Film

Classic Film Review: Strangers on a Train (1951)

26. Juli 2013

BildZwei Männer treffen sich im Zug und kommen ins Gespräch. Diese harmlose Alltäglichkeit ist die Ausgangslage des Films „Der Fremde im Zug“ (Engl. „strangers on a train“) von Alfred Hitchcock. Tennisprofi Guy Haines (Farley Granger) ist gerade auf dem Weg zu seiner Noch-Ehefrau, um von ihr die Scheidungspapiere unterschreiben zu lassen, so dass er endlich die schöne Anne Morton (RuthRoman)  heiraten kann, als er im Zug auf Bruno Anthony (Robert Walker) trifft. Dieser schlägt dem Sportler einen grotesken Deal vor: Sie müssen einen „Mord-Tausch“ begehenn, bei dem jeder der beiden den ungeliebten Menschen des jeweils anderen umbringt: Bruno Guys Ehefrau Miriam und Guy Brunos verhassten Vater. Nur so kann das perfekte Verbrechen begangen werden – wer sollte schließlich einen Wildfremden verdächtigen, der mit den Personen rein gar nichts zu tun hat?

Die ganze Geschichte als Scherz abtuend verlässt Guy den Zug. Als dann aber seine Frau Miriam in den Folgetagen erwürgt im Park vorgefunden wird, versteht Guy, dass Bruno den Plan nicht nur als abgemacht empfunden, sondern auch seinen Teil des Mord-Tauschs erledigt hat. Nun fordert er von Guy den gleichen Tribut. Nach und nach erhält Guy eine Pistole und einen Lageplan vom Haus der Familie Anthony sowie den Schlüssel für die Eingangstür. Auch ist der verschrobene Bruno ihm immer dich auf den Fersen und zieht seine Kreise immer dichter um den Tennis-Star und seine Liebsten. Bald muss Guy sich eingestehen, dass er nicht ungeschoren aus dem Coup davonlaufen kann, besonders weil Bruno ihn ganz genau zu kennen scheint und ihm und seinen Ausweichmanövern immer einen Schritt voraus ist.

„Der Fremde im Zug“, basierend auf dem gleichnamigen Roman von P. Highsmith gehört zu den spannendsten Thrillern Hitchcocks. Mit einer überdurchschnittlichen Besetzung (Robert Walker als Psychopath im Halbdunklen ist überragend!) und einem „ticking clock“ ending mit Edgar Allan Poe-esquem Ritt auf dem Horror-Karussell überzeugt der Film im Punkto Suspense und Spannung. Durch die Licht/Schatten-Setzung der Einstellung an deutsche Filme der 1920er erinnernd ist „der Fremde im Zug“ eine geglückte Hommage an die alten Meister der alten Welt. Für Zuschauer ohne starke Nerven fast schon zu spannend bewegen sich alle Charaktere den ganzen Film über immer tiefer in ihr Verderben und man möchte sich die Augen zuhalten, weil man gar nicht mehr daran glaubt, dass der naive Guy noch unbestraft aus der ganzen Geschichte rauskommen kann.

 

Wertung: ✭✭

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