Film

Film Review: Kick Ass (SPOILER)

16. August 2013

kick-ass-20100215053629108„Warum ist eigentlich niemand im echten Leben Superheld?“ Das ist die Frage, die sich der 16-Jährige Dave (Aaron Taylor-Johnsson) eines Tages stellt, als er mal wieder nach der Schule von zwei Gangstern abgezogen wird. Um Handy und Geld erleichtert, gehen er und sein Kumpel nach Hause; glücklich, diesen Raub überlebt zu haben, jedoch wütend und bestürzt, dass niemand ihnen zur Hilfe geeilt kam. Solche Straftaten passieren jeden Tag, die Polizei nirgends zu finden und die Nachbarschaft eingeschüchtert. Es ist also nur natürlich, dass Dave schließlich selbst die Zügel in die Hand nimmt, und sich ein Superheld-Alter Ego schafft. Mit Taucheranzug und Timberland-Boots bekleidet macht er sich von diesem Zeitpunkt an unter dem Namen „Kick Ass“ nachts auf Verbrecherjagt und erlangt schnell Kultstatus.

„Warum ist eigentlich niemand im echten Leben Superheld?“ – „weil man dann die ganze Zeit so richtig auf’s Maul bekommen würde“. Und das stimmt auch. Jedes Mal, wenn Dave in seiner Verkleidung in die Nacht entschwindet, wird er so heftig verprügelt, dass er Blut kotzend ins Krankenhaus eingeliefert wird. Anders als „herkömmliche“ Superhelden ist Dave nämlich auch mit Taucheranzug noch ein schmächtiger Lulatsch ohne kämpferische Ausbildung und nur mit zwei Stöcken bewaffnet. Zum Glück tauchen Hit Girl (Chloë Grace Moretz) und Big Daddy (Nicholas Cage), ein verbitterter Cop und seine zur Tötungsmaschine ausgebildete Tochter, im rechten Moment auf und retten den Mann in Strumpfhosen. Ab diesem Zeitpunkt verwandelt sich die witzige Coming-of-Age-Geschichte in ein brutales Gemetzel. Gangsterbosse werden regelrecht abgeschlachtet, Hände abgetrennt, Leute werden gefoltert, in übergroße Mikrowellen gesteckt und mit Schwertern durchbohrt. Getrieben von Hass will Big Daddy den New Yorker Drogenboss Frank D’Amico (Mark Strong) umbringen und so den Tod seiner Frau rächen. Dazu metzelt er jeden ab, der nur im Entferntesten mit D’Amico zu tun hat und hinterlässt dabei eine Schneise der Verwüstung, die an Brutalität und Abscheulichkeit die seines Erzfeindes an Nichts nachsteht. Natürlich bekommt der Drogenbaron von Big Daddys Vorgehen mit und schickt schließlich seinen Sohn Chris als Superheld Red Mist verkleidet auf die Suche nach dem Superheldentrio.

Der doch recht realistische Film (in Punkto Schmerzempfinden und „Superkräften“ von Superhelden) wird immer unwirklicher und unrealistischer, je weiter der Film sich dem Ende nähert; und auch der Showdown ist so an den Haaren herbeigezogen, dass man sich fragen muss, ob diese Szenen denn witzig gemeint sind. Kick Ass fliegt mit einem Jet-Pack 30 Stockwerke nach oben und hat noch genug Spritt übrig, um wie ein Helikopter auf einer Stelle zu verweilen und dann die total verletzte Hit Girl schließlich auf dem Arm durch ganz New York zu fliegen. Der Gangsterboss wird schlussendlich mit einer riesigen Bazooka hunderte von Meter durch die Luft geschleudert und das Feuer, welches Big Daddy qualvoll tötet, sieht aus wie ein Effekt aus dem Jahr 1970. Auch die Sprüche werden derber, je brutaler und abgedrehter der Film sich entwickelt. Hit Girl fordert Dave/Kick Ass auf, bei Gefahr ein Zeichen à la Batman zu senden: „Kontaktiere den Bürgermeister, er hat ein spezielles Zeichen, das er in den Himmel strahlt. Es hat die Form eines Riesenpimmels“.

Der ganze Film wirkt so, als hätten sie eine gute Idee für einen ersten Akt gehabt, dann aber verschusselt, einen zweiten und dritten Akt zu planen und diese dann mit Gewalt und Schimpfwörtern gestopft. Die Idee des Normalos als Superheld ist originell und witzig, der Sub-Plot mit Big Daddy unrealistisch und nervig. Auch das Ende ist unbefriedigend und unfreiwillig komisch und hinterlässt einen Nachgeschmack, der den ganzen Film wie eine Lachnummer dastehen lässt.

 

Wertung: ✭✭

1 Comment

  • Reply fukwit 12. Dezember 2014 at 19:08

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