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Film Review: Lucy

26. September 2014
Lucy
Lucy

Quelle: Moviepilot

Der Film „Lucy“ von Luc Besson gibt an, dass jeder Mensch nur 10% seiner geistigen Fähigkeiten nutzt. Die Kraft und die Möglichkeiten, die jeder bei 100%iger Benutzung bekommen würde, ist schier unvorstellbar. Prof Norman (Morgan Freeman) beschäftigt sich mit genau diesem Thema und stellt dazu in Paris seine neuen Thesen vor. Die Leistungsfähigkeit des menschlichen Gehirns bei nur 10% mehr Nutzung würde laut Norman die physikalischen Gesetze unserer Welt ins Schwanken bringen.

Gleichzeitig liefert die naive amerikanische Studentin in Taiwan namens Lucy (Scarlett Johansson) für ihren neuen Freund ein Päckchen in einem Hotel ab. Dabei gerät sie in die Hände chinesischer Drogendealer, die sie und andere Westler als Drogenkuriere missbrauchen und so mit den Drogen in der Bauchdecke eingenäht zurück nach Europa schicken. Als Lucy von ihren Peinigern verprügelt wird, läuft die Substanz aus und gelangt in ihr Blut. Die Droge, bekannt unter den Namen CPH4 macht genau das, was Professor Norman seit mehreren Jahrzehnten untersucht: Sie steigert die menschliche Gehirnleistung auf 100 Prozent.

Ab diesem Zeitpunkt befasst sich der Film mit den unterschiedlichen Stadien, die Lucys Gehirn durchmacht. Sie beginnt Kontrolle über physikalische, psychische, telekinenische und elektromagnetische Zustände zu haben, die Zeit anzuhalten und Menschen mit einem Fingerschnippen in die Luft sausen zu lassen. Die Frage, die sie und Professor Norman, den Lucy zwischenzeitlich ausfindig gemacht hat, beschäftigt, ist: Was passiert, wenn Lucy 100 Prozent erreicht?

Der Film „Lucy“ von Kult-Regisseur Luc Besson nimmt sich eines sehr spannenden Themas an. Auch wenn Wissenschaftler die These der 10%-igen Benutzung widerlegten, ist es ein interessantes Gedankenexperiment. Genau als solches, wird es im Film auch gehandhabt. Außer den verschiedenen kognitiven Stufen, die Lucy im Laufe des Films erreicht, gibt es keine zusammenhängende Geschichte. Lucy ist schon früh eine übermächtige, unbesiegbare Superheldin, der weder die Chinesen, noch andere Widersacher ernstzunehmenden Schaden anrichten können. Der Film hat nur ein Ziel: Was passiert bei 100% – Jedoch ist die Auflösung des Films weder plausibel, noch zufriedenstellend. Sie ist anachronistisch zum Spannungsbogen des Films und lässt das Gesehene wie eine Amateur-Dokumentation erscheinen. Es ist schade, dass Luc Besson so wenig aus dem Potenzial des Films herausholt. Die langen Verfolgungsjagten und Schießereien scheinen ein reines Produkt der hollywood’schen Erzähltheorie zu entspringen, bringen jedoch weder den Plot weiter, noch die Figuren in ihrem Vorhaben voran. So wird die eh schon knapp bemessene Erzählzeit verschwendet. Es ist schade, dass der Film enttäuscht, obwohl Luc Besson schon oft bewiesen hat, dass er sehr wohl in der Lage ist, spannende Geschichten adäquat zu erzählen.

Wertung:

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