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Film Review: Ich einfach unverbesserlich

13. September 2013

Teaserplakat-ICH-einfach-unverbesserlichEigentlich bin ich nicht so der Fan von animierten (oder, wie ich es nenne: Zeichentrick) Filmen, ich kann gar nicht genau sagen wieso. Schon damals, als ich jünger war, hat mich das Gesinge in den Disneyfilmen tierisch genervt (mal abgesehen von Arielle!) und seit dem mache ich einen Bogen um Zeichentrick…äh…animierte Filme. Sprich: ich hab seit Toy Story 1 keinen mehr gesehen. Dies änderte sich letzte Woche, als mein Freund mit der „Ich, einfach unverbesserlich“-DVD vor meiner Nase herumwedelte. Okay, haben wir den also geguckt. Und ich muss zugeben, dass der FIlm unglaublich niedlich ist!

Der Film erzählt die Geschichte von Gru, einem fiesen Schurken, der geplant hat, den Mond zu schrumpfen und zu stehlen, sodass die Bank des Bösen (früher einmal Lehman Brothers[ich brech weg!!!!!]) ihn wieder als Fiesen Fiesling akzeptiert und Kredite bewilligt. Dieser Plan wird jedoch von einem neuen Bösewicht namens Vektor durchkreuzt, der ihm den Schrumpf-Strahler vor der Nase wegschnappt und sich dabei ins Fäustchen lacht. Da fasst Gru einen Plan: er adoptiert drei kleine Mädchen aus dem Waisenhaus, die dann als Keksverkäufer verkleidet in Vektors Haus eindringen und den Strahler zurückstehlen. Was als reine Zweckgemeinschaft beginnt, wird im Laufe des Films zu wahrer Vater-Kinder-Liebe und Gru muss einsehen, dass es wichtigere Dinge im Leben gibt, als Böse sein.

Wie schon zu Beginn gesagt ist der Film einfach unglaublich niedlich. Die Charaktere sind witzig, die kleinen gelben Gehilfen von Gru goldig anzusehen und die Beziehung zwischen Gru und den Mädchen herzzerreißend. Ich hab wirklich viel gelacht, mitgefiebert und wieder gelacht. Der Film ist passend für Jung und Alt und alle, die so eingefleischte „Die Drei ???“-Fans sind wie ich, werden auch belohnt 🙂 Alles in allem ist „ich einfach unverbesserlich“ ein Film der die Seele zum schmelzen bringt – perfekt um die Laune bei so einem Regenwetter an zu heben.

 

Wertung:

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Film Review: „Brügge sehen…und sterben?“

6. September 2013

bruegge-sehen-und-sterbenLetzten Freitag habe ich noch einmal den Film „Brügge sehen…und sterben?“ (Original: „In Bruges“) gesehen und mich wieder daran erinnert, wie toll dieser Film doch ist. Erzählt wird die Geschichte von Ken (Brendan Gleeson) und Ray (Colin Farrell), zwei Iren, die in Brügge landen, um „einen Job zu machen“. Was das ist, wissen sie nicht, auch ist ihnen unklar, wann und wo der Coup landen sollen. Bis sich ihr Boss Harry (Ralph Fiennes) bei ihnen meldet, müssen die beiden es in Brügge aushalten – eine Stadt, die für Ken malerisch und märchenhaft ist, von Ray aber als zum Kotzen langweilig beschrieben wird. Je mehr der Film sich entwickelt, umso deutlicher wird, dass es sich bei den beiden Männern um Auftragskiller handelt. Ray plagen tiefe Schuldgefühle, weil er bei einem Auftrag ausversehen einen kleinen Jungen getötet hat, eine Tat, die er sich niemals verzeihen wird.

Letztlich kommt der Auftrag von Harry, jedoch sind Ray und Ken dieses Mal mehr als nur Exekutive Gewalt. Der Coup, den Harry den beiden Iren anvertraut, betrifft sie dieses Mal selber und verwandelt die Ausführung dieses Jobs in ein Spiel um Leben und Tod der beiden.

Mit viel englischem Humor prescht der Film von einer Szene in die andere und nimmt dabei alles auf’s Korn, was ihm unter die Kamera kommt: trinkfeste Iren, mäkelnde Amerikaner und grummelige Kleinwüchsige in Schuluniformen. Der Film ist ein Wechsel von Spannung, Kriminalfilm und schrägem Humor à la Monty Python und schafft es trotzdem (und gerade deswegen), den Zuschauer interessiert zu halten. Wer englischen Humor nicht versteht, wird diesen Film nicht verstehen und als seltsam abtun, wem jedoch die Gradwanderung von Himmelhochjauchzend und Tiefbetrübt mit einer kräftigen Portion Little Britain schmeckt, der wird mit „Brügge sehen…und sterben?“ voll auf seine Kosten kommen. Farrell spielt mal wieder sich selbst: den mürrischen, Alkoholiker-Iren mit Aggressionsproblemen und Bernhardiner-Augen, jedoch tut er es so überzeugend, dass man ihm einfach glauben muss. Auch Fiennes als verklemmter Gangsterboss mit strikten Moralvorstellungen ist zum Brüllen komisch.

Alles in Allem leistet der Film mehr als sein Klappentext verspricht, denn abgesehen von der interessanten Geschichte und dem großartigen Setting besticht „Brügge sehen… und sterben?“ auf Grund der schrägen Charakter-Zusammenstellungen und des unfehlbaren, britischen Humors.

 

Wertung:

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Blast from the Past!

4. September 2013

CIMG4221I took this picture near Notting Hill Gate station in London 2012. This rather unfortunate looking laptop is now serving as a quirky yet awesome window display of a local waffle shop. I thought the idea was great.

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Film Review: Taffe Mädels

30. August 2013

TaffeMaedels_Poster_1400Agent Ashburn hat ein großes Ziel: sie möchte beim FBI die Karriereleiter ganz nach oben klettern. Dafür arbeitet sie jeden Tag wie eine Besessene und bekämpft Drogenbarone und Hehler. Als dann ein vielversprechender Posten frei wird, wittert sie ihre Chance auf eine Beförderung und gibt noch einmal alles, um vor ihrem Chef besonders gut dazustehen. Leider ist die ambitionierte Agentin bei ihren Kollegen als arrogant und herablassend verschrien und ihr Chef ist sich nicht sicher, ob sie mit diesen Eigenschaften eine führende Position innerhalb des FBIs meistern könnte. Um noch etwas Zeit zum Nachdenken zu haben, schickt er Ashburn kurzerhand nach Boston. Dort soll sie die geheime Identität des Drogenbosses Larkin aufdecken und ihn sowie seine Geschäfte hochgehen lassen. Wenn ihr das gelingt, so ist ihr die Beförderung sicher.

Voller Tatendrang reist sie also nach Boston. Was sie nicht weiß, ist, dass sich ihre Wege mit denen der derben und nicht gerade sozialen Polizistin Mullins (Melissa McCarthy) kreuzen. Beide fühlen sich für den Job zuständig und keiner ist bereit, auch nur einen Millimeter auf den anderen zuzugehen; doch es führt kein Weg an der Zusammenarbeit vorbei.

Die beiden mögen sich nicht – verständlich, denn sie könnten unterschiedlich nicht sein. Ashburn ist verklemmt und vernarrt in Regeln und Vorschriften. Mullins flucht wie ein Rohrspatz und ist Gewalt und Hauruck-Methoden nicht abgeneigt. Trotzdem müssen sie zusammenarbeiten und versuchen, Larkin das Handwerk zu legen. Was dabei rauskommt ist ein Actionfilm mit vielen derben Sprüchen, Spannung und Günter-Netzer-Gerhard-Delling-esquer Komik.

Der Film „Taffe Mädels“ (Original „The Heat“) ist der klassische Bullock-Film und ihr wie auf den Leib geschnitten. Ihr nimmt man die Rolle der FBI-Agentin die nach „Harte Schale, weicher Kern“-Manier agiert, vollkommen ab. Auch McCathy als freche Polizistin ist unglaublich treffend und dabei auch noch  witzig und erfrischend. Die beiden Charaktere ergänzen sich perfekt und bringen viel Situationskomik.

Natürlich ist die Geschichte so alt wie das Theater selbst und in anderen Ausführungen bereits tausendmal gesehen. Auch ist der Plot flach und vorhersehbar. Das alles macht jedoch nichts, da alle Filme dieses Formats einem ähnlichen Muster folgen und man nichts anderes erwartet. Jeder, der sich so einen Film ansieht und einen Fellini erwartet, sollte seine Quellen noch einmal durchchecken lassen. „Taffe Mädels“ ist ein lustiger Film zum Abschalten und Berieselnlassen. Leichte Story, witzige Sprüche und ein emotionales Happy End – all das erfüllt dieser Film. Künstlerisch vielleicht nicht so wertvoll, doch genial für Videoabende und Regentage.

Wertung:

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Project Plant #5

7. August 2013

CIMG2090Berlin has been extremely warm these past weeks. The thermometer crawled all the way up to 35°C (95°F) more often than I liked, and our local swimming pools are jam packed with sweaty bodies from all age groups. That’s the spirit of summer, isn’t it?

However, this lovely heat has been really good on the FRÖER plants! More and more flowers are in bloom and bring a pink tint to my balcony. CIMG2091Interestingly, one of them (I can’t remember the names of the flowers, argh!) has both white and pinks blossoms. All of them are insanely pretty and I’m really happy how this whole project has been going so far.CIMG2100 My personal suggestion still is to completey disregard the manual that came with the set and water them A LOT. In this heat, I usually water them once -twice a day. When I only water them once (usually in the evening when the sun has set), I really overdo it XD I usually water them so much that the soil they’re planted in is completely soaked. This might seem unorthodox, but the result proves me right, ain’t it? CIMG2094

Good news on the sunflower fraction, too! Whereas they’ve been rather uneventful the last weeks, they now finally seem to look like they are going to be in bloom soon, too.

This big boy (↓) looks like it’s going to hatch in the near future. See how the yellow part is already visible? haaa I’m so excited!

CIMG2095 Even the dangly, wiggly sunflowers will be in bloom soon. Despite their weird size and shape, they actually look like real sunflowers. I guess I have to stop trying to figure out WHY on earth they look so utterly and completely different in comparison to the other sunflowers I planted, and live with the fact that flowers do come in all sizes and shapes. Like humans, haha 😉 I bet the teeny tiny sunflowers will soon start their own tumblr blog and rage about non-normative bodies and sunflowerism on it XD

CIMG2097Until next time, you guys! Keep fresh and hydrated in this desert weather and look out for body shaming sunflowers 😉

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Ikea Haul

4. August 2013

CIMG2083   Wer kennt das nicht: man geht zu Ikea, weil man einfach mal „ein paar Sachen braucht“ und kommt mit eine Millionen Taschen voll mit Krams wieder. Story of my life. Oder wohl eher: story of mankind’s life. Ich glaube, dass Ikea nur einen geringen Teil der Einnahmen mit den eigentlichen Möbeln erziehlt. Der Löwenanteil bezieht sich auf Teelichter, Servietten und Blumenvasen. Das ist natürlich auch jedem bewusst, trotzem wird es am Ende immer mehr, als man eigentlich eingeplant hat, auch WENN man sich schon zurückhält und in der SB ein gnadenloses „Hart aber Fair“ mit allen im Einkaufskorb liegenden Sachen macht; d.h.: alles, was man nicht zum Überleben braucht, raus. Also weg mit dem schönen, blauen Tablett mit weißen Pünktchen und mit einer aus einer Ananas trinkenden Frau drauf. Aber…aber…naja dann nächstes Mal. Das hab ich auch schon letztes mal gedacht und auch dieses Mal kam ich wieder zu dem gleichen Entschluss: nächstes Mal dann. Argh. Aber wozu brauch ich schon ein Tablett? Um meine Freunde auf nicht vorhandenen Cocktailabenden zu bewirten? Egal.

Gestern ging’s also wieder zu Ikea, um Kleiderbügel und ein Bügelbrett zu kaufen. CIMG2084Da ich jetzt auch unter die arbeitende Bevölkerung gegangen bin und es von mir erwartet wird, 40 Stunden in der Woche im Business Casual/Business Schick im Büro zu erscheinen, dachte ich, dass ein neues, nicht 30 Jahre altes Bügeleisen und ein Bügelbrett hermüsse . Gesagt getan. Bügeleisen kam letzte Woche und dieses Wochenende dann das passende Brett dazu. Dazu halt schnell zu Ikea, um das Bügelbrett und die Bügel zu kaufen. Also offiziell… das war auf jeden Fall der Plan… Ich hatte sogar einen Einkaufszettel dabei! Ich schwöre!!

Naja. Erstens kommt es anders und zweitens als mann denkt. Kleiderbügel und Bügelbrett sind fröhlich in den Einkaufswagen gehüpft, als ich an den leckeren Crepes vorbei rennend (Appetit sparen für Hot Dogs!!) in eine neue Abteilung gekommen bin, die einzig und allein dem Thema „Geschenke einpacken“ gewidmet ist. Seit Kurzem hat Ikea anscheinend eine neue Abteilung? Keine Ahnung, auf jeden Fall gibt es die süßesten, niedlichsten und genialsten Geschenkpapiere, Geschenktüten, Geschenkbänder, Deko-Tape, Kärtchen und und und.

Okay einmal alles bitte? Zum Mittnehmen! Ach was, schließen Sie es mir gleich an die Vene an!!

CIMG2087Ich hab mich schließlich für diese beiden Rollen Geschenkpapier entschieden. Auf dem links sind verschieden große Buchstaben und auf dem rechts niedliche Waldtiere und Wald—-ehm—sachen? Also Tannenzapfen mit Gesicht und so. Klar, wer kennt das nicht? Ich hab mich für die Rolle mit dem grünen Hintergrund entschieden. Es gab das gleiche Motiv noch mit rosa, blauem und weißem Hintergrund. Das Geschenkpaper links gibt es auch mit verschiedenen Farbkombinationen. Jede Rolle kostet 1.99€ für 5m Papier.

CIMG2086Geschenkband 🙂 Dieses gibt es auch in allen Farben und Farbkombinationen des Regenbogens. Ich wollte mich auf zwei reduzieren, deswegen hab ich die rosa/pink-lastigen genommen. Ouyes Weihnachten kann kommen!! Die oberen Bänder kosteten 1.49€ und die unteren 1.99€.

Von den Deko-Tapes hab ich keine genommen, obwohl die alle super schön waren. Da kosten 4 Rollen in unterschiedlichen Größen 6€. Das ist zwar immer noch günstiger als jenes, welches man sonst so in Berlin finden kann, aber irgendwie fand ich das dann doch zu viel. Naja, beim nächsten Mal dann.

CIMG2085An den schönen Kärtchen konnte ich dann noch nicht vorbeigehen. Die kann man dann mit Namen versehen und an Geschenke heften. Hach und die Motive gefallen mir auch sehr gut. Hab mich, wie offensichtlich aus dem Bilder hervorgeht, für die Kombi rosa/weiß entschieden, es gibt diese Namensschildchen jedoch auch in anderen Farben und mit anderen Motiven. Auch gibt es solche Schilder in Aufkleberform in vielen verschiedenen Farben, Formen und so weiter. Komischerweise gibt es all das noch nicht auf der deutschen Ikea-Homepage… ich hab mal die Seite der Schweiz als Referenz verlinkt, falls jemand neugierig geworden ist. Ich persönlich würde ja davon alles kaufen, aber dann wär mein Gehalt schneller weg, als mir lieb wäre haha. Nächstes man dann.

Als aller letztes sprang noch ein Glas ins Wägelchen. CIMG2088Wenn schon das Tablett mit der Ananas-Frau nicht mit nach Hause durfte, dann doch bitter das gläserne Gegenstück. Außerdem war’s im Sale und mit 0.79€ ein echtes Schnäppchen. Man merkt, dass Ikea gerade die ganzen Sommersachen rauskloppen will, bevor mit dem neuen Katalog die Winter/Frühling-Kollektion aus den Lagern geholt wird. Mir soll’s recht sein! Bei 33°C im Schatten denk ich eher an kühle Drinks, als an kuschelige Wolldecken und Wintermuster. Trotzdem freu ich mich schon auf den alljährlichen Run auf IKEA’s Weihnachtsdeko und die süßen Schildchen, Geschenkpapiere und -Bänder in Weihnachtsmannoptik. Alle Jahre wieder kommen dazu die Geister der vergangenen Weihnachtsshopper aus ihren Löchern und kloppen sich um die letzte Lichterkette. Und ich mittendrin, n fettes Lächeln auf den Lippen und die Gewissheit, dass ich nicht einer dieser Verrückten bin. Hey…Moment mal…ist das die letzte Packung von Muffinförmchen mit Rudolf-Print? AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAH

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Film Review: Gambit – Der Masterplan

5. Juli 2013

BildDie Coen-Brüder haben es wieder getan. Nach zwei Jahren Ruhepause haben die beiden Filous des amerikanischen Kinos erneut ein Drehbuch geschrieben. „Gambit – Der Masterplan“ basiert zwar auf dem 1966 erschienen Films „Das Mädchen aus der Cherry-Bar“ (Original lief der Film jedoch auch unter dem Namen „Gambit“) mit Michael Cain und Shirley McLaine, er hat jedoch durch Joel und Ethan Coen einen neuen Rahmen und eine leicht veränderte Story bekommen.

Harry Deane (Colin Firth) möchte sich rächen. Sein cholerischer Boss Mr. Shabandar (Alan Rickman) soll mit einem gefälschten Monet hinters Licht geführt werden und dabei noch eine ganze Stange Geld abdrücken. Alles scheint perfekt zu laufen: das Bild ist gemalt, der Plan gefasst und der Coup ausgereift. Jetzt muss nur noch die exzentrische Rodeo-Queen aus Texas, PJ Puznowski (Cameron Diaz), als angebliche Erbin und potentielle Verkäuferin des Bildes für das Vorhaben gewonnen und nach London gebracht werden. Jedoch kommt natürlich alles anders als vom stocksteifen Engländer Deane geplant. Shabandar springt nicht auf den sorgfältig platzierten Köder an, der minutiös ausgedachte Plan gerät ins Wanken und der Coup scheint zum Scheitern verurteilt zu sein.

Trotz verhaltender Kritiken und schlechten Bewertungen ist „Gambit- Der Masterplan“ ein Feuerwerk an trockenem, britischem Humor. Colin Firth als gehemmter und verstockter Brite ist ebenso brillant wie sein amerikanisches Pendent Cameron Diaz, die mit laxen Sprüchen und unverständlichem Texanisch die müden Köpfe der britischen Hauptstadt verdreht. Der Film bietet eine Charakterstudie, die ein Henry James nicht treffsicherer und sarkastischer hätte zeichnen können. Zugespitzt werden die Mentalitäten der alten und neuen Welt aneinander gerieben bis Funken sprühen und einen einzigartigen, jedoch sehr britischen Humor zum Vorschein bringt, der kein Auge trocken lässt. Nach altbekannter Coen-scher Art sind die Gags zielsicher und subtil und mit viel Menschenkenntnis durchzogen. Dabei vermischen sich guter, alt-europäischer Slapstick, Wortspiele und zweideutige Missverständnisse mit Stereotypen und falschen Vorstellungen von Kulturen und Ethnien. Sei es nun die abgekartete Grinse-Scharade der Japaner, der nüchterne Brite oder der überkandidelte Kölner Kunstexperte mit derbem Akzent, bei „Gambit- Der Masterplan“ werden alle rassistischen Klischees aufgenommen und gebrochen.

Nach eher mäßig-witzigen Filmen aus der Feder der Coen-Brüder der letzten Jahre wie „Burn after Reading“ (mit Ausnahme eines brillanten Brad Pitts) und „A Serious Man“, ist „Gambit- der Masterplan“ ein sehr gelungener Film, der bis zur letzten Minute Spannung und Humor versprüht. Vielleicht liegt das auch daran, dass die Coen-Brüder einmal von ihrer eigentlichen Kuschelecke des grotesken und beißenden Humors Anstand nahmen und sich dem traditionellen Humor widmeten. Alteingesessene Coen-Liebhaber werden bei diesem Film wahrscheinlich enttäuscht das Kino verlassen, für Freunde des trockenen Witzes mit einer Prise Slapstick ist der Film allein schon auf Grund der großartigen Besetzung ein Must-See.

Wertung: ✭✭

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Weisheiten, die das Leben nicht braucht. Oder: Quatsch, der einem früher von Erwachsenen immer erzählt wurde

30. Juni 2013

Wer kennt sie nicht, die nervigen Sprichwörter und abgenudelten Kalendersprüche, die einem ab der ersten Sekunde des Lebens an den Kopf geknallt wurden. Es vergeht kein Tag an dem ich kein „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen“ oder ein abgedroschenes „geteiltes Leid ist halbes Leid“ höre. Okay. Sowas mag vielleicht in den dunklen Zeiten der Gebrüder Grimm Trost gespendet haben; früher hatte man ja auch nicht viel mehr als nette Worte und den festen Glauben daran, dass alles gut wird, wenn man nur den jahrhundertalten Aufwasch von Klugscheißerei oft genug wiederholt. Und dann hangelt man sich ein Leben lang von Spruch zu Spruch, dabei ist es völlig unwichtig, dass der frühe Vogel irgendeinen Wurm fängt, wenn um 6h Montags morgens der Wecker klingelt und man sich für eine weitere 40-Stundenwoche fertigmacht. Das Mittelalter ist vorbei, wir haben fließendes Wasser und Strom, wir brauchen keine erhobenen Zeigefinger in Spruchform, der uns an irgendeinen moralischen Quatsch erinnert. Trenne nie S und T, denn es tut den beiden weh. Großartig.

Ich habe mal meine persönliche „Top 5“ der nervigsten und haarsträubendsten Sprichwörter und Weisheiten gesammelt, die mir in meinem Leben bisher untergekommen sind. Alle Angaben natürlich wie immer ohne Gewähr aber mit Gewehr.

5. Schenkt dir das Leben Zitronen, mach Limonade daraus.

Was zur Hölle? Wo sind wir bitte, in den 50ern? Wenn jemand heute durch Berlin rennt und jedem n Sack Zitronen schenkt, den er trifft, dann wird der aber schneller in die Klapsmühle eingewiesen, als er „Fanta“ sagen kann („Fanta ist für alle da, schreit Manni aus seinem Manta“). Oder vielleicht fällt er neben den ganzen anderen Verrückten auch gar nicht großartig auf, wer weiß? Und wenn man diese Aktion als underground und Performance-Act tituliert, dann kann man in Prenzlberg wahrscheinlich sogar noch Eintritt dafür nehmen…

Ne ich versteh‘ schon; Man soll das Leben so nehmen, wie’s ist und das Beste daraus machen. Ich denk mir nur: Wenn mir das Leben Zitronen schenkt, dann versuch ich die doch eher gewinnbringend zu verkaufen. Oder ich tausche die Zitronen gehen Äpfel und mach‘ mir nen viel besseren Saft und verkauf den dann. Oder ich back mir daraus n Kuchen.

4. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.

Okay das sagen nur faule oder lern-unwillige Leute. Oder eben diejenigen, die mit dem Namen Hans gestraft wurden. Wenn Erwachsene nichts mehr lernen können, dann wertet diese Logik doch sämtliche Universitäten oder Ausbildungen als Zeitverschwendung ab. Nein, ich kann jetzt leider nicht mehr kochen lernen, ich bin schon über 18 – deswegen muss ich leider verhungern…

Der Spruch sollte eigentlich heißen: „Hans, sei nicht so verdammt unflexibel und setz dich hin und lerne endlich. Schließlich hast du als Hänschen genug getrödelt. Da haste jetzt den Salat, du alter Schlendrian!“

3. Misserfolge sind oft notwendige Umwege zum Erfolg.

Nein. Erfolg ist der notwendige Weg zum Erfolg, da gibt’s keine Umwege. Misserfolge lassen einen eher zweifeln und im schlimmsten Fall zum Hinschmeißen animieren. Wer denkt sich den bitte: „juhu ich scheitere die ganze Zeit, die Unis und Arbeitsplätze lehnen mich ab – das heißt, dass ich erfolgreich bin“??? Wenn so etwas passiert, sollte man eher seine Taktik überdenken und es vielleicht mit anderen Wegen zum Erfolg probieren.

2. Wer schön sein will muss leiden.

Diese Dreistigkeit wurde wahrscheinlich von den Schönen erfunden. Die Schönen leiden nicht, ganz im Gegenteil! Statistisch gesehen haben sie es sogar leichter, weil ein schönes Gesicht öfter Sympathie und Vertrauen weckt. Es sollte eher heißen: Wer hässlich ist muss leiden und zwar nicht zu knapp! „Schön sein“ kann man entweder, weil man es von Natur aus ist – und dann muss man dafür ganz und gar nicht leiden, man ist es dann einfach – oder, wenn man der Natur nachhilft. Und das Nachhelfen ist immer mit Schmerzen verbunden. Wer sich mit Operationen ’schön machen lässt‘, der ist meistens am Ende leider nicht so wirklich… ach ich weiß auch nicht.

1. Das wirst du später einmal brauchen (Mathematik).

Obwohl ich schon seit vielen Jahren aus der Schule raus bin, habe ich immer noch den Alptraum der Mathearbeit. Im Traum finde ich mich in der Schule wieder und bin kurz davor eine Mathearbeit zu schreiben…dabei habe ich nichts gelernt!! Schweißgebadet wache ich auf und erinnere mich nach kurzer Schockstarre beim Einschlafen dann wieder daran, dass Mathematik die allergrößte Zeitverschwendung ist. Klar, Rechnen ist wichtig, Prozentrechnung und blabla auch. Aber, wozu brauche ich die PQ-Formel oder die Integralrechnung? Und dann immer der Spruch des Mathelehrers: „Ja das werdet ihr später alle einmal brauchen“. Was für eine dicke, fette Lüge. Man sollte Mathematik in „Fete de Lüge“ umbenennen, so sehr stinkt das alles. Niemals, niiiiemals habe ich in all den Jahren irgendetwas aus der höheren Mathematik gebraucht. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass, wenn ich jetzt nicht noch Mathematik studieren werde, ich diesen Müll auch nie brauchen werde. Also wozu der Aufriss? Wozu dieses Gelaber um die Notwendigkeit dieser Sachen im Alltag? Wahrscheinlich aus purem Sadismus.

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So ist das. Weisheiten sind ja ganz nett und haben oft auch viel Wahrheit in sich, jedoch ist ein Großteil davon einfach nur Banane und verschafft den Klugscheißern und Mathematiklehrern unter uns die Genugtuung, anderen ihre Schwächen unter die Nase zu reiben. Aber, ihr wisst ja: Wer zu Letzt lacht… und man sieht sich immer zwei Mal im Leben.

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Movie Review: Scary Movie 5

7. Juni 2013

BildDie Scary Movie-Reihe ist wahrscheinlich vergleichbar mit Rosinen, Lakritze oder mit Twilight: entweder man liebt es, oder man hasst es. Scary Movie spaltet jetzt schon seit über 10 Jahren die Gemüter (Ja, der erste Film dieser Reihe erschien 2000!!) der Kinogänger, jedoch muss man dazusagen, dass einem mittlerweile das Prinzip dieses Formats klar sein sollte. Scary Movie ist stumpfsinnige Unterhaltung auf Teenagerniveau mit einem Humoranspruch, der dreckiger ist als die Haare der Kelly-Family (so wurde es ihnen auf jeden Fall in den 90ern immer angedichtet). Wer sich eine Kinokarte für diesen Film kauft, der darf keine tiefsinnige Satire erwarten, denn auch im fünften Teil bleibt sich Scary Movie treu. Und wem das gefällt, der wird bei diesem Film nicht enttäuscht. Die Parodie ist großartig schwachsinnig und unglaublich nah am dusseligen Original, so dass man sich schon fast fragt, wie sie es überhaupt geschafft haben, Horror-Trash wie „Paranormal Activity“ und „Mama“ noch zu parodieren. Und auch wenn Anna Faris nicht dabei ist, gibt es trotzdem eine Reihe von Pfannen-fallen-auf-den-Kopf und Männer-kriegen-Schläger-zwischen-die-Beine-Momente, die man aus den Vorgängern kennt. Aber trotzdem wird die Wage zwischen Fäkalhumor und klugen Parodien immer gehalten und so entsteht ein Film, der von einer lustigen Szene in die andere führt und dabei nicht nur unterhaltend ist, sondern auch das Erbe der Scary Movie-Franchise würdig fortführt.

Wertung: ✭✭