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Wo ist die Zeit hin?

25. Februar 2013

Die Berlinale ist seit fast zehn Tagen vorbei, die Oscars liefen gestern und ich hab den ganzen Februar über nur einen Eintrag gemacht. Eek! Es gibt viel zu erzählen, auch wenn davon vieles unwichtig und mondän erscheint, denn anstatt auf aufregenden Berliner Untergrundparties sitze ich hier, Tag ein und Tag aus und schreibe an meiner Masterarbeit. Jepp, immer noch die gleiche Leier. Der Prozess des Schreibens tut mir sehr gut, er gibt mir die basale Zufriedenheit, etwas sinnvolles gemacht zu haben. Etwas, was man in der Hand halten kann. Während des Studiums sah das häufig anders aus; da hat man stundenlang Texte von Adorno oder Foucault gelesen, von denen man eh nie etwas verstand, sich dazu drei wirre, krakelige und armselige Sätze Notizen gemacht und sich dann mit der Gewissheit, nichts zu können und zu dumm zum Studieren zu sein, weinend ins Bett gelegt. Äääh okay vielleicht nicht so ganz, also der zweite Teil auf jeden Fall…. Von Adorno hab ich aber tatsächlich nie etwas verstanden. Nur war mir das immer egaler, je länger ich studierte. Jedoch fehlt einem im Geisteswissenschaftlichen Studium manchmal das Gefühl der Nachhaltigkeit. Wenn man schon die Texte nicht liest, oder halt mittendrin aufhört, weil das einfach unglaublich unwichtiger Krams ist, dann fehlt einem oft der Bezug zur wirklichen Welt. Dann sitzen da die bebrillten Adornoprofis, die seit ihrem fünften Lebensjahr nichts anderes machen, als Adorno von Links nach Rechts zu lesen und faseln über … tja über was eigentlich? Die Frankfurter Schule? Horkheimers glattpolierter Glatze? Adornos Hassliebe zu Kracauer?

Auf jeden Fall reden sie.

Masterarbeiten schreiben, das ist ein Bisschen wie mit den Händen zu arbeiten. Wie ein Puzzle, von dem man das Endbild noch nicht weiß, fügt man die Masterarbeit jeden Tag Stück für Stück zusammen. Und je runder das Bild wird, umso befreiter und glücklicher wird man. Ich zumindest. Und das ist ein gutes Gefühl.

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