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App Review: Mystery Estate

26. März 2014

Ich liebe Wimmelspiele, deshalb habe ich mir letztens die App „Mystery Estate“ aus dem Google Play Store geladen. Die App ist kostenlos und ist eine Mischung aus Such- und Wimmelspiel. Außerdem hat man eine kleine Stadt, die man mit Voranschreiten des Spiels immer weiter ausbaut. Alles ist süß und prinzessinenhaft und obwohl die Bauwerke der kleinen Stadt architektonische Stile aus gleich mehreren historischen Epochen bedienen, soll das Spiel wohl im viktorianischen Zeitalter spielen.

Die Spielweise von Mystery Estate ist recht einfach und folgt immer dem gleichen Muster. Irgendwelche Figuren tauchen auf und erzählen von einem Rätsel. Immer wird irgendwas gesucht: ein Buch, eine bestimmte Tinte, etc. Um diese Sachen zu finden,“geht“ man dann nach Paris, London, Ägypten um dort danach zu suchen. Diese Suche folgt in Form eines Wimmelspiels. Blöderweise geht alles nach Zeit, weshalb man oft wie panisch auf den Bildschirm tatscht. Je nachdem wie schnell man war und wie viele „Suchcombos“ man geschafft hat, bekommt man Punkte für das Level sowie Silbermünzen.

Diese Münzen braucht man, um seine Stadt weiter auszubauen. Der Ausbau ist übrigens nicht nur zum Spaß, sondern ist auch die Voraussetzung für neue Suchaufträge. Man bekommt also zum Beispiel die Aufgabe: Baue einen Turm in deiner Stadt um Prestige-Punkte zu bekommen und um das Level XYZ freizuspielen.

Was Prestige-Punkte sind weiß ich leider bis heute nicht und wurde auch nicht im Fortlaufen des Spiels in irgendeiner Weise ersichtlich. Hat man zu wenig Silbermünzen, kann man ein Level neuspielen und durch bessere Combos mehr Punkte bekommen. Das geht jedoch nicht unbegrenzt, denn zum Spielen der Level  braucht man „Energie“ und die ist, oh Wunder, natürlich begrenzt. Insgesamt kann man nur 40 Energie-Punkte haben und jedes Spiel kostet einen 10 Energie-Punkte. Um Energie wieder aufzuladen muss man entweder viel Zeit mitbringen, oder tief in die Tasche greifen. Das Wiederaufladen eines Energie-Punktes dauert circa 2 Minuten oder ein Paar Euros.

Das wirklich blöde an Mystery Estate ist jedoch, dass in der Stadt irgendwann kein Platz mehr ist, um neue Bauwerke zu bauen. Das heißt, dass man sich für Silbermünzen eine Stadterweiterung kaufen muss. Das geht leider nicht, weil man dazu auch so genannte „Verlängerungskordeln“ braucht, die man jedoch nur mit Goldmünzen kaufen kann. Goldmünzen sind aber nicht im Spiel zu bekommen, sondern müssen mit echtem Geld gekauft werden. In-App-Käufe sind ja für kostenlose und auch kostenpflichtige Spiele mitlerweile leider keine Seltenheit mehr, jedoch ist dieses Spiel nicht spielbar, wenn man nicht Goldmünzen extra kauft.

Das war für mich dann der Punkt, an dem ich beschloss Mystery Estate zu deinstallieren. Es hat zwar den Anschein eines kostenlosen Spiels, ist jedoch ohne zusätzliche In-App-Käufe nicht spielbar. Ich bin sehr froh, dass ich nicht 16 Jahre jünger bin, sonst hätte mich sowas bestimmt sehr aufgeregt und ich hätte vielleicht sogar Geld bezahlt, um Goldmünzen zu bekommen und so meine schöne Stadt weiterzubauen. Es ist unverantwortlich, ein Spiel mit solchen Bauernfängermethoden als Kinderspiel zu tarnen und diese so zu In-App-Käufen zu zwingen. Mal abgesehen davon, dass der Spielspaß durch die wenige „Energie“ nach circa 10 Minuten vorbei ist. Für mich hatte Mystery Estate einen großen Frustfaktor; dann lieber Spiele von Big Fish Games, die sind zwar kostenpflichtig, aber sonst wirklich zu 100% zu empfehlen. Die Wimmelspiele gehen nicht auf Zeit, die Geschichten sind spannend, keine weiteren In-App-Käufe und teilweise ist sogar ein bisschen Horror dabei.

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Games Review: XCOM Enemy Unknown

23. Februar 2014

Nachdem ich das hochgelobte Strategiespiel Remake von 2012 „XCOM Enemy Unknown“ endlich durchgespielt habe, machte sich Verwunderung breit. Schon zu Ende? Und DAS war es, das game of the year 2012? Nach all dem Basen Ausbauen, Rekruten am Leben erhalten und dem ganzen Rumforschen? Ein knackiger Sniperschuss in die Visage des Alien-Overlords nach ca. 30 Stunden Spielzeit und das wars? Schade! An der Rahmenhandlung des Spiels haben die Junges von Fireaxis definitiv gespart.

Diese lässt sich praktischerweise in einem Satz zusammenfassen: Nachdem Intergalaktische Alien-Sklavenhalter die Erde angreifen und versuchen- so wie bei anderen Spezies zuvor – die Menschheit zu versklaven, übernimmt man als seltsamerweise frischgebackener Commander die Kontrolle über eine internationalle Eliteeinheit und schlägt Schritt für Schritt die Alienbesatzer zurück. Und das American Style! Ausgerüstet mit Racketenwerfern und Laserminiguns, hetzt man seine multiethnische Truppe auf vergleichsweise kleinen Karten Zug um Zug gegen die teilweise sehr clichéhaft aussehenden Außerirdischen, die mit jedem Einsatz stärker werden und in immer neuen Varianten auftauchen. Von dem mikrigen und allseits bei speckigen Deus Ex Fanboys bekannten „Grey“ bis zum Wandelnden Roboter-Schloss aus Chihiros Zauberreise sind alle Arten vertreten. Am Ende trifft man die ausgemergelten Ätherer, ihres Zeichens dürre Physik-Nerds gepaart mit einer gesunden Prise Gott-Komplex, und erfährt, dass sie einen urplötzlich „auserwählt“ haben sie zu leiten!? Was zum *“§? Ich dachte sie wollen die Erde versklaven und die Menschheit unterjochen? Warum sollte man diese 4er Schüler der Natur leiten, wenn ihre psionischen Fähigkeiten so stark sind, dass sie praktisch den ganzen Tag rumschweben… ja fürn Oscar wird das nicht reichen.

Das Gameplay wirkt dagegen sehr solide. Man bewegt sich alternierend mit dem Gegner von seinem Droppoint zum Aliensschiff, man sammelt Ressourcen, setzt diese für den Ausbau der Basis, des Waffenarsenals und für modische Frisuren ein, oder versucht krampfhaft Satelliten zu bauen und sie schnell in den Himmel zuschicken, damit die Ratsmitglieder einem nicht den Geldhahn abderehen. Wagniskapital mag schließlich niemand… Das alles macht Spaß und fordert einen bei entsprechender Schwirigkeitsstufe heraus. Das Evozieren des Dranges alles möglichst weit zu erforschen und seine Sims-ähnlichen Schützlinge möglichst gut auf den Kampf vorzubreiten ist den Entwicklern wikrlich gut gelungen. Die Luftkämpfe gegen UFOs sind dagegen ein Witz. In feinster 2D Bitmap-Optik sieht man zu 80% der Zeit zu wie ein Kampf automatisch abläuft – da merkt man, dass die Programmierer an die Grenzen ihres Budgets stießen. Generell ist das Gameplay für meinen Geschmack jedoch zu leicht und viel zu simpel. Alle Interface-Elemente sind irgendwie riesig geraten und in nur wenigen Menüstufen untergebracht. Mit der Komplexität des XCOM von 1994 hat das nicht mehr viel gemein. Man merkt einfach, dass das Spiel den Spagat zwischen Hardcore-Gamern und einer erfolgsgeilen Generation von iPad-Farmvillern versucht, und als Resultat seine Komplexität, Menükontextualität und Rahmenhandlung aufgibt. Dass das Spiel dann wenig später für Apple-Produkte erscheint, überrascht keinen mehr…

Insgesamt ist das Spiel einigermaßen schön präsentiert, läuft flüssig und bietet einen relativ guten Wiederspielwert. Mehr Spieltiefe und Micromanagement hätten dem Remake nicht geschadet. Da hat es die Neuauflage von Jagged Alliance mit ihrem für PCs optimierten Gameplay viel besser vorgemacht. Es fühlt sich einfach so an, als ob man anstatt seinem liebgewonnen Lego plötzlich mit Duplo spielen muss. Auch das recht seltsame Add-On „XCOM Enemy Within“ kann das Spiel nicht wirklich verfeinern. Es kommen zwar neue Spielvarianten, Karten und Rekrutenfähigkeiten dazu, aber man muss die gleiche Geschichte immer wieder neu spielen mit neuen Optionen, ohne dass wirklich neue Handlung oder Gameplay dazukommt. Für ein 20€ Add-On ziemlich schwache Leistung. Von mir kriegt das Spiel daher einen Daumen nach unten: Gut spielbar, aber nicht wirklich der Bezeichnung eines spannenden PC-Strategiespieles wert.