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Film Review: Midnight in Paris

12. Dezember 2014
midnightinparis
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Quelle: imdb.com

Der Film „Midnight in Paris“ von Woody Allen ist eine romantische Komödie aus dem Jahr 2011 mit Owen Wilson in der Hauptrolle. Der Film begleitet den Drehbuchautor Gil Pender (Wilson) und seine Verlobte Inez (Rachel McAdams) nach Paris, wo die beiden mit Inez‘ Eltern ein paar Tage verbringen. Schnell wird deutlich, dass Gil und Inez wenig gemein haben. Er ist Nostalgiker und würde am liebsten im Europa der 1920er Jahre leben und sie wiederum liebt den Hollywood-Lifestyle der Reichen und Schönen und kann sich ein Leben außerhalb der USA nicht vorstellen. Als sie dann auch noch auf Inez‘ alten Bekannten Paul (Michael Sheen) und dessen Frau Carol (Nina Arianda) treffen und Inez ganz angetan ist von Pauls pseudointellektuellem Geschwafel, scheinen alle außer dem Paar selbst zu verstehen, dass sie nicht zueinander passen.

Während eines nächtlichen Spaziergangs wird Gil an einer Straßenecke von den Fahrgästen eines altmodischen Autos dazu aufgefordert, mit ihnen auf eine Party zu gehen. Er willigt ein und findet sich schließlich auf einer 1920er Party wieder. Zuerst noch an eine lustige Motto-Party denkend, wird Gil nach einiger Zeit bewusst, dass er einen Zeitsprung gemacht hat und sich tatsächlich im Paris der 1920er Jahre befindet. Von seinen Gefühlen überwältigt, spricht er mit Scott und Zelda Fitzgerald, Ernest Hemingway und später mit Gertrude Stein und Pablo Picasso. Wieder zurück in der Gegenwart entfremdet er sich zusehends von seiner Verlobten. Sein einziges Bestreben ist es von dort an, zurück in die Vergangenheit zu reisen. Nacht für Nacht gelingt es ihm und so bändelt er mit Adriana (Marion Cotillard) an, einer Geliebten von Picasso. Sie ist ebenfalls nostalgisch veranlagt und sehnt sich nach der Belle Époque. Gil wird klar, dass sich die Menschen jeder Epoche nach der Vergangenheit sehnen und die Gegenwart als unglamourös bezeichnen. Wieder zurück in der Vergangenheit beschließt Gil, sich den Problemen der Gegenwart zu stellen und mit sich und seinen Gefühlen reinen Tisch zu machen.

Der Film hat mich im großen Maß beeindruckt und berührt. Wilson als Allen-Persona überzeugt trotz des offensichtlichen Bruchs. Die Philosophie und Nostalgie, die dieser Film ausstrahlt, sind feinfühlig und trotzdem tiefgründig genug, um nicht nur an der Oberfläche zu kratzen. Das Großartige an Allens Filmen ist der unterschwellige Humor gepaart mit treffsicheren Charakterbeobachtungen. Die Charaktere sprechen nicht, sie handeln und genau daraus ergibt sich der Realitätsanspruch, den seine Filme auszeichnet. Allen spielt mit Klischees und kulturellen Ansprüchen, die jedoch sofort wieder eliminiert werden. Midnight in Paris ist eine großartige Charakterstudie gepaart mit Allens typischen Humor und einer großen Portion Nostalgie und Romantik, der garantiert jedes Herz berührt.

Wertung:

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