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Film Review: „Brügge sehen…und sterben?“

6. September 2013

bruegge-sehen-und-sterbenLetzten Freitag habe ich noch einmal den Film „Brügge sehen…und sterben?“ (Original: „In Bruges“) gesehen und mich wieder daran erinnert, wie toll dieser Film doch ist. Erzählt wird die Geschichte von Ken (Brendan Gleeson) und Ray (Colin Farrell), zwei Iren, die in Brügge landen, um „einen Job zu machen“. Was das ist, wissen sie nicht, auch ist ihnen unklar, wann und wo der Coup landen sollen. Bis sich ihr Boss Harry (Ralph Fiennes) bei ihnen meldet, müssen die beiden es in Brügge aushalten – eine Stadt, die für Ken malerisch und märchenhaft ist, von Ray aber als zum Kotzen langweilig beschrieben wird. Je mehr der Film sich entwickelt, umso deutlicher wird, dass es sich bei den beiden Männern um Auftragskiller handelt. Ray plagen tiefe Schuldgefühle, weil er bei einem Auftrag ausversehen einen kleinen Jungen getötet hat, eine Tat, die er sich niemals verzeihen wird.

Letztlich kommt der Auftrag von Harry, jedoch sind Ray und Ken dieses Mal mehr als nur Exekutive Gewalt. Der Coup, den Harry den beiden Iren anvertraut, betrifft sie dieses Mal selber und verwandelt die Ausführung dieses Jobs in ein Spiel um Leben und Tod der beiden.

Mit viel englischem Humor prescht der Film von einer Szene in die andere und nimmt dabei alles auf’s Korn, was ihm unter die Kamera kommt: trinkfeste Iren, mäkelnde Amerikaner und grummelige Kleinwüchsige in Schuluniformen. Der Film ist ein Wechsel von Spannung, Kriminalfilm und schrägem Humor à la Monty Python und schafft es trotzdem (und gerade deswegen), den Zuschauer interessiert zu halten. Wer englischen Humor nicht versteht, wird diesen Film nicht verstehen und als seltsam abtun, wem jedoch die Gradwanderung von Himmelhochjauchzend und Tiefbetrübt mit einer kräftigen Portion Little Britain schmeckt, der wird mit „Brügge sehen…und sterben?“ voll auf seine Kosten kommen. Farrell spielt mal wieder sich selbst: den mürrischen, Alkoholiker-Iren mit Aggressionsproblemen und Bernhardiner-Augen, jedoch tut er es so überzeugend, dass man ihm einfach glauben muss. Auch Fiennes als verklemmter Gangsterboss mit strikten Moralvorstellungen ist zum Brüllen komisch.

Alles in Allem leistet der Film mehr als sein Klappentext verspricht, denn abgesehen von der interessanten Geschichte und dem großartigen Setting besticht „Brügge sehen… und sterben?“ auf Grund der schrägen Charakter-Zusammenstellungen und des unfehlbaren, britischen Humors.

 

Wertung:

Allgemein

Blast from the Past!

4. September 2013

CIMG4221I took this picture near Notting Hill Gate station in London 2012. This rather unfortunate looking laptop is now serving as a quirky yet awesome window display of a local waffle shop. I thought the idea was great.

Film

Film Review: Gambit – Der Masterplan

5. Juli 2013

BildDie Coen-Brüder haben es wieder getan. Nach zwei Jahren Ruhepause haben die beiden Filous des amerikanischen Kinos erneut ein Drehbuch geschrieben. „Gambit – Der Masterplan“ basiert zwar auf dem 1966 erschienen Films „Das Mädchen aus der Cherry-Bar“ (Original lief der Film jedoch auch unter dem Namen „Gambit“) mit Michael Cain und Shirley McLaine, er hat jedoch durch Joel und Ethan Coen einen neuen Rahmen und eine leicht veränderte Story bekommen.

Harry Deane (Colin Firth) möchte sich rächen. Sein cholerischer Boss Mr. Shabandar (Alan Rickman) soll mit einem gefälschten Monet hinters Licht geführt werden und dabei noch eine ganze Stange Geld abdrücken. Alles scheint perfekt zu laufen: das Bild ist gemalt, der Plan gefasst und der Coup ausgereift. Jetzt muss nur noch die exzentrische Rodeo-Queen aus Texas, PJ Puznowski (Cameron Diaz), als angebliche Erbin und potentielle Verkäuferin des Bildes für das Vorhaben gewonnen und nach London gebracht werden. Jedoch kommt natürlich alles anders als vom stocksteifen Engländer Deane geplant. Shabandar springt nicht auf den sorgfältig platzierten Köder an, der minutiös ausgedachte Plan gerät ins Wanken und der Coup scheint zum Scheitern verurteilt zu sein.

Trotz verhaltender Kritiken und schlechten Bewertungen ist „Gambit- Der Masterplan“ ein Feuerwerk an trockenem, britischem Humor. Colin Firth als gehemmter und verstockter Brite ist ebenso brillant wie sein amerikanisches Pendent Cameron Diaz, die mit laxen Sprüchen und unverständlichem Texanisch die müden Köpfe der britischen Hauptstadt verdreht. Der Film bietet eine Charakterstudie, die ein Henry James nicht treffsicherer und sarkastischer hätte zeichnen können. Zugespitzt werden die Mentalitäten der alten und neuen Welt aneinander gerieben bis Funken sprühen und einen einzigartigen, jedoch sehr britischen Humor zum Vorschein bringt, der kein Auge trocken lässt. Nach altbekannter Coen-scher Art sind die Gags zielsicher und subtil und mit viel Menschenkenntnis durchzogen. Dabei vermischen sich guter, alt-europäischer Slapstick, Wortspiele und zweideutige Missverständnisse mit Stereotypen und falschen Vorstellungen von Kulturen und Ethnien. Sei es nun die abgekartete Grinse-Scharade der Japaner, der nüchterne Brite oder der überkandidelte Kölner Kunstexperte mit derbem Akzent, bei „Gambit- Der Masterplan“ werden alle rassistischen Klischees aufgenommen und gebrochen.

Nach eher mäßig-witzigen Filmen aus der Feder der Coen-Brüder der letzten Jahre wie „Burn after Reading“ (mit Ausnahme eines brillanten Brad Pitts) und „A Serious Man“, ist „Gambit- der Masterplan“ ein sehr gelungener Film, der bis zur letzten Minute Spannung und Humor versprüht. Vielleicht liegt das auch daran, dass die Coen-Brüder einmal von ihrer eigentlichen Kuschelecke des grotesken und beißenden Humors Anstand nahmen und sich dem traditionellen Humor widmeten. Alteingesessene Coen-Liebhaber werden bei diesem Film wahrscheinlich enttäuscht das Kino verlassen, für Freunde des trockenen Witzes mit einer Prise Slapstick ist der Film allein schon auf Grund der großartigen Besetzung ein Must-See.

Wertung: ✭✭

Film

Movie Review: Scary Movie 5

7. Juni 2013

BildDie Scary Movie-Reihe ist wahrscheinlich vergleichbar mit Rosinen, Lakritze oder mit Twilight: entweder man liebt es, oder man hasst es. Scary Movie spaltet jetzt schon seit über 10 Jahren die Gemüter (Ja, der erste Film dieser Reihe erschien 2000!!) der Kinogänger, jedoch muss man dazusagen, dass einem mittlerweile das Prinzip dieses Formats klar sein sollte. Scary Movie ist stumpfsinnige Unterhaltung auf Teenagerniveau mit einem Humoranspruch, der dreckiger ist als die Haare der Kelly-Family (so wurde es ihnen auf jeden Fall in den 90ern immer angedichtet). Wer sich eine Kinokarte für diesen Film kauft, der darf keine tiefsinnige Satire erwarten, denn auch im fünften Teil bleibt sich Scary Movie treu. Und wem das gefällt, der wird bei diesem Film nicht enttäuscht. Die Parodie ist großartig schwachsinnig und unglaublich nah am dusseligen Original, so dass man sich schon fast fragt, wie sie es überhaupt geschafft haben, Horror-Trash wie „Paranormal Activity“ und „Mama“ noch zu parodieren. Und auch wenn Anna Faris nicht dabei ist, gibt es trotzdem eine Reihe von Pfannen-fallen-auf-den-Kopf und Männer-kriegen-Schläger-zwischen-die-Beine-Momente, die man aus den Vorgängern kennt. Aber trotzdem wird die Wage zwischen Fäkalhumor und klugen Parodien immer gehalten und so entsteht ein Film, der von einer lustigen Szene in die andere führt und dabei nicht nur unterhaltend ist, sondern auch das Erbe der Scary Movie-Franchise würdig fortführt.

Wertung: ✭✭