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Film Review: Hancock (SPOILER)

21. November 2014
hancock
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Wieso hat Will Smith den ganzen Film über Duck Lips?

Superheldenfilme sind eine feine Sache und besonders für Regisseure interessant, da man das Thema in so gut wie allen Genres platzieren könnte. Ob Komödie, Sci-Fi, Action oder Thriller, Superhelden sind vielseitig einsetzbar und unterschiedlich interpretierbar und so kann ein und derselbe Stoff in unterschiedlichen Genres ein ganz unterschiedliches Bild zeichnen. Ich wusste ungefähr, worum es in Hancock ging, da der Film bekanntermaßen schon einige Jahre auf dem Buckel hat und ich einige Leute kenne, die den Film als ihren „absoluten Lieblingsfilm“ angeben.

Hancock, so heißt der Superheld der von Will Smith gespielt wird. Anders als Superman, Batman und Co hat Hancock jedoch einen sehr schlechten Ruf. Er ist ungehobelt, ungepflegt, versoffen und richtet mehr Schaden an, als er Menschen in Not hilft. Durch einen Zufall läuft er in die Arme des PR-Beraters Ray (Jason Bateman), der ihm zu einem besseren Image verhelfen will. Der Plan geht auf, Aggressionsbewältigungstherapien und Alkoholentzüge sind erfolgreich und Hancock erlebt seine eigene Rückkehr als Superheld und Publikumsliebling. Der zweite Teil des Films verlässt jedoch die anfängliche Genre-Parodie und macht Platz für eine mystische Geschichte voller unsterblicher Engel mit Superkräften, Seelenverwandten und gegensätzlicher Pole, die, wenn sie zusammengeführt werden, großes Unheil anrichten.

Der Film Hancock hat mich wirklich enttäuscht. Aufgrund der guten Kritiken hatte ich meine Abneigung vor Will-Smith-Filmen abgelegt und muss als Fazit leider sagen, dass das ein Fehler war. Der Film hätte großes Potenzial gehabt – Die Geschichte eines unbeliebten Superhelden, der seinen weichen Kern findet und zum Schluss durch eine dramatische Rettung wieder zum Held der Stunde (haha) wird, wäre interessant und spannend. Leider passiert Hancocks Verwandlung vom Joker zu Batman in ungefähr 5 Minuten und ist unglaublich unwahrscheinlich. Alles, was man tun musste, um Hancock zu einem besseren Menschen zu machen, ist ihm zu sagen, dass er nicht so unhöflich sein und nicht so viel kaputt machen soll? Das ist der große Schalter, der bei ihm umgelegt werden musste? Der an den Haaren herbeigezogene zweite Teil des Films ist sogar noch unerträglicher, wahrscheinlich aufgrund der Genre-Wechseleien, die wortwörtlich alle 2 Minuten passieren. Die mystischen Elemente sind eine lahme Entschuldigung dafür, dass dem Film noch eine tragische Liebesgeschichte fehlte und es hätte nicht absurder und langweiliger gelöst werden können. Je mehr Filmzeit vergeht, umso seltsamer wird die Geschichte und das Ende lässt der Film einen als verwirrten, genervten und gelangweilten Zuschauer zurück.

Wertung:

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