Film

Film Review: Sex Tape

19. September 2014
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Quelle: Blockbuster.ch

Es gibt Filme, denen sieht man schon am Titel an, dass sie seichtes Popcorn-Kino bieten. Solche Filme sieht man sich mit Freunden an oder mal Zuhause auf DVD, wenn im Fernsehen zum hundertsten Mal NCIS kommt. Sex Tape ist so ein Film und auch der dazugehörige Film-Trailer passt genau in das Schema. Der Film erzählt die Geschichte des Pärchens Annie (Cameron Diaz) und Jay (Jason Segel), die ein Sexvideo mit ihrem iPad drehen und anstatt es hinterher zu löschen, es ausversehen und ungeplanterweise in die Cloud hochladen und mit den anderen Apple-Produkten, die ebenfalls den Account haben, synchronisieren. Das bedeutet, dass alle Freunde und Familienmitglieder, die im Laufe der Jahre iPads der beiden geschenkt bekommen haben, nun ebenfalls Zugriff auf dieses Video haben. Unfähig, das Video aus der Cloud zu entfernen, machen die beiden sich auf die Suche nach all den verschenkten Tablets, um das Sex Tape manuell zu löschen. Dabei sind sie wütigen Hunden, verrückten Reichen, 8-Jährigen Erpressern und weiteren Hindernissen ausgesetzt. Alles mündet darin, dass die beiden in das Hauptquartier von YouPorn eindringen und die Server mit Baseballschlägern bearbeiten, da das Video bereits in die Analen der Welt den Weg ins Internet gefunden hat.

Ich muss gestehen, dass mich die Prämisse des Films überzeugt. Die Cloud als unsichtbarer Hort von privaten Multimediainhalten als neuer Gefahren- und Angriffspunkt wird nicht nur in der Realität kontrovers diskutiert, sondern bietet auch in der filmischen Diegese einen spannenden und ein filmisch interessanten Ansatzpunkt. Leider hat Sex Tape einige inhaltliche Ungereimtheiten, die der guten Prämisse den Boden unter den Füßen wegschlagen. Zum einen der Ausgangspunkt, dass Annie und Jay circa 15 Leuten (unter anderem dem Postboten) ein iPad geschenkt und mit ihrem Profil versehen haben. Klar, anders hätte die Geschichte mit der synchronisierten Cloud nicht funktioniert, jedoch ist dieser Punkt unwahrscheinlich, unsinnig und klingt wie eine schlechte Ausrede. Man hätte es eleganter über zum Beispiel eine gemeinsame Dropbox lösen können, das hätte einen realistischeren und weniger an den Haaren herbeigezogenen Touch gegeben. Natürlich ist der Film Klamauk und auch als solcher angesetzt, trotzdem führen solche Ungereimtheiten dazu, dass man als Zuschauer sich schwer auf die Geschichte einlassen kann. Segel und Diaz sind ein sehr seltsames Paar, dem man die jahrelange Liebe nicht so recht abkaufen möchte. Vielleicht liegt das daran, dass Jason Segel seine Marshall-Rolle nicht verlieren kann und man sich jede Sekunde fragt, wann Lily endlich vorbeikommt.

Bis auf ein paar witzige Szenen ist der Film ziemlich lahm und leider nicht ganz so spaßig, wie der Trailer suggeriert. Besonders im Vergleich zu Filmen wie „22 Jump Street“, die auf einen ähnlichen Humor abzielen, merkt man, dass Sex Tape zäh und langatmig ist und das dünne Drehbuch mit zu wenig Inhalt gefüllt wurde. Sex Tape verpasst es, eine interessante Prämisse witzig und sehenswert zu gestalten. Anstatt einen Gag nach dem nächsten zu liefern, verliert sich der Film in langatmigen Szenen und einem ungleichen Schauspieler-Paar.

Wertung:

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