Fotografie

Lomo in the sky with Diamonds

14. Januar 2013

Ja ich muss es leider zugeben, auch ich habe eine Diana-Kamera von Lomography. Für viele der Inbegriff des Hipstertums, für mich ein Spaß am Fotographieren. Wer Lomography nicht kennt wird jetzt sicher die Nase rümpfen und die Augen rollen über diese geheimnistuerischen Worte. Dabei ist das mittlerweile ne echte Wissenslücke. Lomography gehört zum jugendlichen Leben dazu wie die Club Mate (bäh!) oder Mustafas Gemüse Kebab (lecker!). BildHier ↑ seht ihr meine Diana F+, eine Replik einer Russischen Kamera aus den 1920ern, die dann als so genannte Spielzeugkamera ihr Revival in den 50ern in Amerika fand. Damals kostete so eine Plastikkamera noch schlappe 50cents, heute gehen die für mehr als 100€ über den Ladentisch. Und Filme muss man ja auch noch kaufen. Denn, und hier spätestens fragen sich die Meisten „Warum eigentlich?“, Lomography ist nicht nur ein lustiger Retro-Spaß, sondern bezeichnet auch eine neue Welle an Analog-Fotographen, die sich mit viel Know-How schon fast vergessenes Wissen über Blendenöffnungen und ISO-Werte aneignen. Und, weils so schön war frag ich noch einmal: Und warum das eigentlich? Tja, Lomography ist Kunst. Auch das noch! Jenseits der Iphone-Kameraspontanität, die täglich eine Myriade an Fotos ins Internet läd, sei es vom Toilettenbesuch bei McDonalds oder nach einem Shoppingmarathon, sehnen sich die Menschen nach etwas Greifbarem, etwas Nachhaltigem. Anders als bei digitaler Fotographie kann man mit analogen Kameras durch ein paar Kniffe unglaublich schöne Effekte und Spielereien zaubern, die durch das Format auch etwas Einzigartiges besitzen. Denn, bei der analogen Fotographie ist jeder Schuss besonders, jedes Foto überlegt. Wilde Drauflosknipserei ist hier Fehl am Platz. Jedes Motiv mag durchdacht sein, jede Blende neu auf das Objekt eingestellt werden. Außerdem ist der Platz begrenzt, ein 120mm Film hat nur 12 Fotos, wenn die verknipst sind ist Ende. Und bei den eher teuren Entwicklungsmethoden (12 Abzüge des 120er Films kosten knapp 15€) ist der Wunsch, etwas Tolles und Besonderes zu schaffen, viel ausgeprägter. Natürlich heißt das nicht, dass Lomographen kleinkarierte Spießbürger sind, die erstmal eine Abhandlung schreiben, bevor sie den Auslöser drücken. Lomography soll Spaß machen und Momente festhalten, die einem wichtig sind. Da kann auch mal etwas daneben gehen. Und, bei aller Lobrede an diese vorsteinzeitliche Art des Fotographierens muss ich zugeben, dass es nicht leicht ist. Meine letzte analoge Kamera hatte ich mit 13 und da musste man auch keine Blendeöffnungen und Belichtungszeiten wissen. Blitz an, Auge durch den Sucher und fertig ist die Laube. Bei der Lomography ist das anders. Die Diana-Kameras sind sehr lichthungrig, oft wird der lustige Schnappschuss zur dunklen Suppe auf Fotopapier. Das nervt und ist super frustrierend. Leider gibt es keine Anleitung, man muss es einfach wissen. Oder, und das ist wohl wahrscheinlicher, man muss es üben. Probieren, probieren und noch mal probieren. Irgendwann weiß man schon, wann F11 und wann F16 gefragt ist, und dass der Sucher nicht gleichbedeutend mit der Linse ist.

Wenn man dann dranbleibt kann man coole Dinge machen, zum Beispiel Langzeitbelichtung, oder Mehrfachbelichtung. BildDas Bild ↓ ist eine Doppelbelichtung. Das heißt, dass ich einfach zwei mal ein Foto gemacht habe, ohne vorher den Film weiter zu drehen.

Das macht Spaß und es kommen sehr interessante und coole Effekte raus. Am Samstag habe ich an einem offiziellen Lomography Workshop teilgenommen, der ganz unter dem Motto „light Painting“ lief. Dort haben wir uns in Eiseskälte Abends auf ein Parkhausdach geschlichen und mit Langzeitbelichtung und verschiedenen Leuchtquellen (Taschenlampen, Leucht-Hula Hoops, etc) coole Effekte gezaubert. Heute habe ich den Film zum Entwickeln, bzw zum Entwickeln der Negative, zu dm gebracht, in einer Woche kann ich die abholen und dann müssen noch die Abzüge gemacht werden. Es kann also dauern 🙂 Aber ich freu mich schon sehr auf das Resultat und werde auf jeden Fall mehr schreiben, wenn ich die Bilder vor mir liegen hab. So als Trockenübung macht das wenig Sinn.

in diesem Sinne….

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