel des Vice Magazins eher mittelmĂ€ĂŸig und in hohem Grade populistisch und subjektiv finde, sind einige der vielen Vice Reportagen wirklich sehenswert. Momentan berichtet Reporter Simon Ostrovsky fĂŒr Vice jeden Tag aus der Krim. Jeden Tag wird ein Video hochgeladen, welches den Alltag und die Spannungen auf der ehemals ukrainischen Insel zeigt. Verschiedene Interessengruppen kommen zu Wort, die VerĂ€nderungen werden so aufgezeichnet wie sie passieren und im Gegensatz zu Mainstream-Medien werden nicht nur Politiker gezeigt, sondern Menschen des Volks. Und wenn Simon nicht beschimpft und weggejagt wird, weil er unbequeme Fragen stellt und als amerikanischer Provokateur bezeichnet wird, ist er mit Helm und Schutzweste bekleidet im GetĂŒmmel der Proteste. Was ich an dieser Reportage schĂ€tze ist (natĂŒrlich nicht 100%ige aber jedoch offenkundige) ObjektivitĂ€t der Reihe. Sowohl russlandkritische, als auch russlandtreue BĂŒrger der Krim werden interviewt und sowohl ukrainische als auch russische Soldaten kommen zu Wort. Es wird mit Ex-Sowjetgeneralen gesprochen, die sich in die „glorreiche Sowjetunion“ zurĂŒcktrĂ€umen und es werden sowohl ukrainische Ultranationalisten befragt sowie Ukrainer, die Opfer dieser rechten SchlĂ€gertruppen wurden.

Dann habe ich letztens mehrere BBC-Dokus ĂŒber Nordkorea gesehen. Eine ist mit meinem Lieblingsquerkopf John Sweeney und deckt sich inhaltlich in großen Teilen mit einer Ă€hnlichen Doku, die Shane Smith fĂŒr Vice gedreht hat. Das heißt, sie haben die exakt gleiche Tour genossen. Schrecklich sind natĂŒrlich Reportagen ĂŒber die Gulags von Nordkorea und die Berichte und gezeichneten Bilder derer, denen es gelang zu fliehen. Schreckliches Zeug, was ich mir nur in Maßen anschauen kann, weil ich sonst jegliche letzte Hoffnung an die Menschheit gĂ€nzlich verliere.

Letzten Sommer habe ich in einer Ă€hnlichen Dokumentationshochphase viele Reportagen von Ross Kemp gesehen, vor allem seine „Ross Kemp on Gangs“ (Zu Deutsch: „die gefĂ€hrlichsten Gangs der Welt“). Das gute an diesen Dokus ist, dass sie auf Youtube kostenlos zum anschauen sind. Besonders krass ist die Folge ĂŒber Gangs in einem GefĂ€ngnis in SĂŒdafrika. Noch heute schĂŒttelt es mich, wenn ich daran denke. Auch interessant und sehenswert sind meiner Meinung nach die Folgen ĂŒber mexikanische und afroamerikanische Gangs im Großraum von Los Angeles (Compton). Die Polizei von Compton zeigt die beschlagnahmten Waffen, die den Gangmitgliedern im Laufe der Jahre abgenommen haben. VerrĂŒcktes Zeug, kann man nicht anders sagen.

Letzten Monat habe ich ein paar Reportagen ĂŒber das Schicksal vieler Frauen und MĂ€dchen in asiatischen und orientalischen LĂ€ndern gesehen. Stichwort KinderbrĂ€ute. In Indien, Nepal, Pakistan, Afghanistan, etc leider immer noch eine weit verbreitete Praxis, die vor allem durch große Armut und wirtschaftliche AbhĂ€ngigkeit der Frauen dieser Regionen geschuldet ist.

Zwar etwas Ă€lter, aber immer noch hochaktuell ist die Dokumentation „The Great Happiness Space“ ĂŒber Host Clubs in Japan. Es geht um Frauen in Japan, die viel Geld in so genannten Host Clubs ausgeben, um Aufmerksamkeit und Komplimente von gutaussehenden MĂ€nnern zu bekommen. Gekaufte Liebe einmal anders. Denn, im Gegensatz zur Prostitution geht es in Host Clubs nur um das Zwischenmenschliche. Das Tragische an der Geschichte: oft sind die Kundinnen einsame Frauen oder gar Prostituierte, die sich fĂŒr ein paar Stunden und teures Geld einen Schein von Liebe und Geborgenheit erkaufen.

Um den Bogen zum Anfang des Beitrags zurĂŒck zu spannen: Ebenfalls sehenswert ist die Vice-Reportage ĂŒber die „Columbian Devil’s Breath“, eine hochgefĂ€hrliche Droge aus Kolumbien, die Menschen von einer Sekunde in die andere in willenlose Zombies verwandelt (ohne Witz!). Banditen pusten das Pulver in die Gesichter ihrer Opfer und rauben diese aus oder auch Schlimmeres. Das Clou daran ist: atmet man diese Droge ein ist man zwar noch wach und bei Bewusstsein, man hat jedoch keine Kontrolle mehr ĂŒber das, was mit einem geschieht. Wie gesagt, ist erschreckend, aber sehenswert.

Das war eine kleine Auswahl meiner Lieblingsdokus. Ich habe schon viele gesehen und bin immer auf der Suche nach interessanten Themen aus LĂ€ndern rund um den Globus.

Food & Restaurants

Popin‘ Cookin‘ Hamburger

18. Dezember 2013

IMG_20131215_215002So, nach einer lustigen Sushi-Herstellung mit Popin‘ Cookin‘ folgt heute der zweite Versuch mit den japanischen do-it-yourself SĂŒĂŸigkeiten. Dieses Mal haben mein Freund und ich uns an „Hamburgern“ versucht.

Wie auch letztes Mal kamen die verschiedenen Pulverchen und Utensilien in einer quietschbunten Verpackung, die einen sogar darauf hinweist, dass diese SĂŒĂŸigkeitenherstellung ab null Jahren ist. Naja mal sehen.

IMG_20131215_215012Unter dem Karton kam dann dieses PĂ€ckchen zum Vorschein, welches man zuerst aufschneiden, beziehungsweise auseinanderschneiden muss.

IMG_20131215_215154IMG_20131215_215226Im Inneren des PĂ€ckchens befindet sich alles, was man fĂŒr eine „Happy Kitchen“ braucht: sechs verschieden große und verschieden farbige PĂ€ckchen mit Pulver, ein Portionstellerförmchen, ein kleiner Becher, ein Eislöffel und etwas, was nach einer Mischung aus Messer und Spatel aussieht. Die Förmchen muss man vor der Benutzung erst einmal auseinander schneiden (dazu gibt’s Linien, denen man folgt).

Danach macht man sich am Besten wieder zurĂŒck an die Verpackung, denn diese ist gleichzeitig auch noch Dekorationsmaterial. So schneidet man an der gestrichelten Linie jeder Hamburgerdeko entlang und kann damit den mitgelieferten Becher verzieren, Zahnstocher in FĂ€hnchen verwandeln und aus dem grĂ¶ĂŸten Vordruck bastelt es sich schnell einen „Potatoe Cup“, also das, in dem Pommes Frites in Fast-Food Restaurants serviert wird.  IMG_20131215_220235Und dann kann es auch schon losgehen.

IMG_20131215_220149 Zu Beginn mischt man den Inhalt des gelben PĂ€ckchens mit zwei Portionen Wasser (aus dem kleinen Eckchen links) in dem Förmchen mit den Rillen am Boden. Das Ergebnis soll einmal Pommes Frites ergeben und ĂŒberraschenderweise riecht das Pulver auch nach Kartoffel. Anders als bei meinem ersten Popin‘ Cookin‘ Versuch ist Popin‘ Cookin‘ Hamburger keine SĂŒĂŸigkeit, sondern dem echten Gericht nachempfunden. ZusammengerĂŒhrt riecht der „Pommes-Teig“ arg nach Fertig-PĂŒree.
Gut festgedrĂŒckt und ebenmĂ€ĂŸig verteilt kommt das Ganze dann fĂŒr 30 Sek in die MicrowelleIMG_20131215_220917 und wird dann tatsĂ€chlich fest. Danach einfach aus dem Förmchen nehmen und an den Rillen entlang den festen Teig schneiden, um…tja…Pommes zu erhalten.

IMG_20131215_221106Der nĂ€chste Schritt besteht darin, den Inhalt des BBQ-Saucen-farbigen PĂ€ckchens mit zwei Portionen Wasser in dem großen Förmchen ohne Rillen (s.o.) anzurĂŒhren. Das Ergebnis sieht dann ein bisschen nach Hackfleisch aus und riecht auch nach Fleisch mit GewĂŒrzen und Curry gemischt. Total krass. Diese Masse wird dann in den mittleren der drei Kreise gedrĂŒckt.

Gleich im Anschluss wiederholt man den gleichen Vorgang mit dem Inhalt des orangenen PĂ€ckchens. Ebenfalls das Pulver mit zwei Portionen Wasser im (gespĂŒlten) großen Förmchen ohne Rillen mischen und diese Masse dann in die beiden Ă€ußeren Kreise schaufeln. Das soll dann spĂ€ter einmal das Hamburgerbrötchen ergeben und riecht nach—tja— Weißbrot. Also nach Nichts irgendwie. Die „Brotmasse“ gleichmĂ€ĂŸig und ebenmĂ€ĂŸig in den runden Förmchen zu verteilen ist nicht ganz leicht, sollte aber so gut es geht probiert werden. Je gleichmĂ€ĂŸiger das Ergebnis, umso ebenmĂ€ĂŸig das spĂ€tere Hamburgerbrötchen. Das Trio wird dann ebenfalls fĂŒr 30 Sek in die Micro gestellt und fertiggebacken. Auch muss ich sagen, dass meine KĂŒche danach total nach Fleisch gerochen hat…GeschmacksverstĂ€rker sind schon was Interessantes.

IMG_20131215_223042Im Anschluss wird der KĂ€se gemacht. Dazu den Inhalt des blauen PĂ€ckchens mit Wasser verrĂŒhren. Abgefahrenerweise riecht die Masse dann auch nach KĂ€se – ein Zustand, den ich eklig und faszinierend zugleich finde. Ich hoffe, KĂ€se, den wir essen, wird nicht auch so hergestellt…

IMG_20131215_223643Ist die KĂ€semasse erst einmal gut verrĂŒhrt, lĂ€sst sie sich gut zu einem BĂ€llchen formen und dann auf dem hinteren Teil der Plastikverpackung ausrollen. Dort ist ein blaues Rechteck aufgezeichnet, welches genau die nötige LĂ€nge und Breite des KĂ€ses anzeigt. Daraus werden dann spĂ€ter zwei KĂ€sescheiben gewonnen.

IMG_20131215_223937Der Inhalt des roten TĂŒtchens wird mit zwei Portionen Wasser schließlich zu Ketchup, der wirklich nach Tomatenmark riecht und schmeckt, jedoch wie Marmelade aussieht.

Der Ketchup ist meiner Meinung nach am Intensivsten und hat mich total an eklige, sehr sehr sehr gĂŒnstige Tomatensauce aus der TĂŒte erinnert. Schmeckt total nach Tomatenmark, ist aber gleichzeitig auch unglaublich sĂŒĂŸ und klebrig.

IMG_20131215_224128Last but not least wird die Cola fabriziert. Dazu fĂŒllt man den kleinen Becher zu drei Vierteln mit Wasser und kippt das Pulver des pinken PĂ€ckchens rein. Zuerst sprudelt alles wie Brause kurz auf und dann wird die Cola klar und wie man sie eben kennt. Schmecken tut das Ganze nach verwĂ€sserten Colaflaschen-SĂŒĂŸigkeiten, hat jedoch ĂŒberraschenderweise KohlensĂ€ure.

IMG_20131215_225134Tja und dann geht es ans Anrichten. Die beiden Burgerbrötchen werden in je zwei HĂ€lften geteilt; je nachdem, ob man nun zwei klassische Burger oder einen klassischen und einen doppelten Burger machen möchte, teilt man das Fleisch in zwei oder drei Teile. Dann alles auf einander tĂŒrmen, immer zwischendurch mit Ketchup bestreichen und zum Schluss mit einer Fahne garnieren. Die Pommes kommen stilecht ins dafĂŒr vorgesehene Pommesdingsi (wie nennt man das?) und werden ebenfalls mit Ketchup betrĂ€ufelt.

IMG_20131215_225124Und dann fehlt nur noch die Geschmacksprobe. Leider hat mir dieses Popin‘ Cookin‘ ĂŒberhaupt nicht gemundet. Im Gegenteil… Die Konsistenz war einfach nichts fĂŒr mich (zu zĂ€h) und sogar mich als alter Fleischesser hat der Geschmack zu sehr zugesetzt. Die Cola war lecker, vom Rest hab ich keinen Bissen runterbekommen. Mein Freund fand es nicht so schlimm und ziemlich witzig.

Alles in allem hat mir diese Version der japanischen DIY SĂŒĂŸigkeit in der Herstellung besser gefallen. Geschmacklich lag es jedoch leider noch unter dem anderen. SĂŒĂŸ wĂ€re es wahrscheinlich nicht ganz so abstoßend gewesen.

To be continued!!