Film

Akte X Staffel 10 – Review, Meinung, Zusammenfassung

27. Februar 2016
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Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich riesengroßer Akte X-Fan bin. Ich habe alle Staffeln mehrmals gesehen, manche Folgen sogar bis zu fünf Mal. Mein Zimmer und meine Arbeit haben Poster der Serie und würde ich mir ein Tattoo machen lassen (was nie passieren wird, weil ich einfach kein Tattoo-Mensch bin und es mir auch nicht stehen würde), wäre es wohl ein Akte-X-Motiv.

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Mein geliebtes Poster auf der Arbeit

Die Neuigkeit, dass in 2016 eine neue Staffel der Kultserie ins Fernsehen kommen sollte, löste bei mir gemischte Gefühle aus. Natürlich habe ich mich im ersten Moment sehr gefreut! Ich mein, yeah, Akte X und so. Aber dann…ich mein…kann das überhaupt gutgehen? Akte X ist DIE Kultserie aus den 90ern: Übergroße Jacken mit Schulterpolster, geekige Technologie mit langen Antennen, verpixelte, sehr herangezoomte Bilder von angeblichen Monstern, Fabelwesen oder Aliens – all das passte zu der Zeit. Alles war damals noch so schrecklich-schön offline. Sie haben ihre Berichte auf riesigen Tastaturen klappernd getippt (MS DOS, wenn ich mich nicht irre!), ihnen wurden Ausschnitte von obskuren Zeitungen unerkannt unter der Tür durchgeschoben und geheime Verabredungen bargen eine Reihe skurriler Schritte und geheimnisvolle Codes. Wie würde dieses Setup heute funktionieren? Ein Smartphone schlägt die Technologie von damals im Längen. Funklöcher, Informationsknappheit, geheimnisvolle Verabredungsrituale, mysteriöse Tippgeber: All das wird im Web 2.0 hinfällig. Mulder würde wahrscheinlich nicht mehr ein X mit Klebeband auf sein Fenster kleben und stundenlang warten, bis sein geheimer Informant auftaucht. Sie würden sich einfach eine Snapchat-Nachricht von einem X schicken und fertig. Die X-Akten gehören einfach in die 90er, weil sie alles verkörpern, was die 90er sind!

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Spulen wir vor ins Jahr 2016. Ich habe mir alle Folgen im Original angesehen, einfach weil ich sie sofort sehen wollte und weil ich Mulders neue Stimme niemalsnie akzeptieren kann.

Erster Gedanke: Man, sind Mulder und Scully alt geworden. Anderson hätte vielleicht ihre Botox-Sessions nicht so übertreiben sollen, ihre Oberlippe ist praktisch unbeweglich.

Zweiter Gedanke: Wow wie Meta die Serie geworden ist. ich versteh’s ja. Es ist eine Kultserie und die Fans sind wahrscheinliche eine Horde Sheldon Coopers, die nach jeder Sendung Protokolle mit Fehlern und Ungereimtheiten an den Sender schicken, aber come on. Alles ist ein großer Running-Gag oder ein Seitenhieb auf die vorherigen Staffeln…Akte X war schon immer lustig, Mulders Sprüche ein Knaller (Fun Fact: Ich baue sie täglich in meinen Wortschatz ein!), aber SO selbstironisch? Fand ich teilweise zu konstruiert.

Die Staffel besteht aus 6 Folgen, wobei nur zwei Folgen eine zusammenhängende Geschichte bilden (nämlich die erste und die letzte Folge). Natürlich endet es mit dem größten Cliffhanger aller Zeiten. Muuh! Dazwischen gibt es so-genannte Stand-Alone-Folgen, wie man sie von früher kennt. Mal eher komisch mit Slapstick-Elementen, mal eklig-spukig zum Schaudern. Ich mochte schon damals die Stand-Alone-Folgen mehr und auch in Staffel 10 konnten sie mich mehr überzeugen. Es kommt auch ein junges, sehr an Scully und Mulder erinnerndes, Agenten-Paar dazu, die haben mich aber extrem genervt. Sorry, aber Reyes und Doggett waren da tausendmal besser (ich mein, Robert Patrick, DUH!). Alles in allem lässt mich diese doch sehr kurze Staffel mit gemischten Gefühlen zurück: Freude über die nerdigste Serie des letzten Jahrhunderts, traurig darüber, dass wir alle alt werden und die 90er nicht für immer sind! Manches bleibt vielleicht besser abgeschlossen, wer weiß!

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