Film

Classic Film Review: Psycho (1960)

28. Juni 2013

Psycho (1960) Directed by Alfred Hitchcock Shown: Janet Leigh (as Marion Crane) Alfred Hitchcocks Meisterwerk „Psycho“ aus dem Jahr 1960 erzählt die Geschichte von Marion (Janet Leigh), die mit gestohlenen 40.000 Dollar auf der Flucht an einem verlassenen Motel hält, um die Nacht dort zu verbringen. Sie ist der einzige Gast an diesem regnerischen Abend und wird sogleich vom jungen Eigentümer des Motels, Norman Bates (Anthony Perkins), ins Gespräch verwickelt. Sie erfährt, dass der recht verklemmt wirkende Norman mit seiner Mutter zusammen im viktorianischen Haus nebenan wohnt, dass er keine Freunde hat und auch sonst eher dem ungewöhnlichen Hobby des Präparierens von Vögeln nachgeht. Sichtlich angetan von der attraktiven Marion lädt Norman sie sogleich zum Abendessen ein und sie verbringen trotz Einwenden der Mutter, die Marion für „schmutzig“ befindet, einen angenehmen Abend voller Gespräche.

Als Marion dann vor dem Schlafengehen in die Dusche steigt, wird sie hinterrücks von einer Frauengestalt erstochen. Diese ikonische Szene, die nicht nur die Filmwelt der 1960er Jahre in Aufruhr versetzte, sondern auch im gleichen Atemzug Filmgeschichte schrieb, ist weltberühmt. Obwohl die mörderische Tat nur angedeutet ist, gilt die zweiminütige Szene in der Dusche noch heute als eine der brutalsten und grausamsten Filmmomente aller Zeiten. Das hat vielleicht besonders mit der aufwühlenden Schnittfolge zu tun, die durch ein wirres Geigen-Stakkato das Blut in den Adern gefrieren lässt.

Nach dieser grausamen Tat findet Norman am nächsten Morgen die Frauenleiche, die er sogleich in ihrem Auto versteckt und dieses in einem Moor versenkt. Von diesem Moment ahnt der Zuschauer, dass die herrische Mutter mehr als nur ein eifersüchtiger Nebencharakter ist, der wüste Beschimpfungen aus dem Off von sich gibt. Gleichzeitig erreicht der von Marions Arbeit angeheuerte Privatdetektiv Milton Arbogast (Martin Balsam) auf der Suche nach der durchgebrannten Diebin das Motel. Neugierig gemacht durch einen sichtlich nervösen Norman, der sich immer weiter in Widersprüche verstrickt, betritt Arbogast schließlich das Wohnhaus der Familie Bates. Nachdem auch dieser Eindringling die heile Welt von Mutter und Sohn Bates stört und gewaltsam durch die Herrin des Hauses zu Tode kommt und vom Sohn verscharrt wird, tauchen nach einiger Zeit zwei weitere Bekannte Marions auf, um sich nach ihrer Freundin und dem Detektiv zu erkundigen. Als auch sie das Haus der Bates betreten, um die Mutter zu befragen, merken sie erst in letzter Sekunde, dass sie  geradewegs in die Höhle des Löwen spaziert sind. Der Showdown des Films spielt geschickt mit verschiedenen Ebenen der Suspense und durch die unterschiedlichen Informationsgefälle bleibt das Ende bis zur letzten Sekunde unglaublich spannend und brenzlig. Besonders die Auflösung des Films, welche das komplexe, mörderische Treiben von Mutter und Sohn aufdeckt, sprengt den Rahmen des psychologischen Horrors und lässt den Zuschauer des 21.Jahrhunderts auch 50 Jahre nach Erscheinung die Haare zu Berge stehen. Der Film ist ein Meisterwerk des Horrors und der Suspense und hat auch nach all den Jahren nichts an Zeitgenössigkeit verloren. Anders als moderne Horrorfilme, die literweise Kunstblut über die Bühne laufen lassen, beweist „Psycho“, dass richtiger Grusel von innen kommt und dass stille Wasser oft eine tödliche Tiefe aufweisen.

Interessant wäre noch zu erwähnen, dass die Witwe des 1992 an AIDS verstorbenen Anthony Perkins Opfer des Terroranschlags vom 11.September 2011 wurde. Sie saß in dem Flugzeug, welches als erstes in die World Trade Center gesteuert wurde.

Wertung: ✭✭

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