Film

Film Review: Grand Budapest Hotel

30. Mai 2014

Hach ja, was kann man nur über die Filme von Wes Anderson sagen, außer dass sie großartig sind und er einer der großartigsten Drehbuchautoren und Regisseuren unserer Zeit ist (neben Terry Gilliam vielleicht). Der Film „Grand Budapest Hotel“ ist auch einfach nur ganz große Klasse.

Worum es geht, das ist bei Anderson immer nicht ganz so wichtig. Wichtiger sind die Bilder und die unglaublich genialen Dialoge. Trotzdem kann man über den Film sagen, dass es um ein altes Hotel namens „Grand Budapest Hotel“ geht, welches in einer fiktiven Stadt in einem fiktiven Land in Osteuropa steht. Dort erzählt der Besitzer des Hotels, Zéro Moustafa (F. Murray Abraham) in den 60er Jahren einem Schriftsteller (Jude Law) wieso er so an diesem jetzt sehr heruntergekommenen Hotel hängt. Das ist die Rahmenhandlung. Die eigentliche Handlung jedoch findet auf einer anderen Zeitebene statt. Moustafa erzählt aus seiner Jugend, in der er kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs als Lobby Boy im Grand Budapest Hotel anfing und schon bald zum Protegé des Concierge Monsieur Gustave H (Ralph Fiennes) wurde. Dieser verführte alte und schwache Damen während ihres Aufenthalts im Hotel und gelang so schon das eine oder andere Mal an ein hübsches Erbe. So ist es auch bei der alten Witwe Céline Villeneuve Desgoffe und Taxis (Tilda Swinton), die ihm ein Gemälde von unschätzbarem Wert vermachen will. Dies weiß jedoch ihre Familie und vorne weg besonders ihr Sohn Dimitri (Adrien Brody) zu verhindern. Monsieur H und der junge Zero stehlen das Bild kurzerhand und versuchen ab diesem Zeitpunkt, der mörderischen und skrupellosen Familie Desgoffe und Taxis zu entfliehen.

Diese Zeitebene ist jedoch in mehrere Akte unterteilt, die wie im Theater eigene Titel und Hauptpersonen haben. Auch verfügt der Film auch über die üblichen Tableau-Szenenbilder, die Anderson schon in seinen anderen Filmen einsetzte und welche dem Film einen fast schon künstlerisch-überspitzten Ton verleihen. Besonders angetan bin ich, neben den großartigen Schauspielern, in großem Maße von den Kameraeinstellungen. Andersons Einsatz von Kameraschwenks erinnert nicht nur an die Großen Meister der alten Filmkunst, sondern gibt seinen Einstellungen gleichzeitig eine unerwartete Tiefe. Abgesehen davon sind seine Dialoge gespickt von Selbstironie und Sarkasmus. Die blumige, leicht überkandidelte und großartig überzogene Sprache passt zu alle dem, was der Film aussagt und macht „Grand Budapest Hotel“ zu einem der besten Filme der letzten Jahre.

Wertung:

2 Comments

  • Reply oldboyrap 30. Mai 2014 at 14:32

    Toller Film, eins meiner Highlights im Kino. Nicht der beste Anderson, aber immer wieder bewundernswert, diese Kameraeinstellungen und Szenenbilder. Besonders letztere hat er hier echt auf die Spitze getrieben. Auch seine Schwenks sind so schön Slapstick-mäßig ohne albern zu wirken, einfach großartig.

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