Film

Film Review: Die Tribute von Panem: Hunger Games

24. Januar 2014

Nach tausend Jahren bin auch ich dem Trend gefolgt und habe mir den ersten Teil der „Hunger Games“-Trilogie angesehen. Ich hatte vorher keine Ahnung von der Geschichte, ich wusste lediglich, dass die Filme und Bücher ein unglaublicher Teenie-Magnet sind und die 15-Jährigen in Scharen ins Kino laufen, um mit Katniss und Co mitzufiebern.

Der Film führt uns in eine dystopische Zukunft, in der das Land namens Panem von Krieg, Aufständen und Revolten gezeichnet sind. So wurde Panem schließlich in 12 Distrikte und ein Kapitol geteilt und jedem Distrikt kam eine Aufgabe zu teil. So sind die einen Fischer, ein weiteres Distrikt kommt dem Bergbau nach und und und. Einmal pro Jahr werden aus jedem der Distrikte ein Mädchen und ein Junge ausgewählt, die dann alle gegen einander bis zum Tod kämpfen müssen. Der Sieger bringt nicht nur Ruhm und Versorgung für sein Distrikt, sondern bekommt auch Verpflegung und Prestige bis zum Ende ihres/seines Lebens. Für viele der bitterarmen und hungrigen Menschen von Panem ist dies die einzige Hoffnung, an Lebensmittel zu gelangen.

Um ihre 12-Jährige Schwester vor einer Teilnahme bei den Hungerspielen zu bewahren, meldet sich die 16-Jährige Katniss freiwillig als Teilnehmerin. Sie ist eine begabte Bogenschützin und trotz Außenseiterrolle von Anfang an ein Favorit. Zusammen mit Peeta, dem männlichen Tribut aus Distrikt 12, wird sie schließlich ins Kapitol gebracht und nach einem kleinen Training in die Spielarena entlassen und ihrem eigenen Schicksal überlassen. Von dort an ist es ein Spiel um Leben und Tod, Freundschaft, Liebe und Verrat.

Der Film „Die Tribute von Panem: Hunger Games“ erinnerte mich sehr stark an die Verfilmung des gleichnamigen Mangas „Battle Royale“, die ich vor über 10 Jahren gesehen habe. Mit dem einzigen Unterschied natürlich, dass Battle Royale viel krasser, perverser und gewalttätiger ist. „Hunger Games“ wirkt dagegen wie der unspannende, kleine Bruder. Katniss ist niemals in wirklicher Gefahr, alle mögen und beschützen sie und die meiste Zeit sitzt sie auf Bäumen und wartet, bis sich die anderen gegenseitig Abmurksen. Schade finde ich auch, dass die Geschichte zwar den Anschein einer dystopischen Welt aufmacht, dann aber nur einen Hauch davon erklärt. Der Zuschauer erfährt nichts über die Umstände der Welt, in der sie leben. Alles, was gezeigt wird, ist Katniss‘ Familientragödie aber die ganze Welt, die um die Geschichte gestrickt ist und ihr einen seriösen Rahmen geben könnte (à la Brave New World oder A Handmaid’s Tale) fehlt. Wo ist Panem? Wie kam es zu dem Namen und warum gab es Revolten? Was ist mit dem Rest der Menschheit? Leben sie auch in Distrikten und wenn ja, gibt es auch Hungerspiele? Wenn nein, wieso greift keiner ein? Was für einen ideologischen Hintergrund hat die Aufteilung in Distrikte? Was passiert, wenn der weißhaarige alte Kerl stirbt? Gibt es dann Wahlen?

Der Film lässt zu viele Fragen von vorneherein offen, um ein rundes Weltbild zu verkörpern. Auch fand ich die Hungerspiele ein bisschen zu unaufregend und ich hätte mit ein bisschen mehr Action oder Hindernissen gerechnet. Der Film verbringt zu viel Zeit mit der Etablierung von Katniss‘ als mystische und eigenbrötlerische Person in einer tragischen Dreiecksliebesgeschichte und lässt die Hungerspiele wie ein lästiges Nebenprodukt erscheinen. Vielleicht bin ich auch einfach keine 15 mehr?

Wertung:

4 Comments

  • Reply Claudia 25. Januar 2014 at 8:28

    In den Büchern gab es ein wenig mehr Hintergrund, glaube ich. War ganz interessant zu lesen, wenn auch nicht weltbewegend.

    • Reply einmalwunderland 26. Januar 2014 at 10:36

      Ja das mit den Büchern dachte ich mir schon. Schade, dass sie das nicht im Film rüberbringen konnten.

  • Reply Anna 25. Januar 2014 at 14:00

    Ich mag die Filme, aber fand auch dass zu wenig Hintergrund erklärt wird. Das ist leider auch in den Büchern so. So richtig erklärt wurde nicht, warum das Land so ist wie es ist und ob es noch andere Menschen gibt.
    Das letzte Buch wird wieder in zwei Teile geschnitten und als Film verhackstückt, dabei gibt die Literaturvorlage auf keinen Fall zwei Filme her >___>

    • Reply einmalwunderland 26. Januar 2014 at 10:42

      Schade, dass auch das Buch so unabgeschlossen in der Hinsicht ist. Sind diese Sachen nicht elementar für die Geschichte?

      Oh je wirklich, das letzte Buch wird zweigeteilt? Diese geldgeilen Spinner

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