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Diana F+

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Diana F+ Basics: Anbringung des „35 mm Backs“

17. Juli 2013

CIMG1929 Hallihallo und Herzlich Willkommen zum dritten und vorerst letzten Teil meiner „Diana F+ Basics: Rückendeckelaustausch“-Reihe. Dieses Mal dreht sich alles um die Anbringung des „35mm Backs“, welcher es einem erlaubt, herkömmliche Filme bei der Diana zu benutzen. yay 🙂 Dazu muss man nur seine Kamera von dem ganzen Mittelformatfilm-Kram erlösen. Wie das geht zeige ich hier. Sobald diese fitzelige Arbeit erst einmal geschafft ist, muss man nur den 35mm-Aufsatz zur Hand nehmen und diesen auf die Kamera schieben, bis alle Ecken perfekt auf einander sitzen. Dann wie auch beim dritten Bild in diesem Artikel zu sehen ist den unteren Schalter auf „zu“ oder „lock“ schieben und den Film einlegen.

CIMG1930Hier wird’s ein bisschen knifflig. Der 35mm Back verfügt über vier Bildformate:

33 x48 mm (belichtete Perforation; 27 Bilder/Film)

24 x 48mm (unbelichtete Perforation; 27 Bilder/Film)

33 x 34mm (quadratisches Bild mit belichteter Perforation; 36 Bilder/ Film)

24 x 36 mm (rechteckiges Bild ohne Perforation; 36 Bilder/ Film)

Die Wahl des Bildformats hängt ausschließlich vom persönlichen Geschmack des Photographen/ der Photographin ab und jede Einstellung hat andere Effekte parat. Für jedes Format gibt es eine entsprechende Format-Maske, die in das Gehäuse eingesetzt wird. Glücklicherweise hat jede Maske schon die entsprechenden Zahlenwerte (z.B. 24 x 48 mm) aufgedruckt, also muss man nur das richtige nach Belieben auswählen und einsetzen. Fertig!

CIMG1931 Darüber hinaus gibt es für die verschiedenen Filmformate zwei Einstellungen: N und P. Bei Formaten wie 33×34 und 36×24 sollte der Regler auf N gestellt werden und P verwendet die Formate 33×48 und 24×48.

Um den Film letztlich zu laden, ziehe die Kurbel der Spule bei geöffnetem Rückenteil heraus und stecke den Film umgedreht auf die linke Seite; ziehe den Film über die Format-Maske und stecke das Ende des Films in die Löcherung der schon eingesetzten Spule auf der rechten Seite der Kamera (sichtbar auf Bild 2).Drehe das Film-Vorspul-Rädchen, um den Film etwas aufwickeln zu lassen.

Danach schiebe das Rädchen  auf der Innenseite des Rückendeckels ein wenig, so dass in dem kleinen, runden Sichtfeld über dem N/P-Sichtfeldern ein weißer Kreis zu sehen ist (entsprechend natürlich das Sichtfeld, welches zu der Einstellung passt, die du gewählt hast. Machst du Fotos mit der N-Einstellung, dann muss der weiße Kreis in dem Sichtfeld über dem N-Sichtfeld zu sehen sein).  Danach den Rückendeckel zuklappen und Film-Vorspul-Rädchen so lange drehen, bis in dem runden Sichtfeld Neben der N-Markierung (Bzw P, wenn du die P-Einstellung benutzt) eine 1 erscheint.

Ist der Film verknippst und lässt sich nicht mehr weiterdrehen, dann den Hebel auf der unteren rechten Seite der Kamera herausziehen und im Uhrzeigersinn drehen. Das Spult dann manuell den Film zurück. Sobald die Spannung nachlässt, ist der Film zurückgespult und die Rückenklappe des 35mm-Backs kann geöffnet werden. Vorher nicht, das belichtet den Film und alles ist futsch. Der 35mm spult den Film NICHT automatisch zurück, das muss manuell passieren.

Das war’s auch schon 🙂 So schnell und relativ einfach ist die Anbringung des 35mm Backs. Hat man erst einmal den Dreh raus, geht das auch alles schnell und gediegen. Bis zum nächsten Mal!

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Diana F Basics: Anbringung des Instant Backs

3. Juli 2013

01

Letzte Woche habe ich darüber gebloggt, wie man den Rückenteil der Diana F+ entfernen kann. Das ist eine Fitzelarbeit, bei der man gut aufpassen muss, die dünnen Plastikplättchen der einzelnen Teile nicht abzubrechen. Hat man es jedoch erst einmal erfolgreich hinter sich gebracht, kann man die nackige Diana gleich in bester Transformers-Manier in eine komplett neue Kamera verwandeln. Heute widme ich mich dem Anbau des extra für die Diana angefertigten Instant Back.

Der erste Schritt dieses Bäumchen-wechsel-dich-Spiels besteht darin, die mitgelieferte Korrekturlinse einzubauen. Das geht sehr leicht, in dem man, wie im Bild links zu sehen, die Korrekturlinse genau in die Ausbuchtung vor (hinter?) der eigentlichen Linse der Kamera parkt. Die Korrekturlinse ist dafür da, um die Fokussierung des Bildes zu richten.  02 Der Fuji Instax-Film, den man mit dem Instant Back benutzt, besitzt eine Filmempfindlichkeit von 800 ISO, was für die meisten Aufnahmen der Diana bei Tageslicht zu hoch ist. Die Korrekturlinse reduziert also die Empfindlichkeit des Films auf 400 ISO, was die Benutzung des Instant Backs mit dem „normalen“ Rückenteil der Diana identisch macht. Man kann also wie gewohnt Bilder schießen und sich dabei – mehr oder weniger – auf die Fokuseinstellungen der Diana verlassen. Um die Linse nachher wieder aus der Halterung zu entfernen, drückt man einfach die beiden „Ohren“ der Linse zusammen und zieht sie heraus.

Als nächstes bringt man den Instant Back an. Dazu schießt man die beiden Schienen der Kamerateile ineinander, bis alles einrastet und festsitzt.

03Auch der darauffolgende Schritt ist recht einleuchtend. Nachdem der Instant Back erfolgreich auf der Kamera angebracht wurde, muss alles noch Lichtdicht verschlossen werden. Dazu einfach den Schieberegler unter der Kamera von „auf“ auf „zu“ schieben 😉

04Anders als die herkömmliche Diana braucht der Instant Back zum Auswerfen der Bilder Strom, also Batterien. Leider sind das keine AA Standardbatterien, sondern 2 unglaublich teure CR-2 Batterien. Diese werden in Deutschland nur einzeln verkauft und ich habe bisher noch keine Akkus dafür gefunden…

 

 

05  Als letztes fehlt nur noch der Film. Diesen packt man natürlich zuerst aus und legt diesen an ein. Die gelbe Markierung am Instant Back und am Film zeigen noch einmal die fachgemäße Handhabung… eigentlich kann dabei nichts schiefgehen. Okay, das war’s eigentlich. Gar nicht so schwer, oder?

06Bei der ersten Benutzung des Films muss man den Lichtschutzschieber des Fuji Instax-Films noch entfernen. Dazu schiebt man den Regler nach rechts und drückt auf den Filmauswurfknopf. Danach kann’s schon losgehen. Mein Tipp wäre, den Instant Back immer nur dann anzuschalten, wenn man den Film auswerfen möchte, also quasi direkt nach der Aufnahme. Zum Fotografieren drückt man ja immer noch den manuellen Auslöser der Diana. Das schont zum einen die teuren Batterien und beugt auch eventuelle Unfälle vor. Denn, drückt man ausversehen auf den grünumrandeten Knopf, so schießt das Instax raus, ob nun belichtet oder nicht. Ich habe meine Batterien im März 2012 in England gekauft (dort sind sie komischerweise günstiger und auch im Doppelpack erhältlich!) und die sind noch komplett tiptop. Und noch einmal, was das oft falsch verstanden wird und zu viel Ärger und Stress führen kann: Der Grüne Knopf ist nicht der Auslöser der Kamera, sondern nur zum  Auswerfen der Fotos. Ausgelöst wird mit dem normalen Auslöser der Diana rechts neben der Linse.

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Diana F+ Basics: Entfernung des Rückenteils

26. Juni 2013

Die Diana-Kameras sind großartig, weil sie so wandelbar sind. Mit neuen Rückenteilen kann man eine herkömmliche 120mm-Diana in eine Sofortbildkamera oder eine Standard-35mm-Kamera verwandeln. Alles schön und gut, aber wie funktioniert das? Hier meine kleine, bebilderte Anleitung zum völligen, jedoch fachgerechten Entkernen der Diana.

Vorneweg noch eine kleine Erklärung zu der Diana, die ich bei vorherigen „Diana Basics“ nicht erwähnt habe, da in der Kamera ein Film geladen war und ich das deswegen nicht zeigen konnte.

01 Die Diana verwendet standardmäßig 120mm Film, kann aber verschiedene Filmformate produzierten, die sich über die links abgebildeten Plastik-Masken einstellen lassen. Es gibt drei Fotogrößen, welche je eine andere Maske (oder eben keine) verlangt. Dazu lässt sich folgendes sagen:

 

– ohne Maske kannst du 12 quadratische Fotos machen (5.2cm x 5.2cm).

– mit der kleinen Maske kannst du 16 kleine rechteckige Bilder machen (4.2cm x 4.2cm).

– mit der zweiten kleinen Maske kannst du ein Endlospanorama aufnehmen.

02Die Rahmenmasken legt man vor dem Film in die Kamera ein, dazu entfernt man den Rückenteil und legt die Maske in die Maskenhalterung ein, also vor die Linse. Wichtig ist auch, dass jede Plastik-Maske eine weitere Einstellung benötigt. Diese findet man auf der Rückseite. Und zwar sieht man dort einen Schieberegler, welchen man auf „12“ und auf „16“ schieben kann. Wie man sich schon denken kann, bestimmt die Zahl jeweils die Anzahl der Bilder, die letztendlich machen kann. Schiebe den Regler bei der kleinen Maske und bei der Panorama-Maske auf 16. Für die Einstellung ohne Maske muss der Regler auf 12 stehen. Das ist ganz leicht zu erklären: Da die Bilder ohne Maske größer sind als mit, kann man bei gleichem Film natürlich ohne Rahmen-Maske weniger Bilder schießen.

Okay weiter geht’s.

03 Um einen neuen Rückteil auf die Diana anzubringen, muss der alte erst einmal weg. Dazu schiebt man den Hebel auf der Unterseite der Kamera auf „auf“ und schiebt den Rückendeckel von der Kamera. 04

Danach muss man die Rahmenmaske natürlich entfernen (1). Das geht mit langen Fingernägeln recht einfach: in der Ausbuchtung an der Unterseite die Maske leicht nach oben drücken und heraushebeln. Danach auch die Spule (2) aus der Halterung nehmen. Beides sicher verwahren!

05Der nächste Schritt ist etwas schwieriger. Dabei muss die Spulenhalterung entfernt werden. Wie man sieht hat die Halterung links und rechts vorstehende Seitenteile, die schnell abbrechen können, deswegen niemals daran ziehen. Wenn die Seitenteile abbrechen, kann man die Diana in ihrer Ursprungsformation nicht mehr benutzen. Deswegen drückt man 06die Plastikhalterung an zwei vervorstehenden Befestigungen nach unten. Auf dem rechten Bild sieht man die Teile noch einmal von unten. Leider konnte ich das anders nicht fotografieren. Aber man sieht sie recht deutlich, wenn man eine Diana vor sich hat. Manchmal haken die Befestigungen leider, deswegen muss man das einige Male wiederholen. Wie schon erwähnt, sollte man sich dabei viel Zeit lassen und nicht zu überstürzt oder zu doll daran rumzerren. Die Diana besteht leider komplett aus Plastik, was recht schnell und bei falscher Handhabung brechen kann.

07 So sieht die Diana schließlich aus, wenn alle Kondimente entfernt sind. Auf diesen Nakkedei kann man jetzt alle Rückenteile anbringen – wie das geht werde ich in den nächsten zwei Einträgen exemplarisch und natürlich mit Fotos zeigen. Ganz wichtig ist jedoch, die Einzelteile der Diana bei Nichtbenutzung sicher aufzubewahren. Ist erstmal eine Sache weg oder zerbrochen, kann man die Kamera nicht mehr benutzen und das wäre schade.

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Diana F+ Basics: Lightpainting

5. Juni 2013
Bild

Lightpainting Lomography

Lightpainting, oder auch Lichtmalerei, wie’s so schön im Deutschen heißt, ist eine der spannendsten und kreativsten Disziplinen der Lomography. Sie verbindet in gewisser Weise die Langzeitphotographie und das Benutzen und Lichtquellen zum Malen von Figuren und Formen. Der Kreativität ist also keine Grenze gesetzt.

Ich war vor einigen Monaten in einer eisigen Februarnacht (ok es war 19 Uhr, aber es war Stockfinster und Dank Schnee und Eis -7°C) mit einigen anderen Lomographen auf einem Parkhausdach hier in Berlin und wir haben uns dem Thema der Lichtmalerei gewidmet. Da es ein offizieller Lomography-Workshop war, wurden uns die Kameras und die Filme gegen eine Leihgebühr von 15€ gegeben, weswegen ich diese Fotos nicht mit einer Diana F+, sondern mit einer dieser knuffigen Lubitel 166 geschossen habe. Da aber auch die Diana die gleichen Tricks draufhat, modele ich das einfach klammheimlich zu einem Diana F+-Basics zusammen 🙂 Das Besondere an den Lubitel-Kameras ist, dass man nicht wie bei herkömmlichen Analogkameras durch einen Sucher guckt, sondern von Oben durch eine Klappe. Auch stellt man die Linse durch drehen fest, was nicht ganz leicht ist, da man dabei wie gesagt von oben auf die Linse schaut. Auch stellt die Kamera nicht unlimitiert scharf, sondern nur in Meterabständen…ein Meter, zwei Meter, 30cm, etc. Ein Test, der bestimmt, ob auch alles richtig eingestellt ist und ob die Linse auch das gewünschte Objekt in einem bestimmten Abstand X scharf darstellt ist zu gucken, ob die zweigeteilte Linse richtig und perfekt horizontal aufeinander liegt. Das zu beschreiben ist schwer, schwerer ist es auch, diese Symmetrie durch diese futzelige Linsenöffnung zu erkennen. Für Schnappschüsse ist das nichts, haha. Da kommt man sich eher vor wie 1907.

Bild

Lightpainting Lomography

Anyways. Lichtmalerei funktioniert natürlich nur bei Dunkelheit, damit das Licht, beziehungsweise das Gemalte auch zu sehen ist. Dazu wird die Kamera auf „Bulb“ gestellt und ein 100 ISO-Film eingesetzt. Auch haben wir ein Stativ benutzt, damit das Bild nicht verwackelt wird und dazu einen Kabelauslöser. Ausgestattet mit Leuchtröhren, Leucht-Hula Hoops und Taschenlampen ging’s dann los. Kamera montieren, Bulb, Scharfstellen, Film weiterdrehen (wenn notwendig) und Kameradeckel ab. Derjenige, der mit dem Licht dann „malt“ sollte schon einige Sekunden vor der Betätigung des Auslösers loslegen, damit auch von Anfang an genug Licht durch die Linse kommt. Was danach kommt, ist einem selbst überlassen. Man kann mit mehreren Leuchten gleichzeitig hantieren, man kann jegliche Formen und Figuren rekreieren und, wenn man erfahren ist, auch mit Drahtwolle und Feuer coole Effekte zaubern.

Bild

Lomography Lightpainting

<– Dieses Bild ist mein Favorit, weil es mit der Raumtiefe spielt, bzw. sie ausnutzt. Dazu ist unser Lichtmeister mit einem Leuchtstab und kreisenden Bewegungen von der Kamera weg nach hinten gelaufen (mit Gesicht zur Kamera natürlich, sonst würde sein Rücken alles verdecken).

Es gibt wirklich unendlich viele Möglichkeiten, mit Licht coole Effekte und Formen auf Fotopapier zu bringen. Leider (oder zum Glück?) kann man diese Spielereien nicht alleine machen, aber zu zweit macht so etwas natürlich auch immer mehr Spaß und man kommt auch auf andere Ideen.

Hier noch meine Top 3 Tipps für Motive:

– Vorbeifahrende Züge

–  Sich auf einer Brücke über einer Straße platzieren und die vorbeifahrenden Autos knipsen.

– Menschen durch Lightpainting in „Engel“ verwandeln; dazu braucht man drei Leute. Einen Photographen, einen Engel, der sich mit ausgebreiteten Armen vor die Kamera stellt und jemanden, der mit einem Leuchtstab Flügel malt, oder die Arme des „Engels“ nachzeichnet. Natürlich können auch Engel in Teufel verwandelt werden, dazu braucht man dann vielleicht verschiedenfarbige Leuchten.

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Diana F+ Basics: Diana F+ Instant Back Mehrfachbelichtung

15. Mai 2013

Auch wenn es in meinem ersten Artikel über den Diana Instant Back nicht so klang, ich mag diese Art der Sofortbildphotographie sehr. Ja, es hat viel Zeit und Mühe und Tränen gekostet, aber wenn man einmal den Dreh raus hat, dann ist der Instant Back eine tolle Sache. Besonders großartig ist nämlich, dass man damit die gleichen Tipps und Tricks der analogen Photographie, welche auch bei der normalen Diana-Kamera möglich sind, auch hier zur Verfügung hat – nur halt mit Sofortresultat. Sehr spannend sind meiner Meinung nach die Mehrfachbelichtungen. Was das genau bedeutet ist sehr einfach: Wenn man ein Foto macht, dann, ganz rudimentär ausgedrückt, fällt Licht durch eine Linse auf ein Negativ und dieses Negativ wird dann belichtet. Das heißt, dass Chemikalien angeregt werden, die das fotographierte Bild auf dem Negativ abdrucken (das klingt jetzt sehr metaphorisch und blumig, ist jedoch natürlich ein sehr technischer Vorgang, den ich auf Grund meines literaturwissenschaftlichen Knacks‘ nicht anders ausdrücken kann 😉 ). Mehrfachbelichtungen heißt dann folgendermaßen nur, dass man den gleichen Negativ doppelt oder halt mehrfach belichtet. Das geht bei analogen Kameras ganz einfach, indem man den Film nicht weiterspult. Motiv wählen, Auslöser drücken, neues Motiv wählen, knipps knipps, Film weiterdrehen.

Bei den Instax ist das eine andere Geschichte, denn diese sind Filmpositive, das heißt, dass sich das Bild durch Lichteinfall entwickelt, also meist dann, wenn das Sofortbild aus der Kamera geschossen kommt. Bei den Fuji-Instaxkameras geschieht das Auswerfen des Films automatisch, beim Instant Back muss man manuell einen Knopf drücken, was einem die Chance gibt, mehrmals den Auslöser zu betätigen. Trotzdem gibt es Dinge, die man beachten sollte: denn, obwohl das Instax beim Instant Back so lange in der Kamera verweilt bis man den entsprechenden Knopf drückt, das Bild fängt schon im Instant Back an sich zu ‚entwickeln‘. Das heißt, je länger man zwischen den Aufnahmen wartet, umso mehr unterscheiden sich die Schüsse in Sichtbarkeit, Sättigung, etc. Wenn die Chemikalie erstmal das Fotopapier belichtet, dann ist es schwer, noch einmal zu belichten.

Mein Tipp ist also: zwischen den Schüssen sollten nur wenige Sekunden vergehen, am Besten unter 80Sek, dann ist das Ergebmis am gleichmäßigsten. Natürlich ist das von der Wetterlage und Sonneneinstrahlung abhängig und keine unumstürzbare Regel.

Ich  habe, damals noch in London lebend, bei gleicher Wetterlage (sonnig, wolkenlos) und nur wenige Minuten von einander entfernt drei Instax mit unterschiedlichen Blendeneinstellungen gemacht:

1) Blendeeinstellung F11 („cloudy“)

01 ← Offensichtlicherweise ist dieses Bild zu überbelichtet… trotzdem erkennt man noch das Männergesicht in der unteren rechten Hälfte des Bildes, welches ist über einen Blumenstrauß photographiert habe.

Durch die Überbelichtung (die Blende war zu groß, es gab zu viel Lichteinfall) erkennt man beide Motive zwar noch, es sind jedoch zu viele weiße Stellen zu sehen und alles ist sehr ausgewaschen.

Beide Bilder habe ich ca eine Minute von einander entfernt aufgenommen.

02Das zweite Bild ist mit der → Blendeeinstellung F16 („partially cloudy“) aufgenommen und hat auch 80Sek – eine Minute Zeit zwischen den beiden Aufnahmen. Man sieht auch ganz deutlich, dass das Bild nicht mehr ganz so überbelichtet ist.

↓Last but not least, das dritte Bild03, welches zwar von der Blendeneinstellung (F22 „Sunny“) am Besten funktioniert hätte, jedoch durch den großen Abstand zwischen den zwei Schüssen das ungleicheste Ergebnis produziert hat. Die Blumen sind fast komplett entwickelt und das, was ich dadrüber gelegt habe, ist fast gar nicht mehr zu erkennen. Schade eigentlich. Aber ich weiß jetzt, dass man sich am Besten schon vorher die beiden Motive aussuchen sollte, die man fotophraphieren möchte, damit der eigentliche Ablauf nicht durch so etwas verzögert wird.

Zur Motivwahl meine Tipps:

1. Sucht Motive mit unterschiedlichen Größen, Farben oder geometrischen Figuren um schöne Komtraste zu erzielen.

2. Zweimal das gleiche Motiv aus unterschiedlicher Entfernung/aus unterschiedlichem Blickwinkel gibt tolle Effekte

3. Menschen und Blumen übernander shooten

4. Drehe die Kamera um 180° um so zweimal das gleiche Motiv aufzunehmen.

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Diana Basics: abgelaufene Filme

8. Mai 2013

sw02Wie fast alles im Leben haben auch Filme ein Haltbarkeitsdatum. Dieses garantiert, dass die auf der Packung angegebene Lichtempfindlichkeit (ISO-Wert, siehe den letzten Diana Basics-Eintrag) geährleistet wird und man nicht plötzlich total über- oder unterbelichtete Abzüge nach dem Entwickeln der Negative bekommt. Ist ein Film erstmal über dem Ablaufzeitraum, können die ISO-Werte nicht mehr 100% gewährleistet sein. Das macht aber nichts, denn diese Filmrollen kann man durchaus trotzdem noch verwenden. Im Grunde ist ’nur‘ die Lichtempfindlichkeit etwas gesunken, das heißt, man muss einen 200 ISO-Film dann wie einen 100 ISO-Film verwenden und die Blenden entsprechend einstellen. Natürlich kommt es bei abgelaufenen Filmen auch darauf an, wann der Film abgelaufen ist, wie und wo er gelagert wurde und von welcher Marke er ist. Je älter der Film, umso unempfindlicher ist er, was Licht angeht, usw. Das muss man dann individuell sehen.

Ich finde abgelaufene Filme sehr spannend, weil man nie genau weiß, ob und wie die Bilder letztendlich aussehen werden. Es kann viel passieren – Lichteinwürfe, Verfärbungen, Farbausfälle, Grauschleier, Farbverläufe und all das, was coole Leute mit ein paar Klicks ganz lässig auf Instagram machen. Bei abgelaufenen Filmen verhält es sich jedoch eher wie mit einer Wundertüte: man weiß nicht, wie das Ergebnis sein wird, es kann auch sein, dass gar nichts belichtet wird und man alle Bilder nachher in die Tonne kloppen kann.

Diese Bilder wurden von mir mit einem abgelaufenen 200 ISO schwarz-weiß Film (120mm) gemacht sw01und obwohl sie einen leichten Grauschleier haben, finde ich, dass sie von der Filmqualität noch sehr gut geworden sind. Abgelaufene Filme findet man nicht überall; Ich habe diesen 120er Film in einem Fotoladen für ein paar Euro in der Bergmannstraße gefunden, auch gibt es solche Schätze manchmal auf Flomärkten oder anderen Fotofachgeschäften (der Vollständigkeit zu Liebe muss ich sagen: Lomography.de verkauft auch abgelaufene Filme, aber für teuer Geld; find ich für lustige Experimente manchmal schon zu teuer). Achtung, bei Flomärkten würde ich immer den Verläufer fragen, wie die Filme gelagert wurden. Optimal ist natürlich eine Lagerung in einem kühlen, trockenen Ort, da wird der Film so am besten und sichersten konserviert.

Schlussendlich würde ich sagen, dass sich abgelaufene Filme vor allem bei Sonnenschein eignen, damit immer genug Licht gegeben ist -auch für lichtunempfindliche Filme. Und zur Sicherheit immer ein bisschen überbelichten (also Blende auf wolkig stellen, auch wenn es vielleicht nur leicht bewölkt ist).

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Diana F+ Basics: ISO-Werte

1. Mai 2013

CIMG4660

Wenn man einen Film im Laden kauft, ganz egal ob bei Rossmann oder beim Lomography Store, dann kann man zwischen verschiedenen ISO-Werten wählen. ISO, oder früher ASA oder DIN, beschreibt die Filmempfindlichkeit. Das heißt im Klartext, dass die Zahl auf dem Film angibt, wie Hoch die Lichtempfindlichkeit des Films ist. Theoretisch bedeutet das: je höher der Wert, desto dunkler kann die Umgebung sein. Wie gesagt, das ist nur theoretisch; ich persönlich würde auch mit einem 800 ISO-Film nachts und drinnen niemals ohne Blitz fotographieren (davon ausgenommen natürlich Langzeitbelichtungen und andere Schnullis.

ISO-Werte liegen bei analoger Fotographie  zwischen 100 und 800, Standard (im Sinne von herkömmlich) ist jedoch 200 und 400, weil diese ISO-Werte für normale Hobbyfotographen vollkommen ausreichen. Über den Daumen gepeilt kann man sagen: je niedriger der ISO-Wert, umso heller kann (und muss!) es draußen sein, damit der Film ausreichend belichtet wird. Umso höher der Wert, umso dunkler kann es sein (Das kann man sich auch über die Analogie zum menschlichen Auge merken; je heller, desto kleiner die Iris und umgekehrt). 100-ISO empfiehlt sich deswegen für extrem gutes Wetter mit viel Licht, blauem Himmel und sowieso allem, was wir in Deutschland meistens nur einen Tag im Jahr haben 😉 Davon abgesehen sollte man auch für Langzeitbelichtungen 100-ISO-Filme nehmen, denn dann kann man die Linse ne gute Zeit offen lassen ohne zu bangen, dass das Bild durch nachher komplett überbelichtet wird.  Ein 800 ISO-Film braucht weniger Licht zur Belichtung und könnte deswegen nicht so lange mit offener Linse belichtet werden, ohne komplett weiß zu sein.

Davon abgesehen steigt bei höherer ISO-Zahl auch die Körnung des Bildes. Das heißt, die Lichtkristalle auf dem Film sind größer (Analogie Auge!) und hinterlassen auf dem Foto einen unschönen, körnigen Schleier. Auch ist die Sättigung nicht so hoch wie bei niedrigeren ISO-Werten.

Man kann das Resultat letztendlich auch durch bestimmte Push-Pull-Entwicklungen manipulieren, nur geht das über die Möglichkeiten vieler Hobbyfotographen hinaus (mich inbegriffen) und ist auch für Anfänger durchaus überfordernd, deswegen lass ich das an dieser Stelle 🙂

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Diana F+ Basics: Lomography Filmformate, 35mm VS 120mm

21. April 2013

CIMG1422

Als man früher mit einer analogen Kamera Fotos gemacht hat, hat man immer den gleichen Film gekauft, nämlich den, der auch in diese grauen Dosen passt (↑). Bei der Diana-Kamera passt dieser Film leider nicht mehr, der brauch den bestimmten 120mm-Film, der viel schmaler und länger ist als der andere. Wo man den Standardfilm noch bei Rossmann oder in alten Wühlkisten jeglicher Läden findet (Ich hab mal gefühlte Stunden im Media Markt im Alexa nach analogem Film gesucht, bis mich der Verkäufer in die hinterste Ecke wies, wo ein mickriges Regal drei 35mm-Filmrollen aufbewarte.), ist der 120mm-Film nur in speziellen Läden zu kaufen. Den da auf dem Foto hab ich im Dreierpack im Lomography-Laden hier in Berlin erstanden. Wie jeden Film gibt es auch diesen in verschiedenen Variationen, zb mit verschiedenen ISO-Werten, aber auch in schwarz/weiß, mit redscale oder als Diafilm. Der wichtigste Unterschied zwischen diesen beiden Filmformaten ist die Bildanzahl. Wo ein 35mm-Film bis zu 36 Bildern machen kann, ist sein länglicher Bruder begrenzt auf 12 Fotos pro Rolle. Auch muss man beachten, dass es teilweise Schwierigkeiten bei der Entwicklung geben kann, denn nicht jeder Fotoladen kann dieses Format entwickeln. Mitlerweile hat es jedoch auch der Drogeriemarkt dm hingekriegt, sowohl Negative, als auch Abzüge aus diesen Lulatsch zu zaubern.

das unterschiedliche Format hat natürlich auch Einfluss auf die Abzüge. Die normalen kennt natürlich jeder, das ist das typische, rechteckige Format. Der 120er Film ist dagegen quadratisch ↓.

ScanImage0032  Das ist ein Foto, welches ich letzten Sommer gemacht habe. Und zwar ist es eine Doppelbelichtung, wo ich den berliner Fernsehturm über Sommerblumen fotographiert habe. Durch das 120mm-Format des Filmes wurde der Abzug dann wunderbar quadratisch. Ich mag dieses Formal zum Beispiel lieber als das normale.

Leider sind die Mittelformatfilme teurer und haben, wie gesagt, nur halb so viel Platz auf der Rolle. Deswegen habe ich mir zu Weihnachten den 35mm-Back von Lomography schenken lassen, den man einfach auf die Diana hinten draufklippt (genauso wie man das auch mit dem Instant Back tut) und das funktioniert wirlich toll. Jetzt kann ich auch gleich zwei Fotos machen, zur Sicherheit, falls eins nichts wird, oder auch verschiedene Einstellungen (siehe letzten Diana-Post) bei gleichem Motiv/Wetterlage probieren, ohne gleich ein Vermögen zu zahlen. Yippie 🙂

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Diana F+ : Basics

10. April 2013

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Lomography ist für Einsteiger ziemlich kompliziert, das hängt vor allem mit den ganzen Blende- und Linseneinstellungen zusammen, die man plötzlich können und beachten muss. Als ich klein war hatten wir nur analoge Kameras, ich glaub meine erste digitale bekam ich 2005 oder so. Auf jeden Fall erinnere ich mich noch, dass es bei unseren analogen Kameras damals keine Regler, Knöpfe und Einstellungswerte gab. Linse aufmachen, Auge durch den Sucher und ab geht die Post. Ja ganz so einfach ist es bei der Diana leider nicht. Da gibt es einige wichtige Sachen, die man beachten muss, sonst wird das Bild nichts. Zwar kommt die Kamera passend mit Anleitung, nur ist die etwas so hilfreich wie’n Sack Flöhe. Dieser Blog-Post soll all denen helfen, die gerade frustriert oder verwirrt vorm Rechner sitzen und ein paar Starttipps brauchen. Hier der erste Teil des Einmaleins der Diana-Kameras: Einstellungen.

 

1. Kameraverschluss (Shutter settings)

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Wie ihr seht sind über der Linse zwei Einstellungen: „N“ und „B“ – Dazu kann man sagen, dass dieser Regler einstellt, wie schnell der Verschluss der Kamera sich öffnet und schließt. Soll heißen: Wenn ihr den Regler auf „N“ stellt, öffnet sich die Linse mit 1/60 Sekunde. Bei „B“ kann die Linse manuell geöffnet werden. Soll heißen: Die Linse ist so lange offen, wie ihr den Auslöser drückt. Das ist besonders bei Pinhole oder Nacht-/Langzeitaufnahmen sehr wichtig. Bei normalen, bei Tageslicht geschossenen Fotos sollte man immer „N“ auswählen, sonst kommt zu viel Licht durch die Linse und das Bild wird weiß. Also, vor jedem Foto bitte noch einmal gucken, ob der Regler auch wirklich auf „N“ steht 🙂

2.Blendeneinstellung (aperture setting)

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Hier seht ihr vier Symbole: wolkig, teilweise wolkig, sonnig und Pinhole. Der Einfachheitheit wegen lasse ich Pinhole hier an dieser Stelle weg, da das ein eigener Blogeintrag wird. Für Anfänger reichen die ersten drei Einstellungen vollkommen aus. Die Symbole entsprechen den Blendeneinstellungen f11 (wolkig), f16 (teilweise wolkig) und f22 (sonnig). Das heißt, je nach Sonneneinstrahlung verkleinert oder vergrößert sich die Linse, so dass der Film (das Negativ) genügend belichtet wird. Man kann es sich wie ein Auge vorstellen: je heller es wird, desto kleiner wird die Iris. Bei Dunkelheit vergrößert sie sich, da zum Sehen mehr Lichteinfall gebraucht wird. Bei der Kamera ist es genauso, nur dass man es manuell nach Wetterlage einstellen muss. In der Theorie passt man den Regler einfach an die Wetterverhältnisse an; leider hängt das in der Praxis natürlich auch von den ISO-Werten des Films ab. Über den Daumen gepeilt kann man sagen, dass diese Einstellungen bei einem 400 ISO-Film übereinstimmen. Alles drunter muss einen Grad höher eingestellt werden. Soll heißen: wenn du einen Film mit 200ISO benutzt und es draußen teilweise bewölkt ist, dann stelle den Regler auf „wolkig“ usw.

3. Zoom

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Hier seht ihr drei Entfernungsangaben, die ihr eurem photographierten Objekt anpassen müsst. Dazu einfach den Regler entweder auf 4m – Unendlich, 2-4 Meter oder 1-2 Meter stellen. Fertig 🙂

4. Der Auslöser (shutter release)

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Da ist er 🙂 Das klingt vielleicht jetzt albern und offensichtlich, aber ich habe schon oft gesehen, dass es Leute falsch machen, deswegen hier noch ein kleines „heads up“: Man muss den Auslöser nicht gedrückt halten. Die Linse arbeitet automatisch, dass heißt, nach 1/60 Sekunde ist das Ding wieder zu, egal ob da noch was runtergedrückt wird oder nicht. Also, einfach Auslöder runter drücken und loslassen, fertig 🙂

So das war Teil eins meiner „Diana F+ Basics“ Reihe. Ich hoffe das hat dem einen oder anderen etwas gebracht. Bei Fragen oder Anregungen bitte einen Kommentar hinterlassen 🙂

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Lomo in the sky with Diamonds

14. Januar 2013

Ja ich muss es leider zugeben, auch ich habe eine Diana-Kamera von Lomography. Für viele der Inbegriff des Hipstertums, für mich ein Spaß am Fotographieren. Wer Lomography nicht kennt wird jetzt sicher die Nase rümpfen und die Augen rollen über diese geheimnistuerischen Worte. Dabei ist das mittlerweile ne echte Wissenslücke. Lomography gehört zum jugendlichen Leben dazu wie die Club Mate (bäh!) oder Mustafas Gemüse Kebab (lecker!). BildHier ↑ seht ihr meine Diana F+, eine Replik einer Russischen Kamera aus den 1920ern, die dann als so genannte Spielzeugkamera ihr Revival in den 50ern in Amerika fand. Damals kostete so eine Plastikkamera noch schlappe 50cents, heute gehen die für mehr als 100€ über den Ladentisch. Und Filme muss man ja auch noch kaufen. Denn, und hier spätestens fragen sich die Meisten „Warum eigentlich?“, Lomography ist nicht nur ein lustiger Retro-Spaß, sondern bezeichnet auch eine neue Welle an Analog-Fotographen, die sich mit viel Know-How schon fast vergessenes Wissen über Blendenöffnungen und ISO-Werte aneignen. Und, weils so schön war frag ich noch einmal: Und warum das eigentlich? Tja, Lomography ist Kunst. Auch das noch! Jenseits der Iphone-Kameraspontanität, die täglich eine Myriade an Fotos ins Internet läd, sei es vom Toilettenbesuch bei McDonalds oder nach einem Shoppingmarathon, sehnen sich die Menschen nach etwas Greifbarem, etwas Nachhaltigem. Anders als bei digitaler Fotographie kann man mit analogen Kameras durch ein paar Kniffe unglaublich schöne Effekte und Spielereien zaubern, die durch das Format auch etwas Einzigartiges besitzen. Denn, bei der analogen Fotographie ist jeder Schuss besonders, jedes Foto überlegt. Wilde Drauflosknipserei ist hier Fehl am Platz. Jedes Motiv mag durchdacht sein, jede Blende neu auf das Objekt eingestellt werden. Außerdem ist der Platz begrenzt, ein 120mm Film hat nur 12 Fotos, wenn die verknipst sind ist Ende. Und bei den eher teuren Entwicklungsmethoden (12 Abzüge des 120er Films kosten knapp 15€) ist der Wunsch, etwas Tolles und Besonderes zu schaffen, viel ausgeprägter. Natürlich heißt das nicht, dass Lomographen kleinkarierte Spießbürger sind, die erstmal eine Abhandlung schreiben, bevor sie den Auslöser drücken. Lomography soll Spaß machen und Momente festhalten, die einem wichtig sind. Da kann auch mal etwas daneben gehen. Und, bei aller Lobrede an diese vorsteinzeitliche Art des Fotographierens muss ich zugeben, dass es nicht leicht ist. Meine letzte analoge Kamera hatte ich mit 13 und da musste man auch keine Blendeöffnungen und Belichtungszeiten wissen. Blitz an, Auge durch den Sucher und fertig ist die Laube. Bei der Lomography ist das anders. Die Diana-Kameras sind sehr lichthungrig, oft wird der lustige Schnappschuss zur dunklen Suppe auf Fotopapier. Das nervt und ist super frustrierend. Leider gibt es keine Anleitung, man muss es einfach wissen. Oder, und das ist wohl wahrscheinlicher, man muss es üben. Probieren, probieren und noch mal probieren. Irgendwann weiß man schon, wann F11 und wann F16 gefragt ist, und dass der Sucher nicht gleichbedeutend mit der Linse ist.

Wenn man dann dranbleibt kann man coole Dinge machen, zum Beispiel Langzeitbelichtung, oder Mehrfachbelichtung. BildDas Bild ↓ ist eine Doppelbelichtung. Das heißt, dass ich einfach zwei mal ein Foto gemacht habe, ohne vorher den Film weiter zu drehen.

Das macht Spaß und es kommen sehr interessante und coole Effekte raus. Am Samstag habe ich an einem offiziellen Lomography Workshop teilgenommen, der ganz unter dem Motto „light Painting“ lief. Dort haben wir uns in Eiseskälte Abends auf ein Parkhausdach geschlichen und mit Langzeitbelichtung und verschiedenen Leuchtquellen (Taschenlampen, Leucht-Hula Hoops, etc) coole Effekte gezaubert. Heute habe ich den Film zum Entwickeln, bzw zum Entwickeln der Negative, zu dm gebracht, in einer Woche kann ich die abholen und dann müssen noch die Abzüge gemacht werden. Es kann also dauern 🙂 Aber ich freu mich schon sehr auf das Resultat und werde auf jeden Fall mehr schreiben, wenn ich die Bilder vor mir liegen hab. So als Trockenübung macht das wenig Sinn.

in diesem Sinne….