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Games Review: XCOM Enemy Unknown

23. Februar 2014

Nachdem ich das hochgelobte Strategiespiel Remake von 2012 „XCOM Enemy Unknown“ endlich durchgespielt habe, machte sich Verwunderung breit. Schon zu Ende? Und DAS war es, das game of the year 2012? Nach all dem Basen Ausbauen, Rekruten am Leben erhalten und dem ganzen Rumforschen? Ein knackiger Sniperschuss in die Visage des Alien-Overlords nach ca. 30 Stunden Spielzeit und das wars? Schade! An der Rahmenhandlung des Spiels haben die Junges von Fireaxis definitiv gespart.

Diese lässt sich praktischerweise in einem Satz zusammenfassen: Nachdem Intergalaktische Alien-Sklavenhalter die Erde angreifen und versuchen- so wie bei anderen Spezies zuvor – die Menschheit zu versklaven, übernimmt man als seltsamerweise frischgebackener Commander die Kontrolle über eine internationalle Eliteeinheit und schlägt Schritt für Schritt die Alienbesatzer zurück. Und das American Style! Ausgerüstet mit Racketenwerfern und Laserminiguns, hetzt man seine multiethnische Truppe auf vergleichsweise kleinen Karten Zug um Zug gegen die teilweise sehr clichéhaft aussehenden Außerirdischen, die mit jedem Einsatz stärker werden und in immer neuen Varianten auftauchen. Von dem mikrigen und allseits bei speckigen Deus Ex Fanboys bekannten „Grey“ bis zum Wandelnden Roboter-Schloss aus Chihiros Zauberreise sind alle Arten vertreten. Am Ende trifft man die ausgemergelten Ätherer, ihres Zeichens dürre Physik-Nerds gepaart mit einer gesunden Prise Gott-Komplex, und erfährt, dass sie einen urplötzlich „auserwählt“ haben sie zu leiten!? Was zum *“§? Ich dachte sie wollen die Erde versklaven und die Menschheit unterjochen? Warum sollte man diese 4er Schüler der Natur leiten, wenn ihre psionischen Fähigkeiten so stark sind, dass sie praktisch den ganzen Tag rumschweben… ja fürn Oscar wird das nicht reichen.

Das Gameplay wirkt dagegen sehr solide. Man bewegt sich alternierend mit dem Gegner von seinem Droppoint zum Aliensschiff, man sammelt Ressourcen, setzt diese für den Ausbau der Basis, des Waffenarsenals und für modische Frisuren ein, oder versucht krampfhaft Satelliten zu bauen und sie schnell in den Himmel zuschicken, damit die Ratsmitglieder einem nicht den Geldhahn abderehen. Wagniskapital mag schließlich niemand… Das alles macht Spaß und fordert einen bei entsprechender Schwirigkeitsstufe heraus. Das Evozieren des Dranges alles möglichst weit zu erforschen und seine Sims-ähnlichen Schützlinge möglichst gut auf den Kampf vorzubreiten ist den Entwicklern wikrlich gut gelungen. Die Luftkämpfe gegen UFOs sind dagegen ein Witz. In feinster 2D Bitmap-Optik sieht man zu 80% der Zeit zu wie ein Kampf automatisch abläuft – da merkt man, dass die Programmierer an die Grenzen ihres Budgets stießen. Generell ist das Gameplay für meinen Geschmack jedoch zu leicht und viel zu simpel. Alle Interface-Elemente sind irgendwie riesig geraten und in nur wenigen Menüstufen untergebracht. Mit der Komplexität des XCOM von 1994 hat das nicht mehr viel gemein. Man merkt einfach, dass das Spiel den Spagat zwischen Hardcore-Gamern und einer erfolgsgeilen Generation von iPad-Farmvillern versucht, und als Resultat seine Komplexität, Menükontextualität und Rahmenhandlung aufgibt. Dass das Spiel dann wenig später für Apple-Produkte erscheint, überrascht keinen mehr…

Insgesamt ist das Spiel einigermaßen schön präsentiert, läuft flüssig und bietet einen relativ guten Wiederspielwert. Mehr Spieltiefe und Micromanagement hätten dem Remake nicht geschadet. Da hat es die Neuauflage von Jagged Alliance mit ihrem für PCs optimierten Gameplay viel besser vorgemacht. Es fühlt sich einfach so an, als ob man anstatt seinem liebgewonnen Lego plötzlich mit Duplo spielen muss. Auch das recht seltsame Add-On „XCOM Enemy Within“ kann das Spiel nicht wirklich verfeinern. Es kommen zwar neue Spielvarianten, Karten und Rekrutenfähigkeiten dazu, aber man muss die gleiche Geschichte immer wieder neu spielen mit neuen Optionen, ohne dass wirklich neue Handlung oder Gameplay dazukommt. Für ein 20€ Add-On ziemlich schwache Leistung. Von mir kriegt das Spiel daher einen Daumen nach unten: Gut spielbar, aber nicht wirklich der Bezeichnung eines spannenden PC-Strategiespieles wert.

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