Film

Film Review: Blue Jasmine

13. Juni 2014

Woody Allens neuster Film „Blue Jasmine“ begleitet Jasmine (Cate Blanchett), eine ehemals reiche New Yorkerin, die ihren Reichtum, ihr Ansehen und ihre Familie verliert, nachdem ihr Ehemann wegen krummen Geschäften und der Veruntreuung von Geldern ins Gefängnis wandert. Arm und mittellos fliegt sie zu ihrer Schwester Ginger (Sally Hawkins) nach San Francisco. Ginger ist das komplette Gegenteil von Jasmine: sie ist bodenständig, arbeitet als Kassiererin und ist nach Jasmines Meinung immer nur mit Verlierern zusammen. Der Film wird auf zwei Metaebenen erzählt: zum einen Jasmines Vergangenheit in New York und wie sie immer mehr über die Affairen ihres Mannes erfährt; und zum anderen ihr neues Leben bei ihrer Schwester sowie ihr Unvermögen auf eigenen Beinen zu stehen und ihr Leben auf die Reihe zu bekommen. Durch die wechselnden Zeitebenen werden die Hintergründe der Geschichte immer weiter beleuchtet und geben Aufschluss über Jasmines Verhalten in der Gegenwart. Jasmine hat ein Alkoholproblem, nimmt verschreibungspflichtige Medikamente in rauen Mengen ein und spricht lautstark mit sich selbst in der Öffentlichkeit.

Das Leben von Jasmine scheint wieder aufwärts zu gehen, als sie den reichen Politiker Dwight (Peter Sarsgaard) kennen und lieben lernt. Ihr Glück wird jedoch zerstört, als er von ihrer Vergangenheit erfährt. Von dort an verliert sie den letzten Halt im Leben und gibt sich immer mehr ihren Neurosen hin.

Anders als sonst überzeugt Allen mit seinem neusten Film nicht mit einer Komödie. Im Gegenteil, „Blue Jasmine“ ist eine bitterböse Tragödie. Abgesehen von Allens großartigem Drehbuch, ist besonders Cate Blanchetts überdurchschnittliche Darstellung zu erwähnen. Der Oscar für die beste weibliche Hauptrolle ist nicht nur 100%ig verdient, ich bin sogar der Meinung, dass es ihre beste Rolle überhaupt war. Bei ihr ist wirklich alles auf dem Punkt: ihre Gestik, Mimik, der porträtierte Wahnsinn – einfach alles. „Blue Jasmine“ ist nach schwachen Allen-Komödien der beste Film seit Langem, wenn nicht sogar einer seiner besten Filme überhaupt. Der Film hat das Gesamtpaket: Allens berühmte Neurosen, tragische Zusammenhänge, Konflikte, starke Frauencharaktere, ein brillantes Drehbuch und geniale Dialoge sowie eine atemberaubende Hauptdarstellerin.

Wertung:

2 Comments

  • Reply oldboyrap 13. Juni 2014 at 14:06

    Ich hab tatsächlich von Allen bisher nur 2 Filme gesehen, die mir beide recht gut gefallen haben. Ich muss aber noch viel nachholen, das ist mir schon klar. Diesen hier werd ich irgendwann sehen, aber keine Ahnung wann.

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