Browsing Tag

Deutschland

Allgemein

Pilze sammeln im herbstlichen Wald

27. Oktober 2014
IMG_20141004_162105

Der Feiertag im Oktober bescherte uns allen ein verlängertes Wochenende und mein Freund und ich nutzten den Extratag, um zu seiner Familie in den Norden Deutschlands zu fahren. Die Zeit war sehr entspannend: An der Ostsee spazieren, Fischbrötchen essen, im Whirlpool und der Sauna entspannen und einfach mal der nervigen Stadt entkommen. Auch kam ich in den Genuss, im Wald Pilze sammeln zu gehen, eine Aktivität, die mir als altes Stadtkind häufig verborgen bleibt. Das Wetter war wirklich toll – Sonnenschein, kein Tropfen Regen und knisterndes Herbstlaub unter den Füßen.

ipp IMG_20141004_154820 IMG_20141004_155734 IMG_20141004_155913 IMG_20141004_160335IMG_20141004_160404 IMG_20141004_161327 IMG_20141004_162105IMG_20141004_171014  IMG_20141004_201438

Allgemein

Aus gegebenem Anlass: Tag der Deutschen Einheit

3. Oktober 2014
deutscher-bundestag.625.351.s
deutscher-bundestag.625.351.s

Quelle: .jungagiert.de

Ich hoffe jeder, der das liest, verbringt einen schönen und erholsamen Tag der Deutschen Einheit. Ich bin froh, meine Wessi- und Ossi-Freunde in meinem Leben zu haben. Wir hatten im Gymnasium einen Politik- und Geschichtslehrer, der mit Vornamen Volker hieß und wegen dem wir immer „Alle Macht geht vom Volker aus“ oder, an das Bild oben angelehnt „Dem Deutschen Volker“ gesagt haben.

Ich bin sehr froh, dass wir schon seit fast 25 Jahren „ein Volker“ sind 🙂

Allgemein

Die Wahl zum Europaparlament

1. Juni 2014

Vor einer Woche haben die Europäer gewählt. Viele Länder, darunter auch Frankreich und Großbritannien haben einen deutlichen Rechtsdruck erfahren. In Deutschland kam die eurokritische Partei AfD „nur“ auf 6% und ist damit nicht mal in der Top 3 der stärksten Parteien dieser Wahl. Anders sieht es in Frankreich aus, wo die Partei Front National 25% der Stimmen holte und somit stärkste Partei unseres westlichen Nachbars ist. Aus allen Ecken bekam ich zu hören, dass viele diesen Erdrutschsieht der französischen Nationalisten als „überraschend“ empfanden. Wirklich? Ich fand es eher überraschend, dass die Partei nicht noch mehr Stimmen bekommen hat. Frankreich hat zurzeit den rechten Parteien nichts entgegen zu setzen. Die Sozialisten und vorne weg vor allem Präsident Hollande haben auf ganzer Linie versagt. Da sieht sogar seine Ex Segolene Royale im Vergleich noch gut aus – und auch sie ist eine politische Lachnummer. Die Sozialisten enttäuschen auf ganzer Linie. Frankreichs Wirtschaft schwächelt und es gibt keine Hoffnung auf Besserung, Jugendliche finden zusehend keine Arbeit, wirtschaftlich und sozial abgehängte Migranten werden an die Ränder der Städte verfrachtet, wo sie kriminelle Parallelstrukturen aufbauen und Hollande steht da mit seiner runden Brille und wirkt wie gelähmt. Und auch die Konservativen bieten keine wirkliche Alternative. Marine Le Pen hat es geschafft, die Partei ihres Vaters aus der rechten Schmuddelecke zu holen und für die Jugend aufzupolieren. Die meisten Stimmen bekam FN von jungen Leuten unter 35. Vor 10 Jahren wäre das undenkbar gewesen! Man erinnere sich an die Wahl von 2002 in der es überraschend eine Stichwahl zwischen Jean-Marie le Pen und Chirac gab und die Mehrheit um zweiten Wahlgang die konservative Partei wählte, nur um das größere Übel namens FN abzuwehren. Und heute wählen die Leute FN, weil es keine ernstzunehmende Alternative mehr gibt. So weit ist es schon gekommen in der Fünften Republik. Die Menschen sehnen sich nach politischen Figuren, die charismatisch sind und noch Stärke und Willenskraft ausstrahlen. Hollande ist kein Mitterrand, Sarkozy ist kein Chirac. Le Pen forderte unlängst Neuwahlen in Frankreich, weil ihrer Meinung nach das Volk nicht mehr hinter der sozialistischen Regierung stünde. Wenn das passiert werde ich auch zur Wahl geladen (habe auf Grund meines französischen Vaters die doppelte Staatsbürgerschaft) und hoffe, dass sich das Ergebnis der Europawahl nicht wiederholt. Sonst sehe ich schwierige Zeiten auf uns alle zukommen.

Ähnlich verrückt scheint es bei unseren britischen Freunden zu sein, die mit 28% der Stimmen für UKIP das Wahlergebnis der Partei von 2009 verdoppeln konnten. Polemische Aussagen wie „Raus aus Europa“ und das zum Sündenbock machen von Muslimen und Immigranten scheinen zurzeit bei den Briten auf nahrhaften Boden zu stoßen. Ich denke mir, dass, wenn die Mehrheit der Briten für einen Ausstieg aus der EU sein sollte, sollten sie dies tun. Die fatalen wirtschaftlichen Folgen und der damit verbundene Abstieg werden danach zwar ohne Zweifel eintreffen, aber so ist das dann. Großbritannien hat quasi keine Exporte. Das einzige, was diesen Staat derzeit rettet ist, dass London das Finanzzentrum Europas darstellt. Tritt UK aus, wandert es über den Atlantik nach Frankfurt und die Engländer müssen sich etwas anderes überlegen. Ich find es immer abscheulich, dass rechte Parteien Großbritanniens gegen Sinti und Roma hetzen und sich als „Sozialamt Europas“ sehen, jedoch nicht wahrhaben wollen, dass die englische Börse mit ihren schmierigen Hedgefont-Managern einen großen Teil zur Bankenkrise beigetragen haben. London verdiente Milliarden mit Europa. Sollen die Briten also gehen. Wir werden sehen, was danach kommt.

Europa ist im Wandel. Von überall her rücken die Länder nach Rechts. Ich blicke mit Spannung und Sorgnis in die Zukunft und vor allem nach Frankreich. Le Pen und ihre Partei stimmten nach der Wahl spontan die Marseillaise an. Wenn es so weitergeht, wird von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit nicht mehr viel übrig sein.

Allgemein

2. Advent. Hanukkah 2013

8. Dezember 2013

IMG_20131127_183349vom 27.11 bis zum 05.12.2013 war Hanukkah, eines der größten und bedeutsamsten Feste der jüdischen Religion. Hanukkah wird als das Fest des Lichts gefeiert, weswegen in dieser Zeit acht Kerzen entzündet werden – eine für jeden Tag.

Nach der religiösen Überlieferung bezieht sich diese Tradition auf ein Wunder, welches dazu führte, dass ein Krug, welcher Öl nur für einen Tag hatte, acht Tage lang brannte. Aus diesem Grund feiern Juden rund um die Welt jedes Jahr das Wunder des achttägigen Lichts und essen dazu Speisen, die in Öl gebacken oder frittiert sind.

Ich habe meinen Freund am 27.11 zum Brandenburger Tor begleitet, wo gegen 19 Uhr der Anfang des diesjährigen Hanukkah-Fests groß gefeiert wurde. Vor dem Brandenburger Tor hatten sie eine riesige Menorah aufgestellt sowie Informationsstände, Musik und eine Bühne. Pünktlich begann das Showprogramm: es gab eine Vierergruppe kleiner Mädchen, die russische Hanukkahlieder gesungen und dazu getanzt haben, einen israelischen Sänger und eine Reihe von prominenten Gästen und Rabbinern, die zum Auftakt des Fests gesprochen haben. Der Ort ist natürlich sehr traditionsträchtig und auch in der Deutsch-Jüdischen Geschichte kein unbeschriebenes Blatt. Früher marschierten die Nazis durch das Brandenburger Tor und heute feiert dort eine einst bis zum Tode verfolgte religiöse Minderheit ganz offen und selbstbewusst ihr Fest. Für Berlin und auch für Deutschland ist das ein großer Schritt in die richtige Richtung und ein klares Zeichen für Toleranz und Völkerverständigung. Jeder, der das hier jetzt liest, weiß, wie schwierig sich die Deutschen immer noch mit der braunen Vergangenheit tun und dass wir alle mit einer Portion Schuld aufwachsen (gewollt oder ungewollt), jedoch finde ich, dass solche Momente zeigen, dass man zwar die Vergangenheit als Mahnung bewahren sollte, es jedoch immer vorwärts geht. Und, wenn Juden am Brandenburger Tor in Berlin Hanukkah feiern können, dann zeigt das viel über unsere Gesellschaft. Das hat mich sehr berührt und auch stolz gemacht.

IMG_20131127_191202Aber zurück zum eigentlichen Thema. Ein großer und wichtiger Teil des Abends war natürlich das Entzünden des ersten Lichts. Dazu fuhren zwei Rabbiner und Berlins regierender Bürgermeister Klaus Wowereit samt brennender Fackel mit einem Kran nach oben und zündeten erst das mittlere Licht und dann das ganz rechts außen an. Danach wurde weiter gesungen (traditionelle, religiöse Lieder sowie israelischer Pop), Krapfen/Berliner/Pfannkuchen verteilt und getanzt. Highlight des Abends war für mich auf jeden Fall der Anblick mehrerer knuffiger, dicklicher Rabbiner, die sich an den Händen haltend zur Musik getanzt und gesprungen sind. Sehr possierlich zu sehen, wie kleine, knuffige Männer rumhopsen und sich um die eigene Achse drehen.

IMG_20131127_202910Leider war es irgendwann trotz Tanz und Bewegung recht kalt, auch hatte es geregnet, weswegen wir kurzerhand noch zum Potsdamer Platz was essen gegangen sind. Sehr stilecht und passend zum Anlass auch fettige Donouts mit Schokosauce und Streuseln. Danach sind wir nach Hause gegangen und haben unser eigenes Hanukkah-Licht entzündet.

IMG_20131127_231957Diese putzige Mini-Menorah haben sie ebenfalls verteilt und mein Freund hat als alter Profi das Anzünden übernommen.

Ich persönlich konnte vorher gar nichts wirklich mit dem Feiertag anfangen und war froh, wenigstens einen kleinen Einblick erhaschen zu können. War alles sehr neu und fremd, aber doch sehr positiv für mich, das Ganze einmal zu erleben. Bis zum nächsten Jahr. L’Chaim!

Allgemein

Tag der Deutschen Einheit

3. Oktober 2013

CIMG2301Ich wünsche allen, die das lesen, heute einen schönen ‚Tag der Deutschen Einheit‘! Genießt den Feiertag, habt viel Spaß und Freude und lasst es euch gutgehen (ach ja? sag mir nicht, was ich zu tun hab!).

Ich persönlich bin froh, dass wir diesen Tag heute schon zum 23. Mal feiern, denn der Großteil meiner Freunde stammt aus Gebieten der ehemaligen DDR.

Ich werde an diesem Tag wohl zum tausendsten Mal den Geschichten meiner Eltern lauschen, wie sie damals in den 80ern von Westberlin über die Transitstrecke zu den Verwandten meiner Mutter nach Hessen gebraust sind und es in den Autobahnraststätten immer nur Broiler oder Soljanka gab, obwohl die Speisekarten gefüllt waren mit Speisen, die die kapitalistischen Herzen der Klassenfeinde höher schlagen ließen. Mein Vater erzählt es immer so:

Er: uuhm ich hätte gerne Spaghetti Bolognese

Raststättenverkäuferin: Ist aus

Er: Oh, dann bitte einmal Schnitzel mit Pommes

Raststättenverkäuferin: Ist aus

Er: Na gut, dann nehm ich Pizza

Raststättenverkäuferin: Ist aus

Er: Okay was haben Sie denn heute im Angebot?

Raststättenverkäuferin: Broiler oder Soljanka

 

Hach ja, wie gut, dass wir heute einfach bei McDo halten können 🙂 Es lebe die Einheit!

Allgemein

Bundestagswahl 2013

22. September 2013

Heute ist Bundestagswahl in Deutschland und alle über 18-Jährigen sind hoffentlich irgendwann heute an den Wahlurnen und geben ihre Stimme ab! Wenn du das liest und noch nicht gewählt hast: keine Sorge, die Wahllokale haben noch bis 18h auf 🙂 Ich hoffe, dass alle ihre Chance wahrnehmen und zur Wahl gehen, denn nur so können wir als Volk was entscheiden! In diesem Moment gibt es Krieg um das zu erreichen, was wir heute alle zun können: die Stimme abgeben und seine Meinung sagen. Nicht zur Wahl zu gehen kann ich einfach nicht verstehen. Wir können JETZT an DIESER STELLE gemeinsam etwas verändern.

Wer nicht wählt, kann sich hinterher auch nicht beschweren.

Allgemein

Nie wieder Krieg

1. September 2013

Ich bin sehr froh darüber, dass Deutschland eine militärische Intervention in Syrien ausschließt. Mal abgesehen davon, dass dieses Land nicht die entsprechenden Waffen/Drohnen/Raketen hat und den NATO-Verbündeten eh ’nur‘ mit unterstützenden Manövern behilflich sein könnte, glaube ich, dass Deutschland in Syrien nichts zu suchen hat. Geschweige denn, die anderen Staaten der NATO. Syrien hat weder einen NATO-Staat angegriffen, noch ein verbündetes Land der NATO-Staaten in kriegerische Zustände befördert. Die NATO-Staaten, ganz vorne natürlich Weltpolizei USA, haben rein rechtlich gesehen deshalb nicht die Befugnis, militärisch in Syrien zu intervenieren. Auch diese „Responsibility to React“-Klausel kann an diesen Gesetzen nichts ändern. Die Verbündeten klagen Assad an, weil er sich nicht an Genfer Konventionen hält und (angeblich) Giftgas einsetzt, die USA ist aber (mal wieder) bereit, sämtliche UN-Chartas zu brechen und im Alleingang in Syrien einzumarschieren.

Nun frage ich mich: wem soll das nützen? Den ganzen Toten, die qualvoll durch Giftgas umgebracht wurden, leider nicht. Es ist so gesehen egal, welche Seite die Giftgasbomben geschmissen hat, den Opfern dieses Anschlags hilft das leider nicht mehr. Ebenso löst das ja auch das Problem nicht. Auch wenn ein möglicher Angriff der USA abschreckend wirkt, die Giftgasvorräte befinden sich ja noch im Land. Und wer einmal so etwas Abscheuliches einsetzt, der schreckt auch nicht davor zurück, dies noch einmal zu tun.

Auch frage ich mich: wem spielt eine militärische Intervention in die Hände? Den Dschihadisten, die in Syrien nach Macht streben und das Politvakuum für sich nutzen wollen? In Syrien gibt es kein Gut und Böse mehr, die Rebellen foltern und töten, misshandeln und vergewaltigen genauso Zivilisten wie es die Regimetreuen tun. Beide Seiten haben Blut an den Händen. Das romantische Bild der armen Guerillakämpfer, die sich gegen den bösen Diktator auflehnen und nach Demokratie nach westlichem Vorbild streben, ist ein Irrglaube. In Syrien herrscht nicht nur politisches Chaos; was dort unten viel Hass und Mord generiert sind religiöse Dispute, die nicht friedlich ausgehen können.

Es ist so unglaublich leichtgläubig zu denken, dass Raketen Frieden bringen. Vor allem die Aussage, man würde keine Zivilisten gefährden, sondern nur zur Abschreckung Assad-Gebiete bombardieren, ist eine Farce. Es sterben immer Zivilisten. Assad wird sehr wahrscheinlich nicht mehr in seinem Palast sitzen und auf den Kugelhagel von Oben warten. Der ist längst im Iran oder in einer Villa in London untergekommen und lacht sich ins Fäustchen.

Die humanitäre Katastrophe, die Millionen von Flüchtlingen im Libanon und der Türkei – denen sollte geholfen werden. Das ganze Geld, was durch Krieg und Bomben verballert wird, würde in Einrichtungen des Roten Kreuzes oder des Roten Halbmonds besser unterkommen.

Wir stehen im Moment an einem Scheideweg, der zwischen Krieg und Frieden auf der ganzen Welt entscheiden wird. Wenn die USA Syrien angreift und der Iran als Verbündeter Syriens Bomben auf Israel regnen lässt, dann kann sich auf Deutschland nicht mehr hinter sicheren, defensiven Mauern verstecken. Dann wurde ein Verbündeter angegriffen und wir als NATO-Mitglied zur Reaktion beordert.

Krieg bringt keinen Frieden. Im Gegenteil, wenn Syrien weiterhin brennt, wird sich das Feuer schnell weiter in der arabischen Welt ausbreiten. Was wir brauchen sind diplomatische Verhandlungen, humanitäre Lösungen und Waffenstillstände. Wozu sind Diplomatie und Runde Tische denn sonst da?

Es wird sich zeigen.

Allgemein

Indignez-vous !

21. Juli 2013

Das Leben mit dem Internet, welches ja für uns alle gesehen #Neuland ist, wird immer prekärer. Alles wird gespeichert, jeder Schritt dokumentiert, jedes Bild mit einem Raster versehen. Das dass alles natürlich nur zu unserem Besten geschieht hat auch Frau Merkel schon mehrmals versichert, wie hätte man sonst bereits sieben Anschläge vereiteln können? Die Angst vor dem Terror scheint im 21. Jahrhundert die Antwort auf jede Frage zu sein, auch wenn diese Frage so nie von der Bevölkerung gestellt wurde. In den USA sind seit 2005 rund 60 Menschen bei Terroranschlägen ums Leben gekommen, jährlich sterben jedoch 30.000 Menschen in den Vereinigten Staaten durch Schusswaffen. Die Panik vor dem Terror ist trotzdem der Motor für die systematische Ausspähung ganzer Nationen, Millionen von Unschuldigen und unzähligen Regierungen.

Dabei wird es PRISM und co heutzutage wahrscheinlich leichter gemacht denn je. Wo früher die Stasi tausende Stunden vor dem Abhörgerät brütete, Leitungen anzapfte und Leute durch unschuldig dreinblickende IMs beschattete, braucht man heute nur einen Click auf Twitter, Facebook und Instagram tun und einem prasseln millionenfach persönliche Gedanken, Nacktbilder und Konsumverhalten mit eingebauter Verortungs-App entgegen. Freiwillig lassen junge Menschen jeden Schritt durch elektronische Geräte aufzeichnen und dokumentieren, ganz bewusst wird mit persöhnlichem kokettiert.Und trotzdem werden weiterhin 500.000 Verbindungen jede Woche abgeschöpft und durchforstet. Bei dieser Menge muss jeder Bürger Deutschland potentieller Islamist und Attentäter sein, anders können die USA diesen Wahnsinn nicht rechtfertigen. Es ist eine Schande, dass die Bundeskanzlerin immer noch schweigt, auf Durchzug schaltet und dieses riesengroße Problemchen der Privatsphäre am liebsten bis  September aussitzen würde. Wo kommen wir denn hin? Hape Friedrichs Kasperletheater kann man ja wohl kaum als angemessene Reaktion auf diesen Verrat bezeichnen. Es empört mich, dass der Großteil der Gesellschaft d’accord mit der Abhörmaschinerie ist. „Hast du denn was zu verbergen?“ wird man gefragt, wenn man es denn wagt, seinen Unmut über die Abhörvorgänge kund zu tun. Ja, ich habe etwas zu verbergen. Meine Privatsphäre nämlich. Ich möchte selbst bestimmen können, wer was lesen kann und mit wem ich welche Informationen teilen möchte. Diese Art von imperialistischer Fremdbestimmung stößt mir sauer auf. Genauso diese verdächtige Stille, die sich durch das deutsche Volk wie ein Dunstschleier zieht. Empört euch!

Es wäre naiv zu glauben, dass wir erst seit gestern abgehört werden, dieser Zirkus läuft wahrscheinlich schon seit 9/11 und wurde wohl auch im Wohlwollen von Rot-Grün befehligt. Das zeigt mal wieder wie moralisch verrohrt und heuchlerisch jegliche Parteien sind. Alles ein Einheitsbrei; sie mögen vielleicht andersfarbige Krawatten tragen, sind aber alle Marionetten der Amerikaner. Gleiches zeigt sich ja auch bei den Asyl-Wurschtelungen um Edward Snowden. Es ist eine SCHANDE, wie Deutschland sich in diesem Zusammenhang verhalten hat. Europa ist gegründet auf aufklärerischen Zügen, unsere Nationen sitzen auf einem Fundament des Wistleblowing und Snowden wird weggeschickt, aus Angst vor Amerika und dem guten Freund Obama, der ja so lieb ist und sich für die Rechte der Geschundenen einsetzt. Und nun springen Länder wie China und Russland in die Bresche, die vom Westen, und nicht zuletzt von Deutschland, wegen Menschenrechtsverletzungen an den Pranger gestellt werden. Wir als Europäische Union müssen uns von Putin zeigen lassen, was Solidarität und Menschenwürde funktionieren. Deutschland hätte sich um Snowden prügeln müssen, es hätte ein Wettkampf zwischen europäischen Staaten um die Aufnahme des staatenlosen Amerikaners geben müssen. Aber anstelle dessen wird wie immer der Schwanz eingezogen und gebuckelt. Konrad Adenauer dreht wahrscheinlich schon seit Anfang des Monats Loopings in seinem Grab, so abscheulich und unwürdig ist das Verhalten der deutschen Nation in letzter Zeit.

All das wird sich hoffentlich in der Wahl im September niederschlagen. Die Menschenwürde steht auf dem Spiel.

Allgemein

Freiheit – Ein Nachruf

7. Juli 2013

Es ist noch nicht so lange her, da stand ein strahlender Obama am Brandenburger Tor in Berlin und zog symbolisch seine Jacke aus – ein Zeichen von Freundschaft und Vertrauen. Man muss kein promovierter Psychologe sein, um den Subtext dieser Geste zu verstehen. Hier in Deutschland fühlt er sich wohl, hier unter seinen Verbündeten braucht er nicht den starren Staatsmann mimen, hier kann er sich relaxt zeigen.

Jedoch scheint er sich in Wirklichkeit mit den Deutschen nicht allzu verbunden zu fühlen. Freunde, denen man Vertrauen entgegenbringt, spät man schließlich nicht systematisch aus. Der Spiegel enthüllte vor ein paar Tagen, dass täglich 500.000 Kommunikationsverbindungen (SMS, Telefon, Mail) in Deutschland von den Amerikanern abgehört werden. Eine halbe Millionen, jeden Tag. Das alles passiert natürlich unter dem Deckmantel der Terrorprävention. Um die USA vor islamistischen Angriffen zu bewahren durchforsten die Yankees also jeden Tag eine Myriade von elektronischer Post in der Hoffnung, alle Jubeljahre einmal einen in Deutschland ansässigen Schläfer zu entdecken. Unterstützt von den Briten, die sich vor allem erst einmal selbst an die Nase fassen sollten und in ihren eigenen Reihen aufräumen sollten, wird hier der größte Eingriff in die menschliche Würde und Privatsphäre aller Zeiten aufgedeckt, welchen George Orwell die Feder aus der Mütze springen lassen würde.

Dabei wirkt der Vorwand des internationalen Terrors wie ein Schlag ins Gesicht. Die NSA zapft ja nicht nur unwissende Bürger und potentielle Dschihadisten an, sondern auch Botschaften, Regierungsorganisationen, die deutsche Regierung sowie Institutionen der Europäischen Union und Industrieunternehmen in Deutschland aus. Warum auch gerade diese Institutionen im Kampf gegen den Terror überwacht werden ist unglaubwürdig und entlarvt die vorgeschobenen Argumente der Ausspäher als Unsinn. Weder die deutsche Regierung, noch die EU unterstützt Terroristen, sondern ist Verbündeter der USA in ihren militärischen Interventionen. Die Deutsche Sicherheit wird ja schließlich nicht nur am Hindukusch verteidigt.

Eher scheint es hier um andere Dinge zu gehen, die bei genauem Hinsehen viel gravierender sind als ein verwirrter Selbstmordattentäter: die komplette, uneingeschränkte und allumfassende Kontrolle. Durch systematische Spionage und ungefilterte Datenspeicherung wähnt sich das Land, welches die Freiheit als eines ihrer Grundwerte gepachtet hat, in einer gewissen Vormachtstellung in der Welt. Sie besitzen die Arroganz, so etwas durchzuführen, ohne später jegliche Konsequenzen dafür fürchten zu müssen. Sie haben es nicht nötig, sich an die „Spielregeln“ und bilaterale Abkommen zu halten, geschweige denn an internationale Immunität demokratischer Rechtsstaaten. Die eigenen Interessen durchzuboxen und dabei die Verbündeten zu hintergehen ist dabei jedoch nicht nur ein moralischen Vergehen; Was hier en Gros aufgezogen wurde ist einer der größten Skandale nach Zusammenbruch des Eisernen Vorhangs. Jedoch fragt man sich: wieso Deutschland, wieso der ungemeine Fokus auf uns? Jetzt, wo Journalisten immer mehr entlarven und auch amerikanische Industriespionage in Deutschland entdeckten, drängt sich die Frage auf, ob die Amerikaner sich mit allen Mitteln ihre bislang unangefochtene Vormachtstellung der westlichen Welt bewahren wollen. Kann es sein, dass sie Angst haben, Deutschland könnte wieder einmal zu gewichtig in der Welt werden? Jetzt, wo Angela Merkel von ihren internationalen Kollegen oft spaßeshalber als „Königin von Europa“ getauft wird und griechische und spanische Zeitungen sie immer mal wieder auf Deutschlands große Machtausübung auf und Lenkung von europäischen Anliegen schimpfen, scheinen die Freunde jenseits des Teiches eine Art ungutes Gefühl im Bezug ihres ehemaligen Besatzungslandes erinnert. Beneiden sie die Deutsche Wirtschaft und innovative Industrie oder sind sie an Vorfälle vor 68 Jahren erinnert, in denen Deutschland schon einmal Europa dominierte? Ist, nach all den Jahren Deutsch-Amerikanischer Freundschaft die Verbindung zwischen den beiden Staaten immer noch durch ein amerikanisches Misstrauen unterwandert? Wenn das so ist, dann ist die Paranoia des Kalten Kriegs nicht mit dem Fall der Mauer abgetragen worden. Der Deutsche, der ewige Nazi? Was in Filmen der 80er Jahre noch stümperhaft in amerikanischen Kinos flimmerte, scheint jetzt wieder allgegenwärtig in den Köpfen der Menschen verankert zu sein. Und schlimmer noch: Angela Merkel, aufgewachsen in der ehemaligen DDR, angelernt beim Russen, sozusagen. Sie ist der Prototyp des Amerikanischen Alptraums: Ein Kommunisten-Nazi auf Beutezug in der Welt. Erst wird Polen eingenommen und dann Amerika. Und ehe sie sich versehen, marschieren die Teutonen mit wehenden Fahnen in Washington ein, singen die dritte Strophe der deutschen Nationalhymne und hissen die rote Flagge mit  Hammer und Sichel auf dem Weißen Haus. Joa so wolln’s die oalten Rittersleut!

Spaß beiseite, es drängt sich die Frage auf, ob „die Beteiligung der Briten an der Europäischen Union, nur eine Scharade [ist], um besser kontrollieren zu können, was die vermeintlichen Partner im Schilde führen?“ (Kuzmany). Der Angelsachse als verlängerter Arm der Amerikaner als Saboteur der EU mag vielleicht etwas verschärft klingen, trifft jedoch in gewissen Punkten den Nerv der Zeit. Die Alte Welt muckt auf, Deutschland hat die Opferrolle abgestreift und präsentiert sich als ernstzunehmende wirtschaftliche und intellektuelle Konkurrenz, während das gelobte Land der Freien und Mutigen durch Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit für gesellschaftliche Minoritäten glänzt.  Die Milliarden von Dollar, die für Tempora-Projekte verpulvert werden, hätten für die soziale Sicherung der US-Bürger sowie die Förderung von Minderheiten und die Sanierung von öffentlichen Schulen der USA mehr getan. Jedoch führen die Amerikaner eher einen totalen Cyberkrieg gegen so genannte Drittstaaten und tun dies noch ganz offiziell als Lappalie ab. Ich glaube jedoch, dass, wenn der Iran oder Nordkorea ähnliches in den USA veranstaltet hätte, würden jetzt schon die Bomben fallen. Don’t fuck with us, ‘cause we’re already too busy fucking with everybody else.

Wahrscheinlich stehe ich nach diesem Eintrag selbst auf der Liste. Schließlich habe ich nicht nur eine kritische Meinung abgegeben, sondern auch bestimmte „Buzz Words“ benutzt, die bei einem Raster alle Alarmglocken ziehen werden. Und, weil’s doch so schön war noch eine Ehrenrunde: Putin, Karl Marx, Mohammed, Islam, Hitler, Deutschland, Merkel, Russland, Kim Jong Un, Ahmadschinedad, Burqa, Communism, Burger, Taco Bell, Mexico, Snowden-ist-mein-Nachbar, Homosexuality, Gay Marriage, Abortion, Guantanamo.

Allgemein

Filme, mal wieder

31. März 2013

Deutsche Filme. Ja, was soll man dazu noch sagen? Es scheint wohl einen Grund zu haben, wieso, im Vergleich zu anderen Ländern, das deutsche Kino eher unbedeutend ist. Ja, damit meine ich deutsches, also in Deutschland produziertes und entwickeltes Kino. Hanecke und Walz lasse ich außen vor, das sind nämlich Österreicher. Deutsches Kino ist so schwer wie die deutsche Geschichte selbst. Deutsches Kino ist allumfassend kompliziert, furchtbar tragisch und unendlich geradlinig. Geradlinig und trotzdem zurückblickend. Dieses inhärente Paradoxon verstehen nur Deutsche, das ist ja das Schlimme. Außerhalb Deutschlands versteht man die Schwere nicht, die immer noch auf uns als Gemeinschaft liegt. Diese unausgesprochene, jedoch gleichzeitig niemals vollkommen verschwindene Schuld, der Grund, warum wir so sind wie wir sind. Und weil wir nun mal so sind wie wir sind, sind auch unsere Filme so wie sie sind. Nämlich schwer. Deutsche Filme sind im Endeffekt immer gleich; entweder sind sie kritisch-linksradikal politisch, oder sie handeln von geschichtlichen Themen wie „Der Untergang“, „Sophie Scholl“ oder auch „Das Leben der Anderen“. Als Kontrastprogramm zu dieser Anreihung von Ernsthaftigkeit gesellt sich lediglich Til Schweiger mit seinen hinrissigen, jedoch die Sparte der „Komödie“ bedienenden Schinken. Dazwischen gibt es nichts. Entweder Trash oder duselige Schuld.

Woran liegt das? Ist es möglich, diesen Bannkreis zu durchbrechen? Ist es möglich, deutsches Kino aus der Versenkung der gesellschaftlichen und politischen Last zu hieven und Filme zu drehen, die man im Ausland vielleicht verstehen könnte? Oder ist dieser Prozess verbindlich an den der politischen und gesellschaftlichen Katharsis gekoppelt? Ich glaube ja. So lange Deutschland seinen Dämmerschlaf der historischen Schuld nicht verlässt, so lange werden wir stets von der epistemischen Schwere des Seins, unseres Seins, gegeißelt. Und so lange werden wir Filme drehen, die genau dieses Problem verkörpern; unfreiwillig vielleicht, unwissend, aber dennoch schwermütig.

Die Kultur reproduziert ja letztendlich nur die Gedankenwelt, Probleme und Ästhetik der Menschen einer Gesellschaft, wie kann also ein menschengemachtes Medium dieser Einflüsse entledigen? Es ist also nicht der deutsche Film, der schwermütig ist, sondern viel mehr die Individuen, die dahinter stehen, die das wiederholen, was wir alles schon wissen und fühlen. Es gibt ja auch keine Alternative. Das merkt man ja schon, wen man sich mit dem Medium beschäftigt. Die wichtigsten deutschen Filmschöpfer des 20. Jhds sind auf Grund ihrer semitischen … tja… Erfassung? am Ende der 30er Jahre in die USA ausgewandert und haben all die kreative Kraft, den Leichtsinn und die Küstler mitgenommen. Und wenn ein Fritz Lang in den USA sich Themen wie Angst, Wut, Hetze und Masse annimmt, dann wird auch der Blindeste mit dem verkrüppeltsten Krückstock sehen, das zu diesem Zeitpunk dem Kino in Deutschland etwas attestiert wurde, was es für den Rest seiner Zeit prägen wird. Wir wissen das, wir wissen auch die Kraft der Hetze und Masse und Wut. Und wahrscheinlich ist es deswegen unsere Pflicht als Gesellschaft diese Themen auszumerzen (die Ironie ist übrigens gewollt -> an alle die es verstehen), und uns Themen zu widmen, die das Wissen um dieses Wissen auf eine verständnisvolle Weise darstellt. Dass das schwerer ist, als vielleicht gedacht, das sehen wir täglich. Und vielleicht ist das auch genau das, was das deutsche Kino ausmacht. Dieses Wissen um die Sprachlosigkeit des geschichtlichen Äthers des Schweigens und der Schuld.