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Das Ende einer Ära: Serienfinale von How I Met Your Mother (SPOILER!!)

4. April 2014

Sagen wir mal so: How I Met Your Mother ist eine der besten, witzigsten und prägendsten Serien unserer Generation, wenn nicht sogar aller Zeiten. Ähnlich wie damals „Friends“ wurden die Charaktere zu Universaltypen, Rollenmodellen, Vergleichsobjekten und Stilikonen. Sei es der Ausspruch „classic Shmosby“ oder Barneys Redensarten wie „Legendary“ oder „Bro“, How I Met Your Mother ist zu einer popkulturellen Institution geworden. True Story.

Am Montag ging die Serie also nach neun Jahren und neun Staffeln zu Ende. Wir haben mit unserern fünf Helden schon viel erlebt; Mehrere Hochzeiten, Todesfälle, schmerzliche Trennungen und viele viele viele Weisheiten über Frauen, Anmachsprüche und warum neu immer besser ist. Alles das, um am Ende Teds Frau zu sehen und zu erfahren, wie er sie kennengelernt hat. Die eine, the one, die Richtige, die Seelenverwandte.

Die neunte Staffel der Serie war, im Gegensatz zu den anderen, jedoch eher ein Reinfall. 24 Folgen erzählten die Ereignisse eines Wochenendes, das Wochenende an dem Frauenheld Barney die taffe und starke Robin heiratet, zum Leidwesen Teds. Drei Tage auf 24 Folgen zu strecken ist mutig, kann klappen, war in diesem Fall aber eher eine Tortur. How I Met Your Mother funktioniert nur in New York, in der Bar, zwischen Teds romantischen Vorstellungen und Barneys Playbook. Das ist der Kern und Erfolg der Serie, wenn man den wegnimmt, Barney zur Zähmung bringt und Lily und Marshall noch ein Kind anhängt, dann werden die Gags immer weniger. Doch dann wurde geheiratet und getanzt, gelacht und sich in den Armen gelegen. Die ganze furchtbare letzte Staffel war vergessen. Und dann kam das Serienfinale. Ende gut alles gut?

Wait for it.

Das 45 Minütige Finale brachte Ted und die Mutter endlich zusammen. Nach neun langen Staffeln und Geschichten, in denen Ted jede Beziehung beschrieben hat, die er je hatte, findet er endlich seine Traumfrau, die Mutter seiner Kinder. Doch die Folge verliert nur wenig darüber, denn was passiert weiß der Zuschauer ja schon: sie heiraten und bekommen zwei Kinder.

Viel mehr wird das Auseinanderfallen der Gang beschrieben. Immer springt die Geschichte zwischen der Hochzeit und den darauffolgenden Jahren hin und her. Barney und Robin lassen sich nach drei Jahren Ehe scheiden, Lily bekommt ein drittes Kind, Marshall wird doch noch Richter und je mehr Zeit vergeht, umso seltener kommen die Freunde zusammen. Die Gang wird erwachsen, Freundschaften treten in den Hintergrund. Zuerst sehen sie sich noch in den „großen Momenten“, dann nimmt Robin an einem Halloween Reißaus, weil sie es nicht erträgt, ihren Exmann beim Mädelsaufreißen zu sehen. Die Szene in der Lily und Robin sich gegenüber stehen und ihnen bewusst wird, dass die alte Zeit vorüber ist und nicht mehr zurückkommen kann, ist eine der besten Szenen, wenn nicht sogar die beste, der ganzen Folge. Alyson Hannigan liefert eine unglaubliche Performance ab, die mir jetzt noch Gänsehaut bereitet, wenn ich nur dran denke. Großes Kudos an sie, sie ist eine wundervolle Schauspielerin.

Der Verlauf der Folge mag traurig sein, ist jedoch trotzdem realistisch. Erst als wieder Teds Leben in den Mittelpunkt gerückt wird, beginnt die Geschichte zu brechen. Es wird berichtet, dass seine Frau stirbt. Die darauffolgende Interaktion zwischen ihm und seinen immer noch auf dem Sofa sitzenden Kindern ist jedoch das, was dem Fass den Boden ausschlägt. Die ganze Geschichte, die ganzen neun Staffeln, dienten nicht dazu zu erklären, wie Ted die Mutter kennengelernt hat, sondern waren einzig und allein dafür gedacht, die Kinder zu fragen, ob es in Ordnung für sie ist, dass er mir Robin ausgeht. Natürlich sind die Kinder begeistert, die Mutter ist ja schon seit sechs Jahren tot und Ted müsse mit seinem Leben weitermachen, und die Folge endet damit, dass Ted bei Robin klingelt und mit einem blauen Horn vor ihrer Tür steht. Und dann fällt der Vorhang.

Die Macher der Serie haben meiner Meinung nach einen Falschen Titel gewählt, passender wäre gewesen: How I Met Your Mother, Got The Kids I wanted, Killed Her In Five Seconds To Get To Robin. Das kann doch nicht wahr sein. All das, nur um Robin zu bekommen? klar, es ist ein Kompromiss, Ted hat die Romantik und Kinder, die er wollte und Robin war unabhängig und hat Karriere gemacht und trotzdem sind sie zusammen. Trotzdem was für ein Schlag ins Gesicht für alle Zuschauer_innen. ich finde es sehr schade, dass Ted und Robin mit Biegen und Brechen als das Traumpaar stilisiert wurden und am Ende zusammen kommen mussten, auch wenn das jeglicher Logik und Charakterentwicklung widerspricht. Um mal den Spiegel-Online-Bericht über das Serienende zu zitieren: „Nein Nein Nein“.

Ich bin sehr enttäuscht über das Ende. Noch immer warte ich auf ein „April April“ der Macher und das richtige Ende. Ich hoffe es kommt noch.

2 Comments

  • Reply blackmailmyhard 5. April 2014 at 13:31

    puuh…das ist ja noch schlimmer, als es mich die vorherigen Spoiler erahnen ließen…Gabs da vor der Produktion der Final Season mal wieder einen Drehbuchautoren-Streik oder wie konnte man die Geschichte so an die Wand fahren…? Blöd ist das, war gerade dabei, nach Jahren des gnadenlosen Ignorierens (ich hasse eigentlich diese blöden Sitcom-Hintergrund-Lacher) „HIMYM“ ein bisschen ins Herz zu schließen…

    • Reply einmalwunderland 6. April 2014 at 12:18

      Da sie die letzten Szenen schon vor acht Jahren gedreht haben glaube ich, dass alles wirklich so geplant war. Das „Traumpaar“ Ted und Robin sollte einfach auf Biegen und Brechen am Ende zusammenkommen. Leider haben sich die Charaktere in den sechs Jahren zwischen gedrehtem Ende und letzter Folge einfach so entwickelt, dass dieses Ende nun nicht mehr passt.

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