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Diana F+ : Basics

10. April 2013

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Lomography ist für Einsteiger ziemlich kompliziert, das hängt vor allem mit den ganzen Blende- und Linseneinstellungen zusammen, die man plötzlich können und beachten muss. Als ich klein war hatten wir nur analoge Kameras, ich glaub meine erste digitale bekam ich 2005 oder so. Auf jeden Fall erinnere ich mich noch, dass es bei unseren analogen Kameras damals keine Regler, Knöpfe und Einstellungswerte gab. Linse aufmachen, Auge durch den Sucher und ab geht die Post. Ja ganz so einfach ist es bei der Diana leider nicht. Da gibt es einige wichtige Sachen, die man beachten muss, sonst wird das Bild nichts. Zwar kommt die Kamera passend mit Anleitung, nur ist die etwas so hilfreich wie’n Sack Flöhe. Dieser Blog-Post soll all denen helfen, die gerade frustriert oder verwirrt vorm Rechner sitzen und ein paar Starttipps brauchen. Hier der erste Teil des Einmaleins der Diana-Kameras: Einstellungen.

 

1. Kameraverschluss (Shutter settings)

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Wie ihr seht sind über der Linse zwei Einstellungen: „N“ und „B“ – Dazu kann man sagen, dass dieser Regler einstellt, wie schnell der Verschluss der Kamera sich öffnet und schließt. Soll heißen: Wenn ihr den Regler auf „N“ stellt, öffnet sich die Linse mit 1/60 Sekunde. Bei „B“ kann die Linse manuell geöffnet werden. Soll heißen: Die Linse ist so lange offen, wie ihr den Auslöser drückt. Das ist besonders bei Pinhole oder Nacht-/Langzeitaufnahmen sehr wichtig. Bei normalen, bei Tageslicht geschossenen Fotos sollte man immer „N“ auswählen, sonst kommt zu viel Licht durch die Linse und das Bild wird weiß. Also, vor jedem Foto bitte noch einmal gucken, ob der Regler auch wirklich auf „N“ steht 🙂

2.Blendeneinstellung (aperture setting)

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Hier seht ihr vier Symbole: wolkig, teilweise wolkig, sonnig und Pinhole. Der Einfachheitheit wegen lasse ich Pinhole hier an dieser Stelle weg, da das ein eigener Blogeintrag wird. Für Anfänger reichen die ersten drei Einstellungen vollkommen aus. Die Symbole entsprechen den Blendeneinstellungen f11 (wolkig), f16 (teilweise wolkig) und f22 (sonnig). Das heißt, je nach Sonneneinstrahlung verkleinert oder vergrößert sich die Linse, so dass der Film (das Negativ) genügend belichtet wird. Man kann es sich wie ein Auge vorstellen: je heller es wird, desto kleiner wird die Iris. Bei Dunkelheit vergrößert sie sich, da zum Sehen mehr Lichteinfall gebraucht wird. Bei der Kamera ist es genauso, nur dass man es manuell nach Wetterlage einstellen muss. In der Theorie passt man den Regler einfach an die Wetterverhältnisse an; leider hängt das in der Praxis natürlich auch von den ISO-Werten des Films ab. Über den Daumen gepeilt kann man sagen, dass diese Einstellungen bei einem 400 ISO-Film übereinstimmen. Alles drunter muss einen Grad höher eingestellt werden. Soll heißen: wenn du einen Film mit 200ISO benutzt und es draußen teilweise bewölkt ist, dann stelle den Regler auf „wolkig“ usw.

3. Zoom

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Hier seht ihr drei Entfernungsangaben, die ihr eurem photographierten Objekt anpassen müsst. Dazu einfach den Regler entweder auf 4m – Unendlich, 2-4 Meter oder 1-2 Meter stellen. Fertig 🙂

4. Der Auslöser (shutter release)

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Da ist er 🙂 Das klingt vielleicht jetzt albern und offensichtlich, aber ich habe schon oft gesehen, dass es Leute falsch machen, deswegen hier noch ein kleines „heads up“: Man muss den Auslöser nicht gedrückt halten. Die Linse arbeitet automatisch, dass heißt, nach 1/60 Sekunde ist das Ding wieder zu, egal ob da noch was runtergedrückt wird oder nicht. Also, einfach Auslöder runter drücken und loslassen, fertig 🙂

So das war Teil eins meiner „Diana F+ Basics“ Reihe. Ich hoffe das hat dem einen oder anderen etwas gebracht. Bei Fragen oder Anregungen bitte einen Kommentar hinterlassen 🙂

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Fuji Instax Vs Diana F+ Instant Back

3. April 2013

Da Polaroid schon seit Mitte der Neunziger keine neuen Sofortbildfilme mehr für ihre extrem beliebte und mittlerweile sehr Hipster-tastische Sofortbildkamera herstellt, muss der Freund von Instantbildchen jetzt auf andere Kameras zurückgreifen.

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Eigentlich ist Fuji mit seinen Instax der einzige Vertrieb, der diese Marktlücke erkannt und gestopft hat. Um diese Visitenkarten großen Bilder zu schießen gibt es bis dato zwei Möglichkeiten. Entweder man bestellt sich eine der Fuji Instax Mini-Kameras, oder man besorgt sich zu seiner analogen Diana F+ (oder der Holga) einen passenden Instant Back. Die bei Fuji erhätlichen Fotos passen bei beiden Kameras gleichermaßen.
Ebenso haben beide Kameras ihre Vor- und Nachteile, die ich in diesem Post gerne zusammenfassen würde. Da ich selbst einmal vor der Frage stand, welche Kamera ich mir kaufen solle (bevor ich beschloss, mir beide anzuschaffen, haha), wäre ich froh gewesen, wenigstens einen vergleichenden Artikel im Internet zu finden. Nur leider sind diese sehr rar.

Fangen wir mit der Fuji Instax Mini-Kamera an. Schließlich ist sie das Original 🙂

Fuji Instax Mini

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Das ist die Fuji Instax S7, die erste dieser Reihe und, meiner Meinung nach, die, die das Beste Preis-Leistungsverhältnis mitbringt.

Vorteile:
– Der Preis. Ab 60€ bei sowohl Ebay als auch Amazon erhätlich

– Läuft mit zwei AA-Batterien, Akkus gehen auch.

– Idiotensicher. Man legt den Film ein, macht den Deckel zu, schmeißt die Batterien in die Klappe und los gehts. Es gibt vier Blendeneinstellungen, die mit drei Wettersymbolen (wolkig, mäßig sonnig und sehr sonnig) und einem Haussymbol gekennzeichnet sind. Einfach das Richtige auswählen und losknipsen.

– Die Kamera ist robust und handlich, leicht ein- und aus zu schalten und geht nicht aus Versehen in der Tasche los.

– Es gibt ein paar Linsen und anderen Schnickschnack, den man zusätzlich kaufen kann. Besonders bei diesem Modell, bei den neuren sieht es anders aus.

Nachteile:

– Der Blitz ist immer an. Egal ob drinnen, nachts oder bei Sonnenschein, immer wird ein Blitz zusätzlich abgefeuert, das verhindert natürlich die Möglichkeit, coole Effekte auf das Bild zu zaubern, oder das Ergebnis nur in geringster Weise zu manipulieren. Low Key/Hipster-Bilder sind damit nicht möglich.

– Idiotensicher. Wie gesagt, es kann quasi nichts schief gehen… nur leider (oder zum Glück?) hat man so auch keine Chance auf nette oder witzige Überraschungen wie man sie von der klassischen Polaroid gewöhnt ist. Die Bilder werden so gut wie immer perfekt.

Diana F+ Instant Back

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Dieser Instant Back wird einfach an die Diana rangeklippt und ist sofort verwendbar 🙂 Hierzu muss ich sagen, dass man auf jeden Fall sich den Vor- und Nachteilen sowie eventuellen Zickereien dieser Kamera bewusst sein muss. Sonst wird das nichts. Ich habs auf die harte Tour lernen müssen.

Vorteile:

– Die Fotos haben einfach Style. Da sie nicht automatisch aus der Kamera herausgeschossen werden, sondern manuell per Knopf, kann man mit dieser Kamera sehr viel experimentieren. Man kann Mehrfachbelichtungen machen, Schnappschüsse im Bild auf einander stapeln und jedes Instax in ein surrealistisches Abenteuer verwandeln.

– Alles, was die Diana kann, kann der Instatn Back auch. Also Farbfilter benutzen, Linsen verwenden, Langzeitbelichtung, Light Painting und und und. Der ganze analoge Kram eben 🙂

– Die Bilder haben den typischen „dreamy“ Diana look, also low key, weichgezeichnet, bisschen verfärbt und auch sonst ganz toll (setze hier tausend englische Hipsterwörter ein)

– Durch den Blitz bekommen die Bilder den typischen Vignette-Effekt

Nachteile:

– Die Batterie: es ist zwar nur eine drin, jedoch ist diese so speziell, dass es sie zum Einen nicht als Akku gibt und zum Anderen 10€ pro Stück kostet. Autsch

– Der Instant Back kostet um die 80€, natürlich muss davor auch eine Diana-Kamera am Start sein.

-Für Einsteiger ist das nichts. Ganz und gar nichts. Analoge Fotographie ist anders als digitale, das haben viele bereits vergessen. Ich auch. Diese Kamera eignet sich nicht zum Schnappschuss machen. Es ist eine Artsy-Kamera, keine Oma-hat-Geburtstag-Knipps-Ma-Kamera.

– Der Sucher der Kamera stimmt nicht mit dem des Instant Backs überein. Soll heißen, auch wenn das Objekt durch den Sucher mittig zu sein scheint, ist das NICHT der Fall. Fotographieren muss gelernt sein und braucht viel Erfahrung und Bauchgefühl -> das führt natürlich zu vielen schönen Missgeschicken, ist aber bei den doch recht hochpreisigen Instax eher ärgerlich. Achtung, Frustrationsgefahr.

– Der analoge Auslöser kann immerzu betätigt werden. Vorsicht in Taschen!

-Der Instant back ist sehr lichthungrig und eigentlich nur im Hochsommer wirklich einsetzbar. Sonst kann die Gefahr drohen, dass die Bilder unterbelichtet oder gar schwarz aus dem Instant Back schießen.

Fazit

Also ich muss sagen, dass man die Kamera so auswählen sollte, wie man sie letztlich benutzen will. Für erfahrene Lomographen empfehle ich den Instant Back, ganz klar. Man kann sau viel experimentieren, die Kamera bringt, so man sie erstmal verstanden, viel Freude. Einsteigern und nicht-atsy-Leuten würde ich die normale Kamera von Fuji empfehlen. Weniger Frustration, mehr gute und gelungene Bilder.

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Lomo in the sky with Diamonds

14. Januar 2013

Ja ich muss es leider zugeben, auch ich habe eine Diana-Kamera von Lomography. Für viele der Inbegriff des Hipstertums, für mich ein Spaß am Fotographieren. Wer Lomography nicht kennt wird jetzt sicher die Nase rümpfen und die Augen rollen über diese geheimnistuerischen Worte. Dabei ist das mittlerweile ne echte Wissenslücke. Lomography gehört zum jugendlichen Leben dazu wie die Club Mate (bäh!) oder Mustafas Gemüse Kebab (lecker!). BildHier ↑ seht ihr meine Diana F+, eine Replik einer Russischen Kamera aus den 1920ern, die dann als so genannte Spielzeugkamera ihr Revival in den 50ern in Amerika fand. Damals kostete so eine Plastikkamera noch schlappe 50cents, heute gehen die für mehr als 100€ über den Ladentisch. Und Filme muss man ja auch noch kaufen. Denn, und hier spätestens fragen sich die Meisten „Warum eigentlich?“, Lomography ist nicht nur ein lustiger Retro-Spaß, sondern bezeichnet auch eine neue Welle an Analog-Fotographen, die sich mit viel Know-How schon fast vergessenes Wissen über Blendenöffnungen und ISO-Werte aneignen. Und, weils so schön war frag ich noch einmal: Und warum das eigentlich? Tja, Lomography ist Kunst. Auch das noch! Jenseits der Iphone-Kameraspontanität, die täglich eine Myriade an Fotos ins Internet läd, sei es vom Toilettenbesuch bei McDonalds oder nach einem Shoppingmarathon, sehnen sich die Menschen nach etwas Greifbarem, etwas Nachhaltigem. Anders als bei digitaler Fotographie kann man mit analogen Kameras durch ein paar Kniffe unglaublich schöne Effekte und Spielereien zaubern, die durch das Format auch etwas Einzigartiges besitzen. Denn, bei der analogen Fotographie ist jeder Schuss besonders, jedes Foto überlegt. Wilde Drauflosknipserei ist hier Fehl am Platz. Jedes Motiv mag durchdacht sein, jede Blende neu auf das Objekt eingestellt werden. Außerdem ist der Platz begrenzt, ein 120mm Film hat nur 12 Fotos, wenn die verknipst sind ist Ende. Und bei den eher teuren Entwicklungsmethoden (12 Abzüge des 120er Films kosten knapp 15€) ist der Wunsch, etwas Tolles und Besonderes zu schaffen, viel ausgeprägter. Natürlich heißt das nicht, dass Lomographen kleinkarierte Spießbürger sind, die erstmal eine Abhandlung schreiben, bevor sie den Auslöser drücken. Lomography soll Spaß machen und Momente festhalten, die einem wichtig sind. Da kann auch mal etwas daneben gehen. Und, bei aller Lobrede an diese vorsteinzeitliche Art des Fotographierens muss ich zugeben, dass es nicht leicht ist. Meine letzte analoge Kamera hatte ich mit 13 und da musste man auch keine Blendeöffnungen und Belichtungszeiten wissen. Blitz an, Auge durch den Sucher und fertig ist die Laube. Bei der Lomography ist das anders. Die Diana-Kameras sind sehr lichthungrig, oft wird der lustige Schnappschuss zur dunklen Suppe auf Fotopapier. Das nervt und ist super frustrierend. Leider gibt es keine Anleitung, man muss es einfach wissen. Oder, und das ist wohl wahrscheinlicher, man muss es üben. Probieren, probieren und noch mal probieren. Irgendwann weiß man schon, wann F11 und wann F16 gefragt ist, und dass der Sucher nicht gleichbedeutend mit der Linse ist.

Wenn man dann dranbleibt kann man coole Dinge machen, zum Beispiel Langzeitbelichtung, oder Mehrfachbelichtung. BildDas Bild ↓ ist eine Doppelbelichtung. Das heißt, dass ich einfach zwei mal ein Foto gemacht habe, ohne vorher den Film weiter zu drehen.

Das macht Spaß und es kommen sehr interessante und coole Effekte raus. Am Samstag habe ich an einem offiziellen Lomography Workshop teilgenommen, der ganz unter dem Motto „light Painting“ lief. Dort haben wir uns in Eiseskälte Abends auf ein Parkhausdach geschlichen und mit Langzeitbelichtung und verschiedenen Leuchtquellen (Taschenlampen, Leucht-Hula Hoops, etc) coole Effekte gezaubert. Heute habe ich den Film zum Entwickeln, bzw zum Entwickeln der Negative, zu dm gebracht, in einer Woche kann ich die abholen und dann müssen noch die Abzüge gemacht werden. Es kann also dauern 🙂 Aber ich freu mich schon sehr auf das Resultat und werde auf jeden Fall mehr schreiben, wenn ich die Bilder vor mir liegen hab. So als Trockenübung macht das wenig Sinn.

in diesem Sinne….