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Berlin

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Ein Besuch im Berliner Zoo

21. April 2015
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Am Sonntag sind wir mit ein paar Leutchens in den Berliner Zoo gegangen. Für mich war es das erste Mal seit fast vier Jahren. Ich gehe nicht so gerne in den Zoo, weil mir die eingesperrten Tiere immer so leidtun… Vor allem die großen Tiere wie Nashörner oder Giraffen, die eigentlich viel laufen, sind meiner Meinung nach in zu kleinen Gehegen untergebracht. Auf der anderen Seite sind sie so natürlich vor Wilderern geschützt und werden versorgt. Auch hat jeder so die Chance, diese Wildtiere live zu sehen – die meisten von uns sehen in ihrem Leben sicher keine Giraffen und Löwen in ihrer natürlichen Umgebung.

ippElefanten sind meine absoluten Lieblingstiere. Ich meine, schaut sie euch doch mal an. So wunderschön, majestätisch, einzigartig und absolut klug.

 

ippEs gibt einige Giraffen im Berliner Zoo. Wunderschöne Geschöpfe – ich finde es süß, wie sie mit ihren Öhrchen wackeln.

ippDieses kleine Kerlchen hat das ganze Gebüsch in Arm-Reichweite kahlgefressen.

ippMuntere Paviane. Ihre Jungen maßregeln sie genauso wie wir Menschen auch. Eine Pavian-Mutter hat ihr Baby immerzu am Schwanz festgehalten, damit es kein Unsinn macht.

ippDie Fütterung der Orang-Utans war interessant. Sie bekommen Obst und Gemüse (welches sie eigentlich als zu eklig ablehnen und die süßen Früchte bevorzugen). Dafür halten sie ihre Hände durch das Gatter. Too close to home…

ippAuch werden sie mit Tees versorgt. Jeder Orang-Utan bekommt eine Kanne und wenn sie alle ist, wird sie brav zurückgegeben, damit der Pfleger sie erneut füllen kann. Ich flippe aus? Wie clever die sind!

IMG_20150419_135039Nur noch 800 Gorillas gibt es in freier Wildbahn, Tendenz sinkend. Sie werden gejagt und gegessen oder sind von Wilderern bedroht. Wir haben auch die Gorilla-Fütterung gesehen, was wirklich toll war. Sie essen vor allem Gemüse, welches der Pfleger ihnen zuwirft (die Gorillas fangen es ganz easy mit einer Hand, no problemo).

IMG_20150419_143706Raubtierfütterung. Unter großen „ooh“s und „aaah“s bekamen sie Ratten…

IMG_20150419_143748Und Fleischbrocken.

IMG_20150419_145657Wie schön die Löwen sind. Und wie krass laut sie brüllen können – total vergessen in den 4 Jahren. Gänsehaut pur, mein Lieber Herr Gesangsverein.

ippDieser Braunbär probiert’s wirklich Mal mit Gemütlichkeit

ippEindrucksvoll und riesengroß.

ippDas Das neu gebaute Vogelhaus ist toll, weil es da große Freiflugbereiche gibt, die man auch betreten kann. Es gibt drei Bereiche: Afrika, Südostasien und Australien (entsprechend sind die Bereiche aus beheizt!), in denen es aus allen Himmelsrichtungen flattert und piepst und surrt.

Viel mehr gibt es noch zu sehen und zu entdecken. Das sind nur meine Lieblingsfotos von dem Tag. Absolut genial waren auch der Streichelzoo und die kleinen Lämmchen, die sich an die Hand schmiegen, wenn man sie am Ohr krault awwww.

Allgemein

Kirschblütenfest 2015 in den Gärten der Welt

14. April 2015
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Am Samstag waren wir zum Kirschblütenfest in den Gärten der Welt in Marzahn. Eine lange Reise, aber es hat sich gelohnt. Die Kirschblüten blühten in schönster Pracht und der Anblick war wirklich toll. Kann ich jedem nur empfehlen!

Food & Restaurants

Restaurant Review: Tian Fu

23. Februar 2015
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Am Samstag waren mein Freund und ich bei „Tian Fu“ ist der Uhlandstraße in Wilmersdorf. Witzigerweise hat mein Freund während der Unizeit 5 Jahre genau da in der Nachbarschaft gewohnt, jedoch sind wir dort nie zum Essen hingegangen. Am Samstag sollte sich das also ändern. Das Tian Fu ist nämlich eines der wenigen Restaurants, in dem man Chinesischen Feuertopf alias Hotpot essen kann. Natürlich gibt es auch „normale“ Gerichte, aber Hotpot ist schon etwas Besonderes.

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Bevor wir uns jedoch an dem fernöstlichen Fondue gelabt haben, kamen noch die (extra dazubestellten) Vorspeisen: Seetangsalat mit Knoblauch und Essig sowie chinesische Dumplings in scharfer Soße. Sehr lecker.

Dann ging’s auch schon mit dem Hauptgericht los. Dazu wurde uns ein Gasbrenner mit einem großen Topf auf den Tisch gestellt. Durch die s-förmige Abteilung hatten wir zwei Suppenbasen: eine rote und sehr sehr sehr sehr scharfe sowie eine weiße.

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Die rote Suppe war wirklich unmenschlich scharf – sogar für meinen Freund, der sonst sehr gerne sehr scharf isst. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand die scharfe Seite als „angenehm“ bezeichnen könnte. Wir haben uns schließlich auf die helle Brühe beschränkt.

Die „Toppings“ der Suppe waren zahl- und abwechslungsreich. Es gab Fleisch, Fisch, Schalentiere sowie Gemüse, Nudeln und Tofu. Einiges hatte ich vorher noch nie gesehen, geschweige denn gegessen.

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Als Dip gab es Knoblauchpaste und Erdnusssoße. Was sich im ersten Moment seltsam anhört, ist eigentlich super lecker zusammen. Gegessen wurde mit Stäbchen aus einer kleinen Schale.

Das Tolle an dem Gericht ist einfach, dass man die Zutaten nach Lust und Laune in die Suppe schmeißen kann. Ich mag das Prinzip schon bei Raclette und „westlichem“ Fondue und als Suppe ist es nochmal spannender. Alle Zutaten waren absolut frisch und sehr lecker. Und auch sehr viel! Wir konnten kaum alles essen.

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Die Leute bei Tian Fu sind wirklich sehr nett und zuvorkommend und das Restaurant ist angenehm unprätentiös. Es gibt viele Familien und man sollte abends auf jeden Fall reservieren! Und wer kein Fleisch isst, kommt trotzdem auf seine Kosten, da es eine große Auswahl an vegetarischen Gerichten auf der Speisekarte gibt.

Pro Person kostet der Feuertopf 15€ und man wird mehr als reichlich mit Essen versorgt. Ich kann das Essen wirklich empfehlen.

Tian Fu
Uhlandstraße 142, 10719 Berlin

Allgemein

Ein Besuch im Brücke Museum in Berlin

11. Februar 2015
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Am Samstag war ich mit meiner Freundin Vivian im Brücke Museum in Berlin. Obwohl der Begriff Berlin in dem Fall wohl schon fast etwas zu großzügig ausfällt 😀 Das Museum befindet sich in Dahlem an der Grenze zu Zehlendorf und ist nur mit einem Bus zu erreichen, der je nach Tageszeit alle 15-20 Minuten kommt. Todesmutig, wie wir nun mal sind, sind wir dann von U-Bahnhof Podbielskiallee gute 30 Minuten durchs Villenviertel zum Museum gestapft. Dort in der Nachbarschaft ist auch irgendwo die Freie Universität Berlin, in der ich meinen Bachelor absolvierte. Hach ja, wie froh ich doch bin, so gut wie nie wieder mit der U3 fahren zu müssen. Das Brücke Museum ist zwar ausgeschildert, aber trotzdem ohne Auto nur mühselig zu erreichen.

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Das Museum an sich ist unscheinbar und schlicht und auch viel kleiner, als ich angenommen habe. Wir haben übrigens die Reise dahin auf uns genommen, um die Bilder von Karl Schmidt-Rottluff anzusehen. Dieser malte vor allem expressionistische Gemälde und gehörte zur Künstlergruppe „Die Brücke“ – quasi DAS Künstlerkollektiv für expressionistische Kunst. Das Brücke Museum besitzt übrigens die größte Sammlung expressionistischer Gemälde weltweit. Ein Grund mehr also, sich die Werke einmal anzusehen. Neben dem Impressionismus und der Belle Epoque gehört der Expressionismus zu meinen liebsten Stilrichtungen der Kunst.

Schmidt-Rottluffs Leben war geprägt von der Kunst und so malte er fast sein ganzes Leben lang. Einzig sein Militärdienst im Ersten Weltkrieg sowie die Entartung seiner Kunst sowie das Arbeitsverbot durch die Nazis zwangen ihn zu einer kleinen Schaffenspause.

Interessant ist, dass man an den Bildern sehen kann, von welchen Epochen und Künstlern Schmidt-Rottluff in den verschiedenen Abschnitten seines Lebens inspiriert war. Mal mehr von der Belle Epoque, mal von den Impressionisten und später in den 1950er Jahren mehr vom Kubismus und Picasso.

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Die Van Gogh’schen Sonnenblumen sind genauso dabei wie….

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…. Bilder die sehr stark an Picassos erste Werke erinnern (links)

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Zwar war die Ausstellung an sich eher überschaubar, jedoch hat es sich sehr gelohnt, den weiten Weg in den Süden der Stadt auf sich zu nehmen. Die Kunst ist sehr schön und es ist genau die richtige Menge an Bildern – nicht zu viele und nicht zu wenige. Die Ausstellung von Schmidt-Rottluffs Gemälden ist noch bis zum 16.03.2015 im Brücke Museum für Besucher geöffnet. Der Eintritt kostet 5€ (ermäßigt 3€) und weitere Informationen zu kommenden Ausstellungen findet man auf der offiziellen Homepage.

Brücke Museum

Bussardsteig 9,

14195 Berlin

Food & Restaurants

Ein Besuch bei Fassbender & Rausch

24. November 2014
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Vor ein paar Wochen hatten mein Freund und ich unseren Jahrestag und haben diesen mit leckerem Essen und den schönen Künsten gefeiert. Zuerst ging es in das Schokoladen-Café von Fassbender & Rausch. Dieses befindet sich im Herzen Berlins am Gendarmenmarkt und blickt auf eine traditionsreiche Vergangenheit von köstlicher Schokolade zurück. Unter dem Café kann man im Schokoladenhaus alle Köstlichkeiten von Pralinen über nette Geschenke und Mitbringsel bis hin zu den ausgefallensten Schokoladenkreationen erwerben. Mit dem Fahrstuhl in den ersten Stock gelangt man, wie gesagt, in das hauseigene Café. Neben Küchlein und Pralinen kann man dort auch herzhafte Speisen bestellen, die alle mit Schokolade abgeschmeckt sind. So gibt es zum Beispiel in Schokolade gekochtes Fleisch oder Bratensaucen mit Schokolade verfeinert.

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Mein Freund entschied sich für eine mit Schokolade garnierte Bärlauchsuppe zur Vorspeise. Nach Wunsch konnte man sich feste Chili-Schokolade über das Essen raspeln lassen, was man unbedingt tun sollte, weil das einfach ziemlich lecker ist. Die Suppe war wirklich köstlich und wurde durch die Schokolade zu etwas Besonderem. Zur Suppe wurde Brot mit einer Süßkartoffelmousse gereicht, die ebenfalls mit herber Schokolade garniert war. Unglaublich gut.

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Die heiße Schokolade und die Törtchen sind wirklich lecker. Ich entschied mich für klassische Schokolade mit Vollmilchschokolade, man kann auch Zartbitter wählen und die Schokolade zusätzlich mit Rum, Orange, etc dem Geschmack anpassen.

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Gut gestärkt ging es dann weiter. Abends sind mein Freund dann zuerst ins Ballett gegangen und später noch schick Essen. Ein wirklich gelungener Tag. Fassbender & Rauch ist immer einen Besuch wert und eine schöne Verschnaufpause an der trubeligen Friedrichstraße.

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Oktober Favourites 2014

29. Oktober 2014
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Der Oktober ging unglaublich schnell ‚rum, viel schneller als die anderen Monate – So fühlte es sich auf jeden Fall an. Obwohl der Sommer sich verabschiedete, haben wir immer noch schönes Wetter (teilweise bis zu 25°C) und viel Sonnenschein. Meine Favoriten diesen Monat sind: Die Lush Halloween- und Weihnachts-Artikel von denen mir gleich drei spukige Gefährten ins Körbchen hüpften, mein Kurztrip an die Ostsee am Tag der Deutschen Einheit, die schönen Abendhimmel, Leuchtreklame am Potsdamer Platz sowie das schöne, herbstliche Wetter.

Der Herbst ist meine Lieblingsjahreszeit (typical white girl, anyone?) und die kühle Luft und die verregneten Sonntage inspirieren zum Schreiben. Ich habe ein Konzept für eine TV-Serie verfasst. Wer gern schreibt und vllt Connections zu Produzenten hat und das ernsthaft machen möchte – Hand heben! Dann machen wir das gemeinsam.

Beauty & Mode

Mall of Berlin

8. Oktober 2014
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Am Leipziger Platz 12, nicht weit vom Potsdamer Platz entfernt, eröffnete am 25.9.2014 mit dem Namen Mall of Berlin ein neues Einkaufszentrum in der Hauptstadt. Zentrum ist dabei ein passendes Wort, denn die Mall ist gigantisch – Circa 2 – 2,5 Mal so groß wie das Alexa, das dagegen wie eine schäbige Absteige wirkt. Die Mall of Berlin besteht quasi aus zwei riesigen Einkaufspassagen, die durch über ein Atrium führende Gänge mit einander verbunden sind. Abgesehen von der enormen Fläche, ist die Mall sehr schick designt. Glänzende Flure, überall Lederpolstersitze zum Ausruhen, hohe Decken und viel Platz zum Schlendern. Auch sind am Boden hie und da goldfarbene Plaketten in den Boden eingelassen, die Sprüche berühmter Menschen zieren.

Die Geschäfte sind gut durchmischt und bieten von Kleidung, über Kinderspielzeug und Elektronik bis hin zu Hobby- und Heimgestaltung alles, was das Herz begehren könnte. Auch die Auswahl im so genannten Food Court, wie man ja jetzt auf Neudeutsch sagt, hat mich überzeugt. Sämtliche Küchen und Geschmäcker sind vertreten und sogar Wonder Waffle hat Einzug gefunden. Viel entspannter und lässiger geht es dort zu und hat mehr Klasse und Charme als das Alexa, und meilenweit mehr Stil als sämtliche „Acarden“-Einkaufshallen zusammen.

Wäre es nicht der perfekte Samstag? Zuerst in der Mall of Berlin bummeln, dann bei Pizza Hut am Potsdamer Platz einen Happen essen (Leute, die haben jetzt All-You-Can-Eat Pizza-Buffet….WHAT UP??) und danach im Sony Center einen Film schauen? Sounds pretty damn amazing to me.

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Stimme erheben: Berlin sagt NEIN zu Judenhass

15. September 2014
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Gestern wurde am Brandenburger Tor in Berlin ein Zeichen gegen Antisemitismus und Judenhass gesetzt. Dazu versammelten sich namhafte Politiker wie Sigmar Gabriel, Frank-Walter Steinmeier, Joachim Gauck und unsere Bundeskanzlerin Frau Merkel sowie Vertreter des protestantischen, katholischen und jüdischen Glaubens und sprachen sich gegen den Hass und Rassismus gegenüber jüdischen Menschen in Deutschland aus. Gefolgt sind diesem Ruf ungefähr 6000 – 8000 Leute (In den Medien schwanken die Zahlen je nach politischer Gesinnung des Mediums) – Ich war einer von ihnen. Hass gegen Andersgläubige ist inakzeptabel und es ist unsere Aufgabe als demokratische und pluralistische Gesellschaft, uns gegen diesen Hass zu stellen.

Die Stimmung bei der Kundgebung gestern war großartig. Es ist schön zu sehen, dass es einen Zusammenhalt gibt, eine Allianz gegen Antisemitismus und Rassismus. Gemeinsam sind wir stark und gemeinsam müssen wir daran arbeiten, dass niemand jemals mehr aufgrund seines Aussehens, seiner politischen, sexuellen oder religiösen Gesinnung verfolgt, bedroht oder verletzt wird. Besonders wir Deutsche wissen, wozu es kommen kann, wenn man so etwas nicht verhindert. „Der Hass der Wenigen wird mächtig durch das Schweigen der Vielen“ wurde gestern gesagt. Deswegen ist es wichtig, dass wir, die Vielen, aufstehen und unsere Stimme erheben!

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August Favourites

1. September 2014
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Und nun ist schon wieder der August vorbei! Wie schnell doch die Zeiz vergeht. Langsam wird es echt kühler hier im Nord-Osten von Deutschland – Das Termometer zeigt läppische 15°C. Meine Favoriten diesen Monat sind: Kekse aus Frankreich, leckerer Kakao und Kuchen von McCafe (trotz Schmuddel-Image des Dachkonzerns eine leckere und günstige Alternative zu Starbucks und Co.), Regenbögen, die über in der Stadt aufblitzen sowie neue Sperrys in hellorange/pfirsich.

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Demonstrationskultur, eine Zusammenfassung

27. Juli 2014

Wie in meinem Blog-Post am Mittwoch erwähnt, kam es am Freitag den 25.7.2014 am Al-Quds-Tag in Berlin und anderswo auf der Welt zu Pro-Palästina-Demonstrationen. Dieser Tag wird seit Ende der 1970er jährlich gefeiert, erfreut sich in Deutschland der letzten Jahre jedoch immer weniger Anhänger. Durch den momentanen Kriegszustand im Gaza-Streifen und den damit zusammenhängenden Sympatisierungen unter muslimischen Deutschen kam es jedoch zu einem Anstieg an Protestlern. Ebenfalls gab es zwei Gegendemonstrationen: Einmal marschierten circa 600 Antifa-Anhänger des Schwarzen Blocks gegen Antisemitismus am Adenauerplatz (Startpunkt der Al-Quds-Demo). Einige hundert Meter Richtung Wittenbergplatz (Endpunkt der Al-Quds-Demo) protestiere eine zweite Gegendemo mit circa 500-600 Menschen gegen Hass, Gewalt und Antisemitismus. Ich wohnte der zweiten Gegendemonstration bei. Leider ist keiner meiner (Facebook)Freunde dem Aufruf der Linken und Grünen ebenfalls gefolgt. Ob das auf Feigheit, Desinteresse oder andere Gründe zurückgeht, kann ich an dieser Stelle nicht sagen. Wer sich jedoch ein Bild darüber machen möchte, sollte sich den Bericht der Berliner BZ durchlesen. Leider sind das die einzigen, die wirklich bei der Demo vor Ort waren und nicht wie andere deutsche Leitmedien sich zu hetzerischen Artikeln hinreißen ließen. Ich hätte nie gedacht, dass ich einen solchen Satz einmal freiwillig sagen würde. Die BZ hat eigentlich den Ruf, ähnlich wie die BILD ein Boulevardmagazin und eher an großen Überschriften, als Tatsachen interessiert zu sein. Liest man sich die Artikel von Spiegel Online (SPON), die Welt und ähnlichen an und schaut parallel die Berichterstattungen der ersten beiden deutschen Programme, kommt das Gefühl auf, alle Medien würden von einer jeweils anderen Demo berichten.

Die Polizei am Freitag vor Ort sagte etwas von circa 800 Protestlern. SPON und die Welt geben 1200 als Wert an und einige Nachrichtensendungen sprachen von 3500. Wo liegt da die Wahrheit? Ebenfalls erwähnte SPON die Gegendemonstrationen wie folgt: „Am Rande der Berliner Demonstration fanden zwei Gegenkundgebungen statt. Ihre Teilnehmer bekundeten Solidarität mit Israel.“ Der Rest widmet sich nur der anderen Demonstration. Ich bin sehr enttäuscht von SPON und werde in Zukunft aufhören, die Nachrichten dieses Mediums zu lesen. Es ist schade, dass das journalistische Niveau des Spiegels (offline) nicht auf die Online-Seite übertragen wird. Die Welt wiederum geht glücklicherweise etwas dezidierter und gefilterter an die unterschiedlichen Proteste heran und berichtet in diesem Artikel, wie die protestierenden Muslime antisemitisches Gedankengut auf ihrer Demo verhindern wollen. Leider ist es auch nur die Welt, die solche Sachen veröffentlicht:

„Das Bestreben, nur ja keine bösen Bilder zu liefern, ist allgegenwärtig. Einige Ältere besprechen die Lage: „Hast du eine Hisbollah-Fahne gesehen?“ – „Nein, keine.“ – „Gut.“ Und als die Demonstration sich in Bewegung setzt und nach einer Weile die Polizei die Schiiten dazu auffordert, politische Fahnen zu entfernen, also Hisbollah-Fahnen, die eben doch aufgetaucht sind, da werden diese ohne großes Aufhebens entfernt.“

RICHTIG SO. Jeder Deutsche hat das Recht, seine Meinung Kund zu tun und gegen und für das zu demonstrieren, was ihm/ihr am Herzen liegt. So ist das in einer pluralistischen, demokratischen Gesellschaft. Das bedeutet jedoch auch, dass man sich an den Rechtsstaat halten muss. Trotzdem und gerade deswegen müssen politische und vor allem auch religiöse Führer sich dafür einsetzen, dass ein Protest gewaltfrei bleibt. Judenhass hat in Deutschland nichts verloren. Keiner sollte aufgrund seiner Religion, Hautfarbe, ethnischer Zugehörigkeit oder Sexualität um sein Leben fürchten müssen. Und genau das war auch die Message der Demonstration, an der ich am Freitag beiwohnte. Da gibt es nicht für oder gegen Palästina. Im Gegenteil! Juden, Christen, Muslime und Atheisten versammelten sich, um gemeinsam für eine friedliche Lösung zu protestieren. Und das ist auch das einzige, was längerfristig zählt. Ich finde es schade, dass die Medien die Erscheinung für ihre Zwecke aufbauschen oder Dinge unter den Teppich kehren. Wieso wird immer nur über die eine Seite berichtet? Wieso werden die Lager dadurch entfremdet?